Ich packe meinen Rucksack: Ausrüstung für die Weltreise

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Die Planung unserer Reiseroute ging mehr oder weniger Hand in Hand mit der Frage, welche Sachen wir während unserer Weltreise mit uns herumschleppen wollten. Die Rucksäcke hatten wir schon relativ zeitig besorgt, um die Vorfreude auf unsere Auszeit möglichst lange auszukosten. Da wir ein paar Trekkingtouren machen wollten, würden wir dafür schon mal einiges an Klamotten im Gepäck haben. Nachdem wir Neuseeland im Frühling und China sowie Tibet im Winter auf unserer Reiseroute hatten, war schnell klar, dass wir sowohl für warmes als auch kaltes Wetter entsprechende Kleidung mitnehmen mussten.

Da wir mit Neuseeland bereits für unser erstes Reiseziel warme Klamotten benötigen würden und Outdoor-Kleidung dort mitunter teurer als in Deutschland ist, hatten wir von Anfang an Mütze, Fleeze-Pulli, Handschuhe sowie einen dünnen Sommerschlafsack mit dabei. Und das war auch gut so: Wegen des schlechten Wetters kamen alle regenabweisenden und wärmenden Klamotten zum Einsatz, inklusive langer Unterhosen. Auf Samoa und Fiji waren wir unter den Backpackern sicher diejenigen mit dem meisten Gepäck und man kommt sich schon seltsam vor, wenn man beim Packen in der Fale bzw. Bure am Strand den Sand von der Daunenjacke und dem Schal schüttelt.

Kleidung für den Klimazonenwechsel

Ob man wie wir zwischen Kälte und Hitze wechselt, oder ob man sich nicht lieber auf einen Klimabereich bzw. eine Jahreszeit beschränkt, muss jeder selbst entscheiden: Der Wechsel macht die Reise landschaftlich und kulturell spannender, bleibt man in einer Klimazone gestaltet sich die Zusammenstellung der Ausrüstung deutlich übersichtlicher. Unserer Erfahrung nach ist es auch körperlich weniger anstrengend, wenn man sich im mehr oder weniger selben Temperaturbereich bewegt. Zumindest hat uns unser Immunsystem den Wechsel von der sonnigen Südsee in den chinesischen Winter ziemlich übel genommen, sodass wir in Shanghai sogar ins Krankenhaus mussten.

Nachdem wir auf unserer Reise die kälteren Gebiete hinter uns gelassen hatten, gaben wir in Kambodscha in Siem Reap ein Paket mit den Winterklamotten, einigen Souvenirs und Sachen, die wir nicht wirklich brauchten, auf dem Postamt auf. Zwar hätten wir die Sachen auch bereits am Ende unserer Chinareise nach Deutschland schicken können, doch China macht es Ausländern nicht gerade einfach, das dortige Postwesen zu nutzen, wie wir erfahren durften. Um zum Beispiel ein Paket von Shanghai aus zu verschicken, braucht man viel Geduld, am besten Chinesisch-Kenntnisse und man sollte darauf gefasst sein, dass man vor den Augen der Beamten (und aller anderer Zuschauer) auf dem Boden in der Post seine Sachen verpacken und verzollen muss.

Mindestens einmal Probe packen

Grundsätzlich ist unsere Empfehlung, vor der Abreise (mindestens) einmal Probe zu packen. Ein hilfreicher Tipp, den wir so zwar nicht befolgt, aber beim Planen zumindest immer im Hinterkopf hatten: Mit dem gepackten Rucksack, so wie man gedenkt ihn mitzunehmen, mit Bus, Bahn oder sonstigen öffentlichen Verkehrsmitteln zum Supermarkt fahren, damit einkaufen und auf dieselbe Weise wieder nach Hause fahren. Dann merkt man ganz schnell, ob man auch unterwegs mit dem vollbepackten Rucksack zurechtkommt, oder ob man sein Gepäck vor der Abreise doch noch mal reduzieren sollte. Außerdem sollte man bedenken, dass man oftmals noch einen kleineren Tagesrucksack mit dabei hat, der zusätzliches Gewicht bedeutet.

Eine übersichtliche Packliste für warme Gebiete findet Ihr zum Beispiel bei Planet Backpack. Sehr hilfreich, da mit Erfahrungsberichten, ist auch die Liste von Weitreise.de. Wer wirklich des letzte Quäntchen aus seinem Rucksack verbannen möchte, für den gibt es hier ein paar Packtipps von den Ultraleicht-Backpackern – denn wer braucht schon eine ganze Zahnbürste?

Um das Gewicht besser einzuschätzen, hatten wir uns eine Gepäckwaage besorgt. Allerdings sollte man sich nicht täuschen lassen, denn bei über 30 Grad im Schatten sind selbst „nur“ 15 Kilo auf dem Rücken ganz schön schwer. Falls man doch ans Gepäcklimit kommt, was den Transport im Flugzeug betrifft – besonders bei der Heimreise, so findet man in vielen Hostels oder Hotels eine Waage. Was dann zu viel ist, kann evtl. ins Handgepäck oder per Post nach Hause geschickt werden.

Aufteilen statt doppelt schleppen

Der Vorteil, wenn man wie wir zu zweit unterwegs ist: Man kann einige Sachen prima untereinander aufteilen. So hatten wir zum Beispiel die Reiseapotheke auf beide Rucksäcke verteilt. Falls also ein Rucksack abhanden kommt oder total durchnässt, hätte man noch immer eine Grundausstattung der Reiseapotheke zur Hand. Auch muss man nicht alles doppelt mitschleppen, wie zum Beispiel Sonnencreme oder Mückenschutz. Besser untereinander aufteilen.

Hier nun also unsere ultimative Gepäckliste mit Dingen, die wir für unsere Weltreise beide im Rucksack hatten, sowie ein paar Tipps:

Packliste sie & er

Artikel
Kommentar
Rein
Raus
ReisepassWichtigstes Dokument überhauptx
VisaDie, die man im Voraus besorgen kann, sollte man sich schon zu Hause besorgen, manchmal ist es jedoch einfacher - sofern möglich - wenn man das Visum direkt vor Ort besorgtx
PersonalausweisAls Backupx
VersicherungskartenMit allen wichtigen Telefonnumern drauf, am besten auch auf Englisch in den Geldbeutelx
Notfallnummern und -kontakteVon der Familie, Vermieter, Bank, Versicherung, Botschaft, Karten- & Handysperrungx
Kopien von allen wichtigen DokumentenAm besten auch einscannen und an sich und die Kontaktperson zu Hause per E-Mail schickenx
Handy/SmartphonePIN und Puk notieren; Smartphones kann man gut als Navi-Ersatz verwendenx
MP3-PlayerMit Hörbüchern & Lieblingsmusik befüllenx
Bestätigung Flugbuchungenx
PassbilderAm besten mit weißen Hintergrund; Achtung: für manche Länder benötigt man biometrische Bilder oder ein spezielles Formatx
Führerschein deutschKam nicht zum Einsatz, aber auch als Notfalldokument verwendbarx
NotizbuchOld School, aber vielfältig einsetzbarx
KabelschlossWenn man die Rucksäcke mal irgendwo abstellt oder als Fahrradschloss verwendbarx
Kofferschlossx
TagesrucksackPraktisch für 1-2-Tagestouren, im Flieger, im Bus etc.x
Rucksack-RegenhülleBei Regen und zum Transport in Bussen, Zügen, Flugzeugen, etc.x
Notfall-RegenponchoKam nie zum Einsatzx
GeldbeutelLieber klein mit zwei Fächern für unterschiedliche Währungen oder um kleine & große Scheine von einander zu trennenx
GeldgürtelZwei Fliegen mit einer Klappe schlagenx
GeldkatzeAls Backup und für die Aufbewahrung von Reisepass & Co.x
US-DollarNotfallration im Gepäck versteckenx
Neuseeländische Dollar (Geschenk)Praktisch, wenn man Jetlag-geplagt am Flughafen landet; ansonsten direkt am Flughafen am Automaten Geld abhebenx
EC-KartenAm besten mehr als eine mitnehmen und sich unbedingt die PIN merken oder an einem sicheren Ort verwahrenx
KreditkartenAm besten mehr als eine mitnehmen und sich unbedingt die PIN merken oder an einem sicheren Ort verwahrenx
Wendekissen-PacksackPraktisch als Kissen zu verwenden, aber nicht unbedingt notwendig, wenn man stattdessen ein Tuch, einen Schal oder ein Reise-Nackenhörnchen benutztx
Wasserfeste PacksäckeBringen Übersicht in den Rucksack; sind außerdem praktisch für eine Kayak-Tourx
DigitalkameraFür alle, die Freude an eigenen Fotos haben, unverzichtbar. Wunderbares Spielzeug, mit mit kleinen & großen Einheimischen in Kontakt zu kommenx
SpeicherkartenGute Qualität zahlt sich aus, je nach Klimazone gibt es unterschiedliche Kartentypen. Immer ein paar als Reserve mitnehmen oder z.B. in Hongkong oder Bangkok kaufen.x
PapiertaschentücherSo gute Qualität wie in Deutschland gibt es nur selten, wenn es Papiertaschentücher im 10er-Pack überhaupt zu kaufen gibtx
Lade- & VerbindungskabelSollten zu den Geräten passen, praktisch, wenn ein Kabel/Stecker bei mehreren Geräten passtx
ReisewaschmittelKlassikerx
ReiseapothekeVorab bzgl. Inhalt beraten lassen und auf alle Reiseteilnehmer aufteilen, falls ein Rucksack abhanden kommtx
ReiseadapterAm besten so kompakt wie möglich, darauf achten, dass der Adapter auch tatsächlich die Länder abdeckt, die man bereistx
MützeHält warm bei Regen & Schneex
KappeSchützt vor Sonnenbrand und bei leichtem Nieselregenx
HandschuheHält warm bei Regen & Schneex
Halskrause/HalstuchVielseitig einsetzbar in Bus, Zug, Flieger, Tempel, Staub & Gestankx
Leichte TrekkingschuheJe nach Tour müssen es nicht die derbsten Botten sein; die leichten Trekkingschuhe waren für unsere Touren genau das richtigex
SockenDünne & ein Paar dickex
TrekkingsockenJe nach Tourx
UnterwäscheNicht die teure Spitzenwäsche, sondern pflegeleichtx
RegenjackeTheoretisch hätte auch die Dreifachjacke gereicht, die Regenjacke war jedoch leichter und platzsparenden für Tagestourenx
Abzipbare TrekkinghoseLange & kurze Hosen in einemx
Longsleevesx
Fleeze-Jackex
Lange UnterhoseMacht sich in der Südsee ziemlich dämlich im Rucksack, kam in Neuseeland & China aber auf jeden Fall zum Einsatz; von Kambodscha aus nach Hause geschicktx
Kurze Hosex
T-ShirtsBraucht man, allerdings nicht so viele, wie wir anfangs mit dabei hattenx
KulturtascheWichtig: zum Aufhängen; praktisch: mit Spiegelx
Schnelltrocknende ReisehandtücherPraktisch, nehmen wenig Platz weg, brauchen aber relativ schnell eine ordentliche Wäschex
Sonnenbrillex
Sport-SonnenbrilleMan kommt auch mit einer Sonnenbrille aus; wer in ärmeren Ländern jemanden eine Freude machen möchte, verschenkt einex
Feuchte TücherSehr praktisch, wenn kein (sauberes) Wasser in der Nähe istx
Desinfektionsmittel und -tücher1. Hilfe mit großer Wirkungx
HörbücherPerfekt für lange Überlandfahrten oder Flugreisen; unterschiedliche Hörbücher untereinander aufteilen; Abos sorgen unterwegs für Nachschub (Achtung: Hörbücher können nicht in allen Ländern herunter geladen werden)x
StirnlampeÄußerst praktisch bei Stromausfallx
Uhr batteriebetriebenFalls der Handy-Akku alle ist; kann auch als Kompass verwendet werden, wenn man weiß wiex
Sommer-SchlafsackFür warme Gefilde tut es auch ein Seidenschlafsack oder großes Tuchx
VisitenkartenHaben nur wenige benötigtx
KugelschreiberKann man auch gut verschenkenx
Wasserdichte Dokumentenmappex
T-Shirt von Yvanshirt mit Blog-Logo (Geschenk)x
Spieluhr (Geschenk)Sollte man am Flughafen nicht im Handgepäck habenx

Was war während unserer Auszeit sonst noch mit dabei hatten, erfahrt Ihr demnächst hier.

München: Endlich wieder zu Hause

Nach sechs Monaten Auszeit legen wir schließlich unseren letzten Flug von Bangkok nach München zurück. Bei unserer Zwischenlandung in Moskau sind wir trotz des offensichtlich noch andauernden Winters guten Mutes. Allerdings haben sich schon die ersten Sorgenfalten eingeschlichen…

flughafen_moskau

Was für eine schöne Überraschung! Trotz miesen Wetters und der späten Stunde am Sonntag Abend, empfangen uns ein paar Freunde am Flughafen München.

empfangskomitee

Zweifelsohne unsere Limousine!

abholservice

Was für ein Empfang! Völlig ausgehungert stürzen wir uns auf das verführerisch leckere Brotzeitbrettl und stoßen mit echtem bayerischen Bier auf unsere Rückkehr an.

brotzeitbrettl

Tausend Dank, wir haben uns wirklich unglaublich gefreut!!!

Erholsamer Strandurlaub in Thailand? Weit entfernt

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Nach ein paar Tagen Großstadt-, Party- und Shopping-Wahnsinn in Bangkok machen wir uns mit dem Flieger auf den Weg Richtung Süden zur Insel Koh Lanta. Für die ersten Tage quartieren wir uns im “Lanta Nice Beach Resort” ein, eine eher funktionale Unterkunft am Strand von Klong Nin, bei dem Preis und Leistung immerhin in einem akzeptablen Verhältnis stehen. Der Preis von gut 30€ entspricht dem Niveau der Hochsaison, allerdings ist es am Strand trotzdem relativ ruhig. 1-2km Sandstrand, blau-türkisgrünes Meer, ein paar Restaurants und Bars, sonnenverbrannte Europäer, Lounge-Musik und Feuershows, alles so, wie man es von einem Strandurlaub in Thailand erwarten würde. Nur die vielen Muslima, die trotz 34 Grad Hitze in langen Hosen und mit Kopftuch bedeckt in den Resorts als Servicekräfte arbeiten, passen nicht ganz ins Bild.

Wir versuchen uns in die allgemeine Urlaubsatmosphäre einzugliedern und uns zu entspannen, was uns jedoch nicht so einfach gelingt. Zum einen sitzt uns das Ende unserer Auszeit und was wir bis dahin noch erledigen müssen etwas im Nacken. Zum anderen haben wir in den vergangenen Monaten viele beeindruckende Orte bereist und im Vergleich dazu kann Thailand leider nicht mithalten. Vor allem an unsere traumhafte Zeit auf Samoa und Barefoot Island auf Fiji kommt Koh Lanta einfach nicht heran.

08/15 und der tägliche Kampf um Liegeplätze

Außerdem kennen wir die Preise und was man dafür an Service, Leistung, Unterkunft und Essen bekommen kann aus den anderen südasiatischen Nachbarländern, und auch hier schneidet Koh Lanta leider in jeder Hinsicht schlecht ab. Wir versuchen die Zeit trotzdem zu genießen und nicht an das Geld zu denken, das wir dafür ausgeben müssen. Leider kommt Stefanie bereits am zweiten Tag mit den Tentakeln einer Qualle in Kontakt, sodass sogar die Badefreuden deutlich getrübt werden. Auch an die typischen Touristen, denen wir während unserer Auszeit so gut wie gar nicht begegnet sind, müssen wir uns erst gewöhnen. Zu unserem Entsetzen gibt es hier tatsächlich Österreicher [sic!], die pünktlich jeden Morgen ihre angestammten Plätze am Strand mit riesigen Handtüchern belegen, auf denen in unmissverständlichem Weiß auf Rot “RESERVIERT” prangt.

Nach knapp einer Woche siedeln wir auf die Empfehlung eines Freundes hin in das “Relax Bay Resort” über. Uns war zwar bereits bei der Buchung klar, dass der Aufenthalt mit knapp 60€ pro Nacht unser angedachtes Budget deutlich übersteigen würde. Zum Abschluss wollten wir uns jedoch etwas Luxus gönnen und hatten gleich fünf Übernachtungen gebucht.

Relax Bay – viel Ärger für viel Geld

Um es kurz zu machen: Das Geld hätten wir deutlich besser investieren können, denn das “Relax Bay Resort” entpuppt sich als ziemliche Enttäuschung. Beim Betreten unseres “Premier Bungalows” denken wir zunächst beide, wir hätten uns verrochen, aber es stinkt zweifelsohne nach Urin. Als wir uns an der Rezeption beschweren, versucht uns der Rezeptionist einzureden, dass es wohl nach Bambus riechen würde. Als wir darauf bestehen, dass es eher danach riecht, als ob jemand in die Ecke gepinkelt hätte, verspricht er uns widerwillig eine erneute Reinigung. Als wir in den Bungalow zurückkommen riecht es unverändert und wir beschweren uns erneut. Diesmal bekommen wir zu hören, dass wir doch den Toilettendeckel beim Spülen schließen sollten. Das würde helfen.

Reichlich fassungslos bestehen wir darauf, dass das Problem nicht die Toilette sei, sondern der Boden oder etwas anderes im Raum selbst. Ein weiteres Mal wird eine Putzfrau losgeschickt, die nur einen Duschvorleger und eine Spraydose mitnimmt. Was sie damit ausrichten will? Keine Ahnung. Absolut sicher ist jedoch, dass sie nicht in unseren Bungalow geht, wie wir von der Rezeption aus sehen. Als uns mitgeteilt wird, dass nun alles in bester Ordnung sei, fragen wir noch mal nach, ob die Putzfrau auch tatsächlich in der Nummer 6 gewesen sei. Jaja, sicher doch. Wir lassen nicht locker, bis die Dame am Tresen noch mal ihre Kollegin fragt, wo sie denn eben gewesen sei. Offensichtlich im falschen Bungalow, denn die Rezeptionistin entschuldigt sich daraufhin ausgiebig bei ihrer Kollegin, bis sie gütiger Weise schließlich auch uns gegenüber zugibt, dass sie da wohl etwas verwechselt hat. In diesem Stil geht es leider auch mit einer defekten Lampe weiter und wir sind an den beiden ersten Tagen quasi Dauergast an der Rezeption.

Enttäuschung statt Erholung

Wir haben in den vergangenen sechs Monaten zum Teil in wirklich einfachen Unterkünften gehaust, wo man so etwas wie “Service” und “Dienstleistung” nur im Ansatz erwarten konnte. Was durchaus ok ist, da der Tourismus vor Ort noch nicht so weit entwickelt ist, wir als Backpacker unterwegs waren und auch entsprechend wenig Geld dafür bezahlt haben. Auf eine Herberge wie das “Relax Bay Resort” trifft jedoch kein einziger dieser Punkte zu, sodass wir am liebsten unsere Sachen gepackt und abgereist wären. Da wir jedoch leider bereits im Voraus über einen Online-Anbieter gebucht und bezahlt hatten, bleiben wir. Wir versuchen das beste daraus zu machen und quartieren uns für die letzte Nacht, für die wir noch nichts gebucht haben, ein paar Meter weiter für weniger als ein Sechstel des Übernachtungspreises in einer einfachen Bambushütte bei den “Andaman Bay Bungalows” ein.

(Zu den “Andaman Bay Bungalows” findet sich nur ein einziger Eintrag im Internet, in dem berichtet wird, dass im Februar 2013 ein Tourist ausgeraubt wurde und der Betreiber das Geld lieber in bar zurückerstattete, als zuzulassen, dass die Polizei hinzugezogen wird. In weiteren Kommentaren wird behauptet, dass dies bereits schon einmal vorgekommen sei. Außerdem wird in den Kommentaren spekuliert, dass 1) die Diebe die Betreiber selbst waren oder 2) die Betreiber wohl kein “tea money” – sprich Schmiergeld – bezahlen und deshalb nichts mit der Polizei zu tun haben wollen. Willkommen im weit entwickelten Urlaubsparadies Thailand!)

Touristen sind zum Ausnehmen da

Leider scheinen im sogenannten Urlaubsparadies auf der Insel Koh Lanta die Geschäftemacher nicht auf einzelne Touristen angewiesen zu sein. Stattdessen können sie wohl einfach darauf vertrauen, dass es vor Ort sowieso genügend Touristen gibt und sich früher oder später irgendwer trotzdem in ihre Lokalität verirren und Geld da lassen wird. Als wir zum Beispiel während der Happy Hour in der “Jah-Bar” in der Relax Bay ein paar Cocktails schlürfen, berechnet der Barkeeper ohne mit der Wimper zu zucken 10 Baht mehr pro Cocktail, als auf dem Schild direkt über der Bar ausgewiesen ist. Da wir dort einen schönen Sonnenuntergang genießen konnten, ärgern wir uns nicht weiter, geben dafür aber eben kein Trinkgeld.

Als wir am nächsten Abend es wagen, in der gleichen Bar wieder zur Happy Hour zwei Cocktails zu bestellen, schnauzt der Barmann uns an, ob wir nicht etwas einfaches wie ein Bier bestellen könnten. Cocktails seien so aufwändig. Wir sind die einzigen Gäste weit und breit und ziemlich sprachlos. Allerdings hatte uns am Tag zuvor der Kneipen-Nachbar bereits versucht, zwei Bananen zu einem schlichtweg unverschämten Preis zu verkaufen. Als wir fragten, ob das sein Ernst sei, halbierte er den Preis einfach.

Mund halten und bezahlen

Etwas später bestellen wir unser Abendessen bei “Baan Country Lao”, ein halbes Huhn vom Grill, einen Glasnudelsalat, einen Bananen-Shake und einen frischen Mangosaft. Das Huhn kommt relativ zügig und schmeckt gut, doch weder von den Getränken noch vom Glasnudelsalat ist etwas zu sehen. Irgendwann kommen dann die Getränke, Kai hat sein Huhn mittlerweile aufgegessen, doch der Salat bleibt noch weitere 15 Minuten unauffindbar, bis er endlich ohne Entschuldigung auf dem Tisch landet – dafür mit einem fetten Insekt unter der ersten Tomatenscheibe versteckt. Als Stefanie zur Bedienung meint, dass es schön wäre, wenn das Essen gleichzeitig und ohne Ungeziefer serviert werden würde, ernten wir nur ein verständnisloses “Sorry” mit Schulterzucken.

Um dem enttäuschenden Abendessen noch eins draufzusetzen, stellen wir auf dem Heimweg fest, dass Kais Tasche angeschmort wurde, als er sie neben dem Tisch abgestellt hatte. Vor lauter Frust führt unser Weg nun direkt in den Supermarkt, wo wir uns mit Schokolade und Cola eindecken, um noch einen Absacker in Form eines Cuba Libre mit Thai-Rum auf unserem Balkon zu trinken. Um dorthin zu gelangen müssen wir in unserem Luxusdomizil nur noch den Schlüssel an der Rezeption abholen, der leider nicht aufzufinden ist. Ob wir den denn überhaupt abgegeben hätten? Durchaus. Er liegt unangetastet wie zwei Stunden vorher für jedermann zugänglich in der “Key-Drop-Kokosnusshälfte” direkt vor der Nase der Mitarbeiterin. So viel zum Thema Sicherheit, das vom “Relax Bay Resort” nach eigenen Aussagen ganz groß geschrieben wird.

Beim nächsten Mal ohne uns

Für uns steht jedenfalls fest, dass wir aufgrund unserer insgesamt enttäuschenden Erfahrung in diesem Etablissement sicher nie wieder absteigen werden. (Während ich diesen Text abends in der Hängematte auf dem Balkon sitzend schreibe, jagt mir zu guter Letzt noch eine verirrte Fledermaus, die fast gegen meinen Kopf flattert, einen Riesenschreck ein. Was für Überraschungen hält dieser Abend denn noch für uns bereit???)

Irgendwie hatten wir uns den Abschluss unserer Auszeit weniger stressig und deutlich erholsamer vorgestellt. Zumindest konnten wir uns nicht vorstellen, dass der Ärger bereits morgens vor dem Frühstück beginnen würde, wenn man sich gegen Handtuch und Badehose werfende Rentner zur Wehr setzen muss, um noch einen der raren Schattenplätze am Strand zu ergattern. Die Relax Bay hält leider ganz und gar nicht, was Name und Webseite versprechen. Trotz der ganzen Enttäuschungen versuchen wir natürlich, noch das Beste aus unserer Zeit in Thailand zu machen. Allerdings steht für uns fest, dass wir in absehbarer Zeit hier sicher nicht mehr Urlaub machen werden.

Kleiner Nachtrag: Zwei Tage später geben wir dem “Baan Country Lao” noch eine Chance. Um es so einfach wie möglich zu machen, bestellen wir zwei Mal Huhn vom Grill. Das erste Huhn kommt innerhalb von zehn Minuten, allerdings mit der falschen Beilage. Und das zweite Huhn? Das kann noch dauern…

Myanmar: Yangon, die eigentliche Hauptstadt

Yangon: Das Nationalheiligtum Myanmars - die Shwedagon-Pagode.
Yangon: Ob Istanbul, Tunis oder Yangon. Solche Häuser haben irgendwie Charme und strahlen etwas Lebendiges aus.

Yangon: Ob Istanbul, Tunis oder Yangon – solche Häuser haben irgendwie Charme und strahlen etwas Lebendiges aus.

 

Yangon: Unter der Fußgängerbrücke an der Kreuzung Maha Bandula Road und Shwedagon Pagoda Road gibt es mit Abstand das beste Straßen-Curry mit klein geschnippelten Samosas das wir kennen. Wir sind Stammgäste und bekommen den besten Platz - den mit der Krepprolle und dem schützenden Betonpfeiler.

Yangon: Unter der Fußgängerbrücke an der Kreuzung Maha Bandula Road und Shwedagon Pagoda Road gibt es mit Abstand das beste Straßen-Curry, das wir kennen – inklusive klein geschnippelter Samosas. Wir sind Stammgäste und bekommen den besten Platz – den mit der Krepprolle und dem schützenden Betonpfeiler.

 

Yangon: Selbst in den kleinsten Dörfern Myanmars findet man bestimmt ein paar Zuckerrohr-Pressen. Der Saft schmeckt frisch ganz ausgezeichnet, auch ohne dass er eine Destille durchlaufen hat und später als Rum auf den Tisch kommt.

Yangon: Selbst in den kleinsten Dörfern Myanmars findet man ein paar Zuckerrohr-Pressen. Der Saft schmeckt frisch ganz ausgezeichnet, auch ohne dass er eine Destille durchlaufen hat und später als Rum auf den Tisch kommt.

 

Yangon: Da wird kurzer Hand Muttern's Wohnzimmertisch zur Restaurant-Einrichtung. Hier kommt nichts weg.

Yangon: Da wird kurzer Hand Mutterns Wohnzimmertisch zur Restaurant-Einrichtung. Hier kommt nichts weg.

 

Yangon: Es würde uns nicht wurden, wenn der Besitzer auf Anfrage eine Kuckucksuhr hinterm Ladentisch hervor zaubert.

Yangon: Es würde uns nicht wurden, wenn der Besitzer auf Anfrage eine Kuckucksuhr hinterm Ladentisch hervor zaubert.

 

Yangon: Die Burmesen lieben Vögel und schaffen ihnen mitten in der Großstadt kleine und nett anzuschauende Domizile.

Yangon: Die Burmesen lieben Vögel und schaffen ihnen mitten in der Großstadt kleine und nett anzuschauende Domizile.

 

Yangon: Qualität setzt sich halt überall auf der Welt durch - auch in Myanmar.

Yangon: Qualität setzt sich halt überall auf der Welt durch – auch in Myanmar.

 

Yangon: Ein eisgekühltes Getränk auf burmesische Art. Angesichts der ungewissen Eisherkunft für Touristen eher nicht zu empfehlen, aber schön erfrischend sieht es aus.

Yangon: Ein eisgekühltes Getränk auf burmesische Art. Angesichts der ungewissen Herkunft des Eises für Touristen eher nicht zu empfehlen, aber schön erfrischend sieht es aus.

 

Yangon: Dieser farbenfrohe Hindu-Tempel steht in der Nähe des alten Marktes.

Yangon: Dieser farbenfrohe Hindu-Tempel steht in der Nähe des alten Marktes.

 

Yangon: Überall in der Stadt findet man Teehäuser und die dazugehörige Bestuhlung auf der Straße. Der Tee auf dem Tisch ist immer gratis, alles andere muss mit ein paar Kyat beglichen werden.

Yangon: Überall in der Stadt findet man Teehäuser und die dazugehörige Bestuhlung auf der Straße. Der Tee auf dem Tisch ist immer gratis, alles andere muss mit ein paar Kyat beglichen werden.

 

Yangon: Das Nationalheiligtum Myanmars - die Shwedagon-Pagode.

Yangon: Das Nationalheiligtum Myanmars – die Shwedagon-Pagode.

 

Yangon: Stell Dir vor Du wachst eines morgens auf und Deine Zehnägel sind Rosa lackiert worden...von der Armstellung mal ganz abgesehen.

Yangon: Stell Dir vor, Du wachst eines morgens auf und Deine Zehennägel sind rosa lackiert worden…von der Armstellung mal ganz abgesehen.

 

Yangon: Ein tanzender Wächter an der Swedagon-Pagode.

Yangon: Ein tanzender Wächter an der Swedagon-Pagode.

 

Yangon: In einer kleinen Seitenstraße unterhalb der Shwedagon-Pagode finden wir tolles kleines Restaurant mit einem leckeren Mutton-Curry und den typischen Gemüseschnippeleien. Warum sieht man eigentlich immer nur das Bier auf den Fotos und nicht die Zitronenlimonade, mit der wir uns ein Radler mixen?

Yangon: In einer kleinen Seitenstraße unterhalb der Shwedagon-Pagode finden wir ein tolles kleines Restaurant mit einem leckeren Mutton-Curry und den typischen Gemüseschnippeleien. Warum sieht man eigentlich immer nur das Bier auf den Fotos und nicht die Zitronenlimonade, mit der wir uns ein Radler mixen?

 

Yangon: Jeder Bewohner eines Hauses hat seine eigene Leine mit einer Klammer vom Balkon herunter runterhängen. Post, Mitteilungen, aber auch die Einkäufe werden so in die Wohnungen herauf gezogen.

Yangon: Jeder Bewohner eines Hauses hat seine eigene Leine mit einer Klammer vom Balkon herunter runterhängen. Post, Mitteilungen, aber auch die Einkäufe werden so in die Wohnungen herauf gezogen.

 

Yangon: Die Fotos von der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und ihrem Vater sind auch hier nicht aus dem Stadtbild wegzudenken.

Yangon: Die Fotos von der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und ihrem Vater sind auch hier nicht aus dem Stadtbild wegzudenken.

 

Yangon: Bei der Hitze wird jede freie Minute genutzt, um sich zum Ausruhen in den Schatten zu begeben. Gerade der Job eines Trishaw-Fahrers ist mehr als anstrengend.

Yangon: Bei der Hitze wird jede freie Minute genutzt, um sich zum Ausruhen in den Schatten zu begeben. Gerade der Job eines Trishaw-Fahrers ist mehr als anstrengend.

 

Yangon: Wer so schlafen kann, ist wirklich müde - oder einfach nur sehr gelenkig.

Yangon: Wer so schlafen kann, ist wirklich müde – oder einfach nur sehr gelenkig.

 

Yangon: In ganz Myanmar kauen die Menschen Betelnuss, wovon sie rote bis schwarz-rote Zähne und ein ebensolches Zahnfleisch bekommen. Um den bittereren Geschmack und die zum Teil giftigen Inhaltsstoffe einigermaßen erträglich zu machen, werden kleine Kau-Säckchen aus Blättern gebunden, in die eine Ladung Kalk und weitere Ingredienzien wie Anis hinein kommen. Einige dieser Stände haben 24 Stunden geöffnet, damit man immer etwas zum Kauen hat.

Yangon: In ganz Myanmar kauen die Menschen Betelnuss, wovon sie rote bis schwarz-rote Zähne und ein ebensolches Zahnfleisch bekommen. Um den bitteren Geschmack und die zum Teil giftigen Inhaltsstoffe einigermaßen erträglich zu machen, werden kleine Kau-Säckchen aus Blättern gebunden, in die eine Ladung Kalk und weitere Ingredienzien wie Anis hinein kommen. Einige dieser Stände haben 24 Stunden geöffnet, damit man immer etwas zum Kauen hat.

 

Yangon: Zum Abschluss nochmal ein Blick auf die Shwedagon Pagode

Yangon: Zum Abschluss nochmal ein Blick auf die Shwedagon Pagode

Myanmar: Zwischen Grenzen, Fischern und Spionen

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Das Städtchen Kalaw hat nicht wirklich viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, sodass wir mit dem Rad die nähere Umgebung erkunden. Wir radeln einfach der Nase nach entlang einer Straße, die aus der Stadt herausführt. Einige Leute, die wir passieren, grüßen freundlich, andere starren uns einfach nur an, was in Myanmar nichts ungewöhnliches ist. Wir radeln an einem Soldaten vorbei, was für uns ebenfalls alltäglich geworden ist. Erst, als sich nur wenige Meter vor uns ein Soldat mit Gewehr in der Hand auf ein Moped schwingt, fragen wir uns, ob wir uns hier überhaupt aufhalten sollten. Im selben Augenblick hören wir auch schon ein paar Männer, die uns unmissverständlich klar machen, dass wir besser umkehren sollten, was wir schleunigst tun.

Ähnlich wie in diesem Fall, stoßen wir während unseres Aufenthalts in Myanmar immer wieder auf Grenzen, an denen er für Touristen nicht weitergeht. Sei es, weil er sich um militärisches Gelände handelt, weil die notwendige Infrastruktur fehlt oder weil es nach wie vor zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen kommt. So hatten wir ursprünglich geplant, die ehemalige Königshauptstadt Mrauk U im Westen Myanmars zu besuchen. Nachdem jedoch sowohl das Auswärtige Amt als auch die lokalen Reiseagenturen von einem Besuch in der noch immer umkämpften Gegend abraten, lassen wir lieber die Finger davon.

Bei eisigen Morgentemperaturen auf dem Inle-See

Auch am touristischen Inle-See kann man sich nicht uneingeschränkt bewegen: Ab einem bestimmten Punkt im Süden des Sees darf man nur noch mit Sondergenehmigung und einem Führer der lokalen Bevölkerungsgruppe, der Pa-O, mit dem Boot weiter. Unser Tagesziel liegt nur wenige Kilometer nördlich dieses Grenzpunktes, sodass wir um sechs Uhr morgens von Nyaungshwe aus mit einem Boot, Fahrer und Guide starten. Bereits vor Sonnenaufgang sind viele Fischer mit ihren kleinen Booten auf dem See und holen ihre Netze ein. Dabei balancieren sie geschickt auf einem Bein und rudern mit dem anderen, um beide Hände für das Netz und ihre Beute freizuhaben.

Auf unserer Fahrt passieren wir einige Dörfer, die auf Stelzen mitten aus dem See ragen oder sich entlang des Ufers schlängeln. Nicht umsonst spricht die Reisebranche vom “Venedig des Ostens”. Langsam geht die Sonne über den Bergen auf und taucht die ganze Szene in ein orange-rotes Licht, was uns einen der schönsten Sonnenaufgänge während unserer gesamten Auszeit beschert. Nur leider ist es trotz Decke und langer Klamotten dermaßen kalt, dass uns die Finger fast an die Kameras frieren.

Abseits der Touristenpfade am Inle-See

Mit steifen Beinen verlassen wir nach 2,5 h Fahrt das Boot, um den Markt bei einem Dorf kurz vor dem Checkpoint zu besuchen. Außer uns hat sich nur noch ein einziger Tourist hierher verirrt und wir sind definitiv das Exotischste, was auf dem Markt neben Lebensmitteln, Haushaltswaren, Kleidung, CDs und Kühen zu sehen ist. Viele Frauen sind in ihrer traditionellen Tracht unterwegs und bieten ihre Waren feil. Ein paar Meter neben dem Markt findet ein Hahnenkampf statt. Die Männer zocken und einige von ihnen sind bereits um 9 h betrunken. Unser Führer Mr. Maung erklärt uns, dass der Marktbesuch so etwas wie Wochenende, Heiratsmarkt und Versorgungsstützpunkt in einem ist. Viele Bewohner der abgelegenen Dörfer sind bis zu 2,5 h mit dem Boot oder Wasserbüffelkarren unterwegs, um alle fünf Tage am Marktgeschehen teilhaben zu können. Mittlerweile sei es sogar recht sicher, betont er. Früher hätten betrunkene Pa-O-Soldaten des Öfteren angefangen mit ihren Gewehren herumzuballern.

Im Laufe des Tages steigt das Thermometer auf über 40 Grad und wir schippern langsam wieder zurück Richtung Norden zu weiteren entlegenen schwimmenden Dörfern, einer Weberei und Cherooth-Fabrik, in der die beliebten grünen burmesischen Zigarren per Hand gedreht werden. Erst seit Kurzem sind ein paar Dörfer an das Stromnetz angeschlossen. Eine teure Angelegenheit, denn die Bewohner müssen die Strommasten, die über den See zum Dorf führen, aus eigener Tasche finanzieren. In vielen Dörfern gibt es keine oder nur eine Grundschule, sodass viele Familien ohne Bildung und in Armut irgendwie über die Runden kommen müssen. Die Ausbildung an Land ist teuer, entsprechend wenige können lesen und schreiben oder haben einen Job, von dem sie gut leben können.

Unterstützung für bedürftige Familien gesucht

Zerrüttete Familien mit vielen Kindern sind keine Seltenheit, wie uns Mr. Maung erklärt, als wir bei so einer Familie vorbeischauen. Wir kommen uns wieder einmal wie Eindringlinge vor, trotzdem versorgt uns die Familie gastfreundlich mit Tee und etwas Gebäck. In der windschiefen Ein-Zimmer-Hütte auf Stelzen leben zehn Menschen: Nachdem die Ehen beider Töchter gescheitert sind, sind sie mit ihren insgesamt sechs Kindern wieder bei ihren Eltern eingezogen. Die älteste Enkelin mache gerade ihren Abschluss an der Highschool am Festland. Um ihren Aufenthalt und ihre Ausbildung zu finanzieren, unterstützt Mr. Maung die Familie, erzählt er uns. Er ist tiefgläubiger Buddhist und versucht Sponsoren für einzelne Familien bzw. ganze Dörfer zu finden. Deshalb mache er auch noch mit 61 den Job als unabhängiger Tourguide, um weiterhin Kontakt zu Individualtouristen zu bekommen. Viele Guides hätten mittlerweile Exklusivverträge mit den großen Hotels und würden hauptsächlich Gruppenreisenden das Standardprogramm zeigen, doch er bleibe lieber weiterhin sein eigener Herr.

Selbstverständlich darf auf unserer Bootstour auch die Besichtigung einiger Insel-Pagoden und -Klöster nicht fehlen. Als wir am späten Nachmittag noch durch die berühmten schwimmenden Gärten fahren, sind wir bereits ziemlich erledigt, während Mr. Maung eigentlich noch weiteres Programm für uns hätte, was wir dankend ablehnen. Wir geben ihm eine kleine Spende für die Familie, die wir besucht haben, sind uns jedoch nicht ganz sicher, ob die Einkäufe davon auch tatsächlich bei der Familie ankommen werden. Wir hoffen es zumindest.

Radtour mit unerwünschter Begleitung

Am nächsten Tag mieten wir uns zwei Räder und erkunden das Ostufer des Sees. Nach wenigen Kilometern stehen wir bereits am Eingangstor der “Red Mountain Winery“, die wir jedoch erst gegen Ende unserer Radtour besuchen möchten. Als wir bereits im Begriff sind umzudrehen, steht plötzlich eine Frau auf, salutiert vor ihrem Kollegen am Eingang und schwingt sich ebenfalls aufs Rad. Uns kommt das irgendwie bekannt vor: Bereits in den Zügen der Myanmar Railway hatten wir immer einen Aufpasser dabei. Die anderen Fahrgäste mussten sich so lange umsetzen, bis uns schräg gegenüber immer ein Schaffner und/oder Polizist saß. Mit der Dame verhält es sich ähnlich, ab sofort radelt sie mit etwas Abstand hinter uns her. Als wir kurz anhalten, da Kai hilft, einen liegengebliebenen LKW anzuschieben, wartet sie so lange, bis wir weiterfahren und folgt uns in geringem Abstand.

Ein paar Kilometer weiter halten wir nochmals an, um auf die Karte zu schauen und um herauszufinden, ob unsere Verfolgerin uns noch immer auf den Fersen ist. Sie radelt an uns vorbei, kommt aber wenige Minuten später wieder zurück, als wir nicht weiter fahren, und wartet dann in einiger Entfernung ab, was wir als nächstes tun werden. Wir machen ein paar Witze über den “Escort-Service”, wobei uns eigentlich nicht zu lachen zu Mute ist, fahren dann aber trotzdem weiter. Ab da folgt uns die Dame zwar nicht mehr, wir haben aber trotzdem das Gefühl, dass uns weiterhin jemand beobachtet.

Nachdem wir bei sengender Hitze endlich den Rückweg antreten, führt unser Weg direkt in die “Red Mountain Winery”, von wo wir einen tollen Blick auf das Tal, den Inle-See und den Sonnenuntergang genießen. Wir kosten vier hauseigene Weine und sind vom Sauvignon Blanc und der Aussicht schlichtweg begeistert, sodass wir abends glücklich aber müde in unser Bett fallen.

Begegnung der politischen Art

Da wir keine Lust haben, über 20 h im Bus zu verbringen, leisten wir uns einen Flug vom Inle-See nach Yangon. Am Flughafen befinden sich fast ausschließlich Touristen (Gruppen, älteres Semester) und ein paar lokale Größen, die in Militärbegleitung in schwarzen Wagen quasi bis an den Check-in-Schalter vorgefahren werden.

In Yangon bleiben wir nur eine Nacht, um am nächsten Morgen den Bus Richtung Süden zu nehmen. Als wir abends bei unserem Guesthouse in Yangon um die Ecke essen, sitzen am Nebentisch zwei junge einheimische Typen, die bereits einige Biere gezischt haben. Plötzlich spricht uns einer der beiden auf Englisch an und bietet uns einen echt burmesischen Biersnack an. Die gerösteten Heuschrecken und Hundertjährigen Eier können wir natürlich nicht ausschlagen und schon geht’s zur Sache: Wie wir Myanmar finden, was wir von der Oppositionsvertreterin Aung San Suu Kyi und dem Staatspräsidenten Thein Sein halten, will der etwas jünger wirkende wissen. Wir antworten so zurückhaltend und diplomatisch wie möglich, aber er lässt nicht locker und macht keinen Hehl aus seiner Meinung über die derzeitige Regierung und die prekäre Situation der Bevölkerung in Myanmar.

Zwischen Militär und Oppositionellem

Ein weiteres Bier später rücken die beiden dann mit der Sprache raus: Sie kennen sich vom Studium und waren zusammen als Ingenieure beim Militär beschäftigt. Während der eine dort Karriere gemacht hat – stolz präsentiert er sein Handy und iPad und erzählt von seinen Auslandsreisen – verdient sein regierungskritischer Freund inzwischen als Seeman seinen Lebensunterhalt. Die beiden haben sich seit vier Jahren nicht mehr gesehen und ihre Leben haben sich in der Zwischenzeit wohl äußerst unterschiedlich entwickelt.

Der Militär zeigt Kai auf seinem iPad ganz cool Fotos von seiner Freundin und überblättert die Bilder, auf denen Tote im Straßengraben zu sehen sind, etwas zu langsam, um sie zu übersehen. Mit zunehmendem Alkoholkonsum wird der andere dagegen immer depressiver und kennt jetzt keine Zurückhaltung mehr: Das Militär würde noch immer zu viele Menschen töten, auch sein Freund sei ein Mörder und er selbst sowieso. Auf die Vermutung hin, dass er wahrscheinlich auf Befehl gehandelt habe, meint er ganz klipp und klar: Nein, er habe im Suff einen 16-jährigen erschlagen. Als Stefanie vorsichtig fragt, was dann passiert sei, meint er “Nichts. Mein Vater ist ein bekannter Offizier. Der hat das geregelt”.

Spätestens jetzt ist es Zeit für uns zu gehen, doch der Militär beharrt darauf, dass wir ihm unsere Namen nennen, damit er sich mit uns auf Facebook befreunden kann. Außerdem erwähnt er mindestens zehn Mal, dass wir ihn anrufen sollen, falls wir Probleme bekämen. Als sein Freund auf die Toilette schwankt um sich zu übergeben, nutzen wir die Gelegenheit und kommen endlich los. Wir sind heilfroh, als wir in unserem Guesthouse ankommen, schlafen schlecht und nehmen am nächsten Morgen sofort unseren nicht ganz unkritischen Blogeintrag über Myanmar offline. Wahrscheinlich interessiert sich das Militär nicht für uns, wir aber wollen sicher gehen, dass wir die restliche Woche unbehelligt in Myanmar verbringen und das Land auch problemlos wieder verlassen können.

Touristen als Sehenswürdigkeit

Unser nächster Stopp führt uns in die Küstenstadt Mawlamyine, die Hauptstadt des Mon-Staates, in der viele Muslime leben. So weit in den Süden wagen sich nur wenige Touristen, zumindest bekommen wir so gut wie keine zu Gesicht und die Einheimischen starren uns freundlich und fragend an, als ob wir Außerirdische wären. Als eine Schulklasse älteren Jahrgangs eine Pagode besichtigt, interessiert sich plötzlich keiner mehr für den eigentlich Zweck des Ausflugs. Nachdem ein Schüler den Mut aufgebracht hat, uns um ein Foto zusammen mit seiner Klassenkameradin zu bitten, möchten plötzlich so gut wie alle ein Foto mit uns haben, inklusive der Lehrerin.

In der Stadt gibt es nur wenige Unterkünfte, die Ausländer beherbergen, und noch weniger Restaurants, die eine Speisekarte mit meist skurrilen englischen Übersetzungen oder Fotos besitzen. Wir setzen uns auf gut Glück in eine kleine Teebude und bekommen superleckere Dal-Suppe mit frischem Naan-Brot, Tee und Kaffe serviert. Der Besitzer spricht sogar ein paar Brocken Englisch und “Bayern München” kennt er sowieso. Bevor wir gehen, möchte er unbedingt noch mit Kais Sonnenbrille fotografiert werden. Einen Gefallen, den wir ihm sehr gerne tun.

Letzter Stopp im Kayin-Staat

Zum Abschluss unserer Reise legen wir noch einen Stopp in Hpa-An ein, der Hauptstadt des Kayin-Staates im Südosten Myanmars. Um dorthin zu gelangen fahren wir mit dem Boot den Fluss entlang, vorbei an kleinen Dörfern, einsamen Stränden und einzelnen Karsthügeln, die von Palmen umgeben sind.

Während man vielerorts als Ausländer kein Moped ausleihen kann, so darf man sich rund um Hpa-An auf einem motorisierten Zweirad frei bewegen, sofern man sich im Umkreis von 25 km aufhält. Unser Ausflug führt zum Pilgerberg Zwe Kabin (auch Zwegapin, Zwe Ka Gin, Zwe Ga Pin, Zwe Ka Bin, etc. genannt), auf dessen Gipfel sich ein Kloster befindet und für dessen Aufstieg zwei Stunden angesetzt sind. Es sind mal wieder über 40 Grad, als wir uns in 1,5 h in der prallen Sonne unzählige Stufen hoch schleppen. Wem das zu einfach ist oder etwas Gutes im buddhistischen Sinne tun möchte, der kann zusätzlich ein paar mit Sand gefüllte Säckchen zum Kloster hochtragen, wovon wir absehen. Nach einer kurzen Verschnaufpause am Gipfel, wo man sich gegen noch mehr Hitze und wütende Affen schützen sollte, beginnen wir mit dem Abstieg, der es in sich hat. Noch steiler als beim Aufstieg geht es über endlose Steinstufen hinab. Rechts und links des Weges liegen unzählige kaputte Flipflops, die den Strapazen des Abstiegs offensichtlich nicht gewachsen waren.

Tod auf der Straße

Zum Glück können wir unseren Muskelkater auf der mehrstündigen Busfahrt nach Yangon auskurieren, wo wir unseren letzten Tag in Myanmar verbringen. Weitaus versöhnlicher gestimmt als noch zu Beginn unseres Aufenthalts, treten wir frühmorgens die Fahrt zum Flughafen an. Kurz vor dem Flughafen drosselt unser Fahrer plötzlich das Tempo. Einige Menschen stehen auf und entlang der Straße. Der Fahrer murmelt immer wieder ein paar Worte, die wir schließlich als “accident” und “dying” interpretieren. Und dann sehen wir auch, was er damit meint: Ein kleiner LKW steht schräg auf der Straße, zwischen den Schaulustigen fällt unser Blick auf einen schrecklich verstümmelten, blutverschmierten Toten auf der Straße. Im Vorbeifahren sehen wir den Polizisten, der gelangweilt daneben steht und zuschaut, wie ein großer schwarzer Vogel seine Klauen ausfährt, um sich ein riesiges, blutiges Stück Fleisch des Toten, das ein paar Meter vor dem LKW auf der Straße liegt, zu greifen.

Die schrecklichen Bilder und das traurige Bewusstsein im Kopf, wie wenig Wert ein Menschenleben in Myanmar ist, verlassen wir das Land mit dem Flieger Richtung Bangkok. Wir hoffen, uns während der letzten beiden Wochen unserer Auszeit am Strand noch erholen zu können, bevor es Anfang April 2013 wieder zurück zu Alltag und Arbeit geht.

Myanmar: Kalaw, der Inle-See und rund um Hpa-An

Kalaw: Warten auf den Zug Richtung Shwe Nyaung.
Kalaw: Dieses schöne Städtchen im südlichen Shan-Staat läd sowohl zum Verweilen, als auch zum Erkunden der Umgebung ein. Das Stadtbild ist geprägt von den verschiedenen Völkern und Kulturen, welche durch die Engländer zum Bau der Eisenbahn hier angesiedelt wurden. Besonders tun sich dabei die Nepalesen und Inder hervor.

Kalaw: Dieses schöne Städtchen im südlichen Shan-Staat läd sowohl zum Verweilen, als auch zum Erkunden der Umgebung ein. Ganz unterschiedliche Völker und Kulturen prägen das Stadtbild, welche durch die Engländer für den Bau der Eisenbahn hier angesiedelt wurden. Besonders die Nepalesen und Inder fallen uns uns Auge.

 

Kalaw: Warten auf den Zug Richtung Shwe Nyaung.

Kalaw: Warten auf den Zug Richtung Shwe Nyaung.

 

Inle-See: Das ganze Leben spielt sich auf dem Wasser ab.

Inle-See: Das ganze Leben spielt sich auf dem Wasser ab.

 

Inle-See: Innerhalb der nächsten 5 Jahre sollen noch ein paar Dörfer an das öffentliche Netz angeschlossen werden.

Inle-See: Innerhalb der nächsten 5 Jahre sollen weitere Dörfer an das öffentliche Netz angeschlossen werden.

 

Inle-See: Früh morgens beginnen die Fischer ihre Netze einzuholen, um sie für den Vormittag nochmal auswerfen zu können.

Inle-See: Früh morgens beginnen die Fischer ihre Netze einzuholen, um sie für den Vormittag nochmal auswerfen zu können.

 

Rund um den Inle-See gibt es ganz unterschiedliche Volksgruppen und Stämme.

Rund um den Inle-See leben sehr unterschiedliche Volksgruppen und -stämme.

 

Inle-See: Eine Angehörige des Stammes der Pa-O, einem Bergvolk im südlichen Shan-Staat, bei Einkauf auf dem Markt.

Inle-See: Eine Angehörige des Stammes der Pa-O, einem Bergvolk im südlichen Shan-Staat, beim Einkauf auf dem Markt.

 

Inle-See: Das ist der Grund, warum Bekleidung aus Lotus etwas teurer ist. Hier wird gezeigt, wie die Fasern mühsam aus den Stengeln gewonnen werden.

Inle-See: Das ist der Grund, warum Bekleidung aus Lotus etwas teurer ist. Hier sieht man, wie die Fasern mühsam aus den Stengeln gewonnen werden.

 

Die einbeinigen Fischer vom Inle-See sind weltbekannt.

Der Stil der einbeinigen Ruderer vom Inle-See ist weltweit einzigartig.

 

Inle-See: So sehen die schwimmenden Dörfer auf dem See aus. Ihre Bewohner arbeiten je nach Stamm und/oder Dorf entweder als Fischer, Bauern in den schwimmenden Gärten, Zigarren-Dreher oder Weber.

Die schwimmenden Dörfer auf dem Inle-See: Ihre Bewohner arbeiten je nach Stamm und/oder Dorf entweder als Fischer, Bauern in den schwimmenden Gärten, Zigarren-Dreher oder Weber.

 

Inle-See: Die schwimmenden Gärten mitten auf dem See. Hier werden alle erdenklichen Gemüsesorten angebaut.

In den schwimmenden Gärten mitten auf dem Inle-See werden alle erdenklichen Gemüsesorten angebaut.

 

Sonnenaufgang über dem Inle-See.

Sonnenaufgang über dem Inle-See

 

Ein Inle-See-Fischer fährt zum Nachtfischen hinaus.

Ein Inle-See-Fischer fährt zum Nachtfischen hinaus.

 

Rund um den Inle-See ist es wie fast überall in Indochina - die Frauen übernehmen einen großen Teil der schweren Arbeiten. Dabei sind sie natürlich für eine kleine Ablenkung in Form eines Foto-Shootings gerne zu haben.

Rund um den Inle-See ist es wie fast überall in Indochina: Die Frauen übernehmen einen großen Teil der körperlich schweren Arbeiten. Dabei sind sie für eine kleine Ablenkung in Form eines Foto-Shootings durchaus gerne zu haben.

 

Das Wein-Gut "Red Mountain" am Inle-See produziert einen sündhaft leckeren Sauvignon-Blanc...mit einer passend leichten Maracujanote, wie wir finden.

Das Wein-Gut “Red Mountain” am Inle-See produziert einen sündhaft leckeren Sauvignon-Blanc…mit einer passend leichten Maracujanote, wie wir finden.

 

"Red Mountain - Sauvignon Blanc", das ist der richtige Tropfen um auf unseren Myanmar-Trip anzustoßen.

“Red Mountain – Sauvignon Blanc”, der richtige Tropfen, um auf unseren Myanmar-Trip anzustoßen

 

Der Blick durch das Glas zeigt uns, dass der Sonnenuntergang nicht mehr fern ist und wir langsam losradeln sollten, wenn wir heil runter nach Nyaung Shwe kommen wollen.

Der Blick durch das Glas zeigt uns, dass der Sonnenuntergang nicht mehr fern ist und wir langsam losradeln sollten, wenn wir heil runter nach Nyaung Shwe kommen wollen.

 

Inle-See: Das war ein schöner Tag mit einem sehr wohlschmeckenden Abschluss.

Inle-See: ein schöner Tag mit einem sehr wohlschmeckenden Abschluss

 

Mawlamyine: Auch hier im Süden Myanmars ist das Problem der Müllbeseitigung nicht allen bewußt.

Mawlamyine: Auch hier im Süden Myanmars ist das Problem der Müllbeseitigung nicht allen bewusst.

 

Mawlamyine: Bei der Hitze ein richtiger Kraftakt. Die Trishaw-Fahrer transportieren nahezu 24 Stunden alles Mögliche von A nach B.

Mawlamyine: Bei der Hitze ein richtiger Kraftakt. Die Trishaw-Fahrer transportieren nahezu rund um die Uhr alles Mögliche von A nach B.

 

Dies ist die sehr dekorative Gefängnismauer in Mawlamyine.

Die sehr dekorative Gefängnismauer in Mawlamyine

 

Ein schöner Blick über Mawlamyine.

Ein schöner Blick über Mawlamyine

 

Mawlamyine: Jetzt erst einmal Ausruhen, bevor wir den Rest der Stadt erkunden.

Mawlamyine: Jetzt erst einmal ausruhen, bevor wir den Rest der Stadt erkunden.

 

Mawlamyine: Auch ein Mönch muss mittags mal ein Nickerchen machen...das frühe Aufstehen und permanente Beten kostet halt auch Körner.

Mawlamyine: Auch ein Mönch muss mittags mal ein Nickerchen machen…das frühe Aufstehen und permanente Beten kostet halt auch Körner.

 

Mawlamyine: Ein Auto, zwei Stühle, ein paar T-Shirts zum Verkauf - so sieht eine nicht gerade vertrauenserweckende "Dental Clinic" aus.

Mawlamyine: Ein Auto, zwei Stühle, ein paar T-Shirts zum Verkauf – so sieht eine nicht gerade vertrauenserweckende “Dental Clinic” aus.

 

Mount Zwekabin: Am Zustieg zum bekannten Pilgerberg stehen über ein großes Gebiet verteilt ca. 2000 Buddha-Statuen.

Mount Zwekabin: Am Zustieg zum bekannten Pilgerberg stehen über ein großes Gebiet verteilt ca. 2.000 Buddha-Statuen.

 

Der Blick von unten auf den Mount Zwekabin.

Der Blick von unten auf den Mount Zwekabin

 

Die Aussicht vom Mount Zwekabin.

Die Aussicht vom Mount Zwekabin

 

Rund um Hpa-An gibt es sehr schöne Ausflugsziele, die gut mit dem Moped zu erreichen sind. Hier das Kyaunkamlab Kloster, welches mitten in einem See liegt und wohl als einer der eigenwilligsten buddhistischen Bauten Myanmars gelten dürfte.

Rund um Hpa-An gibt es sehr schöne Ausflugsziele, die gut mit dem Moped zu erreichen sind. Hier das Kyaunkamlab Kloster, welches mitten in einem See liegt und wohl als einer der eigenwilligsten buddhistischen Bauten Myanmars gelten dürfte.

 

Die Landschaft bei Hpa-An ist zwar sehr schön, aber nach ein paar Monaten Asien fällt unser erster Blick auf den Müllhaufen unten rechts.

Die Landschaft bei Hpa-An ist zwar sehr schön, aber nach ein paar Monaten Asien fällt unser erster Blick auf den Müllhaufen unten rechts.

 

Hpa-An: Diese Statuen stehen am Wegesrand zur Höhle von Kawt Kataung. Was man hier sieht ist nur ein kleiner Abschnitt des von Mönchen gesäumten Weges.

Hpa-An: Diese Statuen stehen am Wegesrand zur Höhle von Kawt Kataung. Was man hier sieht, ist nur ein kleiner Abschnitt des von Mönchen gesäumten Weges.

 

Hpa-An: Bei Sonnenuntergang sieht es fast so aus wie auf Cat Ba an der Halong Bay.

Hpa-An: Bei Sonnenuntergang sieht es fast so aus wie auf Cat Ba in der Halong Bay in Vietnam.

Myanmar: Bagan, Mandalay und der nördliche Shan-Staat

Bagan: Gerade solche entlegenen Aussichten an den Hintereingängen machen die Tempelbesuche auch beim Hundertsten noch interessant.

 

Bagan: Ein schöner Überblick auf das sehr große Gebiet mit seinen unzähligen Tempeln.

Bagan: Ein schöner Überblick auf das sehr große Gebiet mit seinen unzähligen Tempeln.

 

Bagan: Ein diesiger Blick auf die Haupttempel zwischen Bagan und Nyaung U.

Bagan: Ein diesiger Blick auf die Haupttempel zwischen Bagan und Nyaung U.

 

Bagan: Am bequemsten erkundet man das Gebiet im Pferdewagen.

Bagan: Am bequemsten erkundet man das Gebiet im Pferdewagen.

 

Der Pferdeflüstere von Bagan: Mit ein wenig Aufmunterung geht ja alles a bisserl leichter von den Hufen.

Der Pferdeflüsterer von Bagan: Mit ein wenig Aufmunterung geht ja alles a bisserl leichter von den Hufen.

 

Bagan: Viele schöne Tempel lassen sich auch sehr gut mit dem Fahrrad erreichen. Bei 42 Grad im Schatten allerdings auch eine sehr schweißtreibende Angelegenheit.

Bagan: Viele schöne Tempel lassen sich auch sehr gut mit dem Fahrrad erreichen. Bei 42 Grad im Schatten allerdings auch eine sehr schweißtreibende Angelegenheit.

 

Bagan: Gerade solche entlegenen Aussichten an den Hintereingängen machen die Tempelbesuche auch beim Hundertsten noch interessant.

Bagan: Gerade solche entlegenen Aussichten an den Hintereingängen machen die Tempelbesuche auch beim Hundertsten noch interessant.

 

Bagan: Keep smiling bei Ofenhitze und endlosen Tempel-Kraxeleien.

Bagan: Keep smiling bei Ofenhitze und endlosen Tempel-Kraxeleien.

 

Unser Abschiedsfoto von Bagan

Unser Abschiedsfoto von Bagan

 

Der Kamm ist in Myanmar noch lange nicht aus dem allgemeinen Stadtbild verschwunden. Für uns sieht es ein wenig seltsam aus.

Der Kamm ist in Myanmar noch lange nicht aus dem allgemeinen Stadtbild verschwunden. Für uns sieht es ein wenig seltsam aus.

 

Kleiner Familienausflug durch Mandalay

Kleiner Familienausflug durch Mandalay

 

Mandalay: Papierkram und Hotelreservierungen für 2 Wochen im Voraus. Myanmar ist leider (noch) kein Land für Backpacker und Spontanurlauber...zumindest nicht in der Hauptsaison.

Mandalay: Papierkram und Hotelreservierungen für 2 Wochen im Voraus. Myanmar ist leider (noch) kein Land für Backpacker und Spontanurlauber…zumindest nicht in der Hauptsaison.

 

Mandalay: Die Kuppel der Kuthodaw-Pagode im Nachmittagslicht

Mandalay: Die Kuppel der Kuthodaw-Pagode im Nachmittagslicht

 

Mandalay: Rund um die Kuthodaw-Pagode findet man das größte Buch der Welt. In 729 kleinen Stupas, welche auf dem gesamten Gelände rechtwinklig ausgerichtet aufgestellt sind, befinden sich die einzelnen Seiten in Form von beschriebenen und behauenen Steintafeln.

Mandalay: Rund um die Kuthodaw-Pagode findet man das größte Buch der Welt. In 729 kleinen Stupas, welche auf dem gesamten Gelände rechtwinklig ausgerichtet aufgestellt sind, befinden sich die einzelnen Seiten in Form von beschriebenen und behauenen Steintafeln.

 

Mandalay: Die U-Bein-Brücke in Amarapura ist eines der meist fotografierten Objekte in Myanmar. Wir fragen uns allerdings warum.

Mandalay: Die U-Bein-Brücke in Amarapura ist eines der meist fotografierten Objekte in Myanmar. Wir fragen uns allerdings warum.

 

Ja mei, da strahlt aber jemand dem Sonnenuntergang entgegen.

Ja mei, da strahlt aber jemand dem Sonnenuntergang entgegen.

 

Mandalay: Sonnenuntergang mit Blick auf die Palast-Insel

Mandalay: Sonnenuntergang mit Blick auf die Palast-Insel

 

Hsipaw: Ein Arbeitstrupp auf dem Weg zum Dienst

Hsipaw: Ein Arbeitstrupp auf dem Weg zum Dienst

 

Ein Wegweiser im nördlichen Shan-Staat: Ein guter Punkt um zu tanken, bevor man in das Gebirge Richtung Namshan weiterfährt. Das wissen wir aber auch nur so gut, weil wir es nicht tun und kurz vor Namshan liegen bleiben.

Ein Wegweiser im nördlichen Shan-Staat: Ein guter Punkt um zu tanken, bevor man in das Gebirge Richtung Namshan weiterfährt. Das wissen wir aber auch nur so gut, weil wir es nicht tun und kurz vor Namshan liegen bleiben.

 

Namshan: Zuviel Sonne, Benzin im Blut oder zu wenig Wasser...keine Ahnung, aber irgendwie entspannt

Namshan: Zuviel Sonne, Benzin im Blut oder zu wenig Wasser…keine Ahnung, aber irgendwie entspannt

 

Namshan: Eine sehr schöne Brückenüberfahrt mitten im Irgendwo. Diese einspurige Straße ist übrigens eine der Hauptstrecken im nördlichen Shan-Staat.

Namshan: Eine sehr schöne Brückenüberfahrt mitten im Irgendwo. Diese einspurige Straße ist übrigens eine der Hauptstrecken im nördlichen Shan-Staat.

 

Namshan: Der Helm ist nicht nur verdammt unbequem, man sollte auch immer hübsch lächeln, wenn eine Armee-Patrouille vorbei kommt.

Namshan: Der Helm ist nicht nur verdammt unbequem, man sollte auch immer hübsch lächeln, wenn eine Armee-Patrouille vorbei kommt.

 

Namshan: Zum Glück werden wir rechtzeitig gewarnt, dass hinter der Kurve Sprengungen durchgeführt werden, sonst wären wir glatt weiter gefahren. Eine Minute später wackelt auch schon der Boden und Steine fliegen durch die Luft.

Namshan: Zum Glück werden wir rechtzeitig gewarnt, dass hinter der Kurve Sprengungen durchgeführt werden, sonst wären wir glatt weiter gefahren. Eine Minute später wackelt auch schon der Boden und Steine fliegen durch die Luft.

 

So eine Moped-Fahrt macht Laune und erfordert eine gründliche Dusche am Abend. Aber putzig schaut's aus, gell?!

So eine Moped-Fahrt macht Laune und erfordert eine gründliche Dusche am Abend. Aber putzig schaut’s aus, gell?!

 

Zurück in Hsipaw: Die jungen Nonnen sammeln morgens von der Bevölkerung ihre Speisen für den Tag ein.

Zurück in Hsipaw: Die jungen Nonnen sammeln morgens von der Bevölkerung ihre Speisen für den Tag ein.

 

Ein junger Mönch schaut aus dem Fenster des Teak-Klosters nördlich von Hsipaw, in welchem sich ein bekannter Bambus-Buddha befindet.

Ein junger Mönch schaut aus dem Fenster des Teak-Klosters nördlich von Hsipaw, in welchem sich ein bekannter Bambus-Buddha befindet.

 

Hsipaw: Zwar nicht das Original, aber zum Angeben auch schon ganz gut. Die Bonsai-Ausgabe vom "Goldenen Felsen".

Hsipaw: Zwar nicht das Original, aber zum Angeben auch schon ganz gut. Die Bonsai-Ausgabe vom “Goldenen Felsen”.

 

Sonnenuntergang zwischen Mandalay und Thazi

Sonnenuntergang zwischen Mandalay und Thazi

Myanmar: Die Zeiten ändern sich – nicht immer zum Positiven

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“Myanmar wird euch bestimmt gefallen!”, “Myanmar ist wirklich toll!” und ähnliche Lobeshymnen hatten wir ausnahmslos von allen gehört, die in den vergangenen Jahren im ehemaligen Birma Urlaub gemacht hatten. Entsprechend zuversichtlich und gespannt waren wir auf unser vorletztes Reiseland, bis wir sechs Wochen später Ende März 2013 wieder unsere Heimreise nach München antreten würden. Doch wider aller Erwartungen und Empfehlungen konnten wir uns für Myanmar aus verschiedenen Gründen bislang leider nicht wirklich begeistern.

Das Visum für Myanmar hatten wir uns problemlos beim Konsulat in Kunming in China besorgt. Die zweimalige 45-minütige einfache Fahrt zum Konsulat hätten wir uns jedoch sparen können, denn entgegen unserer damaligen Recherchen kann man derzeit auch als Tourist direkt am internationalen Flughafen in Yangon ein “Visa on Arrival” bekommen.

Dass sich die Zeiten in Myanmar in einigen Bereichen sehr schnell ändern, wird uns noch des Öfteren während unseres Aufenthalts bewusst. So begegnet uns zu unserer Überraschung bereits am Flughafen Werbung für Kreditkarten und tatsächlich kann man seit Kurzem bei drei Banken (KBZ, Cooperative und Myanmar Oriental Bank) mit Visa-Kreditkarte am Automaten die lokale Währung Kyat abheben. In der Vergangenheit blieb Ausländern keine andere Wahl, als ihr gesamtes Reisebudget in bar mit sich herumzutragen. Entsprechend hieß es auch für uns im Vorfeld genau kalkulieren, wie viel Geld wir für unseren vierwöchigen Aufenthalt benötigen würden.

Ausgebucht und vergleichsweise teuer

Die Erfahrung, dass man tatsächlich gezwungen ist, seine Reisekasse unterwegs aufzustocken, machen derzeit wohl mehrere Backpacker, denn für Unterkünfte muss man richtig in die Tasche greifen. Es gibt einfach nicht genug Übernachtungsmöglichkeiten für Ausländer mit begrenztem Budget. Vermutlich versucht sich Myanmar noch stärker als Reiseland für organisierte Gruppentouren zu positionieren, als es das ohnehin schon tut. Ähnlich wie in China benötigen Hotels und Gasthäuser eine entsprechende Lizenz und die wird derzeit wohl nur selten vergeben. Entsprechend sind fast alle Budget-Unterkünfte, die wir im Wettbewerb mit anderen Backpackern kontaktieren, ausgebucht – bis zu einem Monat im Voraus.

Die Preise für Doppelzimmer kann man gerade noch verschmerzen, wobei sie mehr als doppelt so hoch liegen, als in Reiseführern von 2012 für die Hauptsaison genannt werden. Besonders hart trifft es Einzelreisende, denen teilweise Zimmer für $50 oder $60 angeboten werden. Kostengünstige Schlafsäle oder so genannte Dorms sind uns in Myanmar bislang noch nirgendwo untergekommen.

Telekommunikation wie Anno Dazumal

Da die wenigsten Budget-Hotels und Gasthäuser per Email zu erreichen sind, bleibt uns nur quer durchs Land zu telefonieren, entweder vom Guesthouse aus oder bei einem der zahlreichen Telefonisten, die es in jedem Ort gibt. Ein Funktelefon, ein kleiner Tisch und Stuhl sowie eventuell ein Sonnenschirm machen die lokale Telefonzelle perfekt. Nur leider klappt es mit der Verbindung gerade einmal bei etwa vier von zehn Versuchen. Ausländische Mobiltelefone funktionieren im ganzen Land nicht. Wer sein Handy also mal richtig abschalten möchte, der ist in Myanmar genau richtig. Internet gibt es immer häufiger, wobei regelmäßige Stromausfälle und die teilweise Blockierung ausländischer E-Mail-Anbieter Reisenden einiges an Geduld abverlangen.

Alles in allem bedeutet das für uns, dass wir unsere Reiseroute ebenso wie Übernachtungen weit im Voraus festlegen müssen. In der Hoffnung, dass wir am Ende des Tages auch tatsächlich ein Bett zum Schlafen haben, lassen wir uns unsere Reservierung zwei Tage vor Ankunft nochmals telefonisch bestätigen. Einige Backpacker, die keine Unterkunft gefunden haben, weichen auf Klöster auf, die ortsabhängig jedoch nur eine begrenzte Menge oder gar keine Reisenden aufnehmen dürfen. Wiederum andere entscheiden sich kurzerhand Myanmar zu verlassen und reisen stattdessen enttäuscht Richtung Thailand ab.

Reisegruppen haben das Land fest im Griff

Nicht nur wegen der relativ teuren und ausgebuchten Unterkünfte und der fehlenden Flexibilität, was die Reiseplanung betrifft, spielen wir ebenfalls hin und wieder mit dem Gedanken Myanmar den Rücken zu kehren. Nicht nur, dass die Sehenswürdigkeiten mit Massen an Touristen und insbesondere Reisegruppen älteren Semesters bevölkert sind, die einheimischen Souvenir- und Snackhändler sind derart aufdringlich, dass einem die Lust aufs Besichtigen gründlich vergeht.

Zur Kasse gebeten werden Touristen ohnehin bei jeder Gelegenheit. Wir weigern uns jedoch zum Beispiel, für das Abstellen unserer Schuhe beim Besuch der Mahamuni-Pagode in Mandalay 200 Kyat pro Paar zu bezahlen (für 500 Kyat bekommt man in kleineren Restaurants bereits ein Essen). In der Hand tragen dürfen wir die Schuhe als Ausländer nicht, bei den Einheimischen schert sich dagegen niemand darum. Also bleiben die Schuhe an unseren Fahrrädern, was bei der Schuhbewachungsdame auf großes Unverständnis trifft.

Generell haben wir leider oftmals das Gefühl, dass Einheimische, die uns ansprechen, ausschließlich an unserem Geld interessiert sind. In einem armen Land wie Myanmar, das auf den Tourismus als Einnahmequelle angewiesen ist, ist das zwar durchaus verständlich, trotzdem hinterlässt es einen faden Beigeschmack.

Weniger Touristengeld für die Regierung?

Was wir in punkto Geld positiv erwähnen können: Wir haben weder in Bagan noch in Mandalay die obligatorische $10 Besichtigungsgebühr für die Hauptsehenswürdigkeiten bezahlt, die in die Tasche der Regierung fließen würde. In Bagan konnte uns die Rezeptionistin im Hotel angeblich noch nicht einmal sagen, wo man das Ticket hätte kaufen können. In Mandalay und Amarapura hat uns ebenfalls niemand darauf angesprochen, die Hinweisschilder haben wir geflissentlich ignoriert. Wobei sich uns die Frage stellt, ob die Regierung bereits genug am Tourismus verdient, sodass sie auf Kontrollen verzichtet, oder ob die Einheimischen einfach keine Lust haben, das Geld für ihre unliebsamen Volksvertreter einzutreiben?

Trotz einiger negativer Erfahrungen werden wir zum Glück auch immer wieder positiv überrascht. Als wir beispielsweise in Yangon an einem Straßenstand wirklich lecker essen, bezahlt plötzlich die Frau neben uns für unser Gericht. Es stellt sich heraus, dass sie sehr gut Englisch spricht und mit uns gerne einen Plausch hält. Sehr nett ist auch die Dame, die uns erklärt, um was es sich für ein imposantes aber total heruntergekommenes Gebäude handelt, vor dem wir gerade fragend stehen, und dass die Regierung leider nichts für den Erhalt tut.

Tempelerkundung abseits des Touristenrummels

Ein ebenso positives Erlebnis unserer Reise ist die Radtour durch die Ebene von Bagan mit seinen rund 2.000 mehr oder weniger verfallenden Tempeln und Stupas. Nachdem wir uns am Tag zuvor mit dem Pferdewagen einen ersten Überblick verschafft haben, erkundigen wir tags darauf auf eigene Faust weitere Tempel. In der sengenden Mittagshitze sind wir fast alleine unterwegs (verständlicher Weise), einige kleinere Tempel sind geschlossen.

Fast immer findet sich jedoch der Schlüsselwärter in einem schattigen Plätzchen, der uns gegen ein Trinkgeld aufsperrt und eine Taschenlampe reicht, sodass wir für kurze Zeit die Kühle im Inneren genießen können. Da wir einige weniger bekannte Tempel ansteuern bzw. zu Zeiten unterwegs sind, in denen keine Touribusse über die staubigen Sandwege holpern, können wir fast ungestört die Wahnsinnsaussicht auf die Ebene von der oberen Terrasse einiger Tempel genießen. Ein weiterer Vorteil der Mittagshitze: Sogar die Verkäufer machen lieber ein Mittagsschläfchen und lassen uns weitgehend in Frieden.

Buddha-Wahnsinn live und in Farbe

Die einstige Hauptstadt Mandalay hört sich leider weitaus vielversprechender an, als es tatsächlich zu sehen gibt. Der Weg auf den Mandalay Hill gleicht einem Spießrutenlauf entlang nerviger Händler und oben angekommen erwartet uns nur ein weiterer goldener Buddha, von denen es allein in Mandalay gefühlte 1.000 gibt.

Mandalays berühmtester Buddha ist zweifelsohne Mahamudi, der mit einem ganz besonderen Spektakel aufwartet: Da Frauen den unmittelbaren Raum um die Statue herum nicht betreten dürfen, wird auf den hinteren Rängen das Geschehen aus dem innersten Raum über Flachbildschirme live übertragen. Was das ganze noch surrealer macht: Jeden Morgen um 4h putzt ein Mönch dem Buddha die Zähne, ein Spektakel, das wir uns entgehen lassen. Wir waren bereits tags zuvor um 3h mit dem Nachtbus in Mandalay gelandet und mussten uns bis 6h morgens die Nacht um die Ohren schlagen, da wir nicht einsahen, $30 für zwei Stunden mehr in unserem reservierten Zimmer zu zahlen. Selbst für $15 wollte uns der Herr an der Rezeption nicht früher ins leer stehende Zimmer lassen.

Da um diese Uhrzeit noch nichts geöffnet hat, streiften wir müde durch die dunklen Straßen. Mandalay ist mit seinem Verkehr und Lärm tagsüber schon keine schöne Stadt, doch vor allem nachts zeigt sich ihr hässliches Gesicht. Nicht gerade wenige Menschen schlafen auf der Straße, in ihren Autos, auf der Ladefläche von Pickups oder auf den Tischen der Teashops. Wer es sich leisten kann, hat ein Moskitonetz aufgespannt. Dass es sich dabei nicht nur um Arbeitslose handelt, zeigt sich bei den Teashop-Schläfern: Es sind deren Angestellten, die zum Teil gerade mal zwölf Jahre alt sein dürften und dort den ganzen Tag über arbeiten. Wir sehen sie morgens um halb fünf und abends um neun noch immer im Einsatz.

Alltag in Armut und Müll

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in anderen Städten: Ganze Familien leben auf den Bahnsteigen oder in ausrangierten Bahnwagons, vor allem Männer nutzen die Wagons für ein Nickerchen bis zur nächsten Abfahrt im Morgengrauen. Ebenso wie Kambodscha und Laos ist das Land mit Müll übersäht, besonders entlang der Bahnstrecken, wo Verpackungen, Flaschen u. a. einfach aus dem Fenster geworfen werden. Die ausgedehnten Müllhalden dienen als Wäschetrockenplatz, für Ziegen zum weiden und wir sehen auch ein paar Kindermönche, entweder auf der Suche nach etwas zu essen oder beim Spielen.

Um ein wenig mehr vom Land zu erkunden, leihen wir uns in Mandalay ein Moped und fahren einige Kilometer Richtung Süden nach Amarapura, wo wir die U-Bein-Brücke besichtigen, eines der “am häufigsten fotografierten Motive Myanmars”, wie der Reiseführer anpreist. Uns haut die Brücke nicht gerade vom Hocker, allerdings, dass wir im Restaurant zur 500 m entfernten Bezahltoilette geschickt werden, oder zu einem kleinen, windschiefen Plumsklo 300 m weit auf dem Feld in der prallen Sonne. Die Restaurantpreise sind selbstverständlich etwas höher, wie es sich für einen Touristenort gehört.

Kommunikation mit Hindernissen

Noch etwas weiter südlich von Amarapura überqueren wir die historische Ava-Brücke und während alle Fahrer für die Überquerung eine Gebühr bezahlen müssen, winkt uns der Wärter freundlich mit einem Nicken durch. Ein paar Mal fahren einige Einheimische neben uns her und werfen uns ein paar Brocken Englisch zu. Leider ist deren englischer Wortschatz sehr begrenzt – und unser burmesischer sowieso, sodass sie recht schnell wieder Gas geben und grinsend weiterdüsen.

Von Mandalay nehmen wir den Zug nach Nordwesten nach Hsipaw. Die Fahrt dauert zwölf Stunden (zehn sind geplant) und es gibt nur einen Zug um 4h morgens. Noch ziemlich verschlafen nehmen wir gegen halb vier unsere Plätze ein, als der Schaffner bereits wissen möchte, woher wir kommen. Nachdem wir Deutschland genannt haben, lacht er uns auf deutsch ein “Unser Führer ist Adolf Hitler entgegen”, sodass wir sprachlos am liebsten im Boden versinken würden. Was für ein Start in den Tag.

Wir hatten auf unserer Reise zwar bereits ein paar Mal das zweifelhafte Vergnügen, dass sich Einheimische etwa auf Samoa und Fiji für Hitler & Co. begeistern, in Myanmar sind uns allerdings die haarsträubendsten Dinge untergekommen – und das leider nicht nur im Einzelfall: Wer etwas auf sich hält, dekoriert sein Moped mit “Iron Cross”-Aufklebern, wahlweise mit Einschusslöchern zum Aufkleben, oder schwarzem Hakenkreuz, rot umrandet auf weißem Grund. Besonders beliebt sind außerdem Mopedhelme im Design der Wehrmacht, mitunter dekoriert mit Hakenkreuz und Adler. Auch Bundeswehr-Hemden mit deutscher Flagge sieht man hin und wieder bei jüngeren Typen.

Das Militär zeigt noch immer Präsenz

Woher die Begeisterung für Army-Sachen kommt, ist für uns nicht nachvollziehbar, zumal in einem Land, das durchaus unter der eigenen Militärregierung zu leiden hatte bzw. immer noch zu leiden hat. Dem Militär gehören heute noch quer durch das Land riesige ummauerte oder mit Stacheldraht versehene Areale.

Rund um den Touristenort Pyin Oo Lwin gibt es gleich mehrere Defence Academies, zum Teil mit überlebensgroßen Soldatenstatuen vor dem prächtigen Eingangstor, geziert von Slogans wie “For the Triumphant Elite of our Future”. Auf Militärgruppen, die ihre Gewehre im Arm halten oder zumindest griffbereit in Reichweite neben sich lagern, treffen wir immer wieder, auch oder gerade an den entlegensten Straßen im Hinterland.

Mit der Bummelbahn ins Hinterland

Das frühe Aufstehen und die stundenlange schaukelnde Zugfahrt auf den unbefestigten Sitzen nach Hsipaw lohnen sich jedoch. Im Schneckentempo kriecht der Zug durch das Land, wir sehen viele Bauern auf ihren Feldern, grasende Wasserbüffel und sogar einen Arbeitselefanten an einer Baustelle. Durch die offenen Fenster dringt immer wärmer werdende Luft und niemand hat etwas dagegen, wenn wir an den offenen Türen zwischen den Wagons stehen, die Landschaft gemächlich an uns vorüberziehen lassen, während der Zug bedenklich auf und ab schwankt, quietscht und rattert. Ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und Glück.

Als wir tags darauf mit dem Moped von Hsipaw einen Tagesausflug in das Bergstädtchen Nam Sam machen, bekommen wir vom Guesthouse eine – sagen wir mal – ungefähre Skizze des Weges. Dick eingezeichnet ist jedoch der Militärpunkt bei Nam Tu, ab dem es für Ausländer nicht mehr weitergeht. Insgesamt lassen uns sowohl Militär als auch Polizei in Ruhe und wir legen unsererseits keinen Wert auf irgendwelchen Kontakt.

Dass sie allerdings sehr wohl ein Auge auf Ausländer haben, zeigt uns, als in Mandalay am Bahnhof ein Polizist einer Einheimischen die Zeitung abnimmt und sie zurechtweist. Gerade eben hat sie noch mit uns gesprochen. Allerdings hatte sie sich bereits zuvor mit einem anderen Touristen unterhalten, was dem Polizisten offensichtlich ein Dorn im Auge war. Mit der Zeitung der Frau unterm Arm weist er uns freundlich darauf hin, dass unser Zug von Platform 2 im Untergeschoss abfahren würde. Zwar erst in einer halben Stunde, aber der Hinweis ist recht deutlich.

Quer durch die Shan-Wallachei

Im Hotel in Hsipaw hatte man uns bereits gewarnt, dass die meisten Leute eine Übernachtung im Shan-Städtchen Nam Sam einlegen und erst am nächsten Tag zurück nach Hsipaw fahren würden, und tatsächlich ist die Strecke alles andere als ein gemütlicher Rollerausflug. Zum Glück hat Kai bereits einiges an Fahrpraxis auf den übelsten Schotterpisten in Kambodscha gesammelt, denn der Weg ins abgelegene Nam Sam ist ebenso bescheiden wie anstrengend. Nicht selten balancieren wir knapp am Abhang entlang, da der eigentliche Straßenbelag nicht befahrbar ist.

Plötzlich stoppen uns mitten auf dem Weg ein paar Einheimische, die es sich entlang des Straßengrabens mehr oder weniger gemütlich gemacht haben. Warum sie uns aufhalten wird uns erst einige Augenblicke später klar, als wir die Explosion hören. Ein Teil der Felswand wird derzeit für die Straßenerweiterung weggesprengt. Ein Hinweisschild? Fehlanzeige.

Das nagelneue Moped haben wir von einem Hotelmitarbeiter geborgt, es fährt wunderbar und wir sind für die intakte Federung dankbar. Was er uns jedoch verschwiegen hat: Weder die Tankanzeige, noch der Tacho, noch der Kilometerzähler funktionieren, sodass wir ziemlich überrascht sind, als uns kurz vor unserem Ziel in Nam Sam das Benzin ausgeht. Zum Glück stranden wir vor einer Werkstatt, deren Besitzer uns eine Flasche Benzin verkauft, nachdem er uns zunächst zehn Minuten lang regungslos mit verschränkten Armen vor der Brust zugeschaut hatte. Nach einer kurzen Stärkung bei Nudelsuppe und Kaffee treten wir nachmittags die Heimfahrt an und landen pünktlich zum Sonnenuntergang müde und verstaubt wieder im Hotel in Hsipaw.

Mit den Locals und Beistand von oben die holprigen Straßen entlang

Von Hsipaw nehmen wir den Local Bus, um über Mandalay weiter Richtung Süden nach Thazi zu gelangen. Der klapprige Local Bus ist mit Reissäcken ausgelegt, über die alle zu ihren zugewiesenen abgewetzten Sitzplätzen klettern müssen. Im hinteren Teil des Busses stapeln sich Paletten mit Eiern und anderen Lebensmitteln sowie unsere Rucksäcke. Wir sind die einzigen Ausländer und werden entsprechend interessiert und misstrauisch beäugt. Bevor es los geht spricht der Busfahrer über das Lenkrad gebeugt ein kurzes Gebet, dann setzt er sein Fernfahrerkäppie auf, zündet sich eine Kippe an und rangiert den uralten chinesischen Bus mit vollem Körpereinsatz erstmal zur Tankstelle und raus aus der Stadt.

Das mit dem Beten kommt wohl nicht von ungefähr, denn als wir den ersten Pass auf schlechter Straße erfolgreich hinter uns gebracht haben, tut sich der Blick auf einen weiteren, größeren und noch steileren Gebirgspass auf, auf dem unzählige LKWs, Pickups und Busse bewegungslos in einer kilometerlangen Schlange stehen. Nichts geht mehr und das für mehrere Stunden.

Stundenlanges Warten auf der einzigen Verbindungsstraße

Die Kneipen an der Straße sind auf den Megastau bestens vorbereitet: Es gibt Bremsklötze zum Ausleihen, während sich die Fahrer die Wartezeit bei einem zweifelhaften Bier-Whisky-Gemisch vertreiben. Unser Fahrer gehört beruhigender Weise nicht zu den Trinkern. Obwohl wir uns schon fragen, woher er den Mut nimmt, als er etwa 2,5 h später den Bus beherzt mit Schmackes vorbei an den stehenden LKWs und den Zuschauern den Berg entlang um eine steile Haarnadelkurve bugsiert – mit Erfolg. Wir waren die ganze Zeit über bereits wie auf Kohlen gesessen und sind entsprechend erleichtert, als es endlich weiter geht. Schließlich müssen wir nachmittags noch den letzten Zug nach Thazi erreichen.

Von Thazi aus geht es morgens um 6h mit der Bummelbahn nach Kalaw weiter. Wir sind mal wieder die einzigen Ausländer und haben uns den Luxus eines Tickets für die Upper Class gegönnt, wobei Upper Class für diesen Zug nur bedeutet, dass wir, statt direkt auf Holz, auf einem dünnen, durchgesessenen Schaumstoffbezug Platz nehmen dürfen. Der Dreck inklusive einer Maus auf Futtersuche ist derselbe wie in der Ordinary Class, doch die Aussicht auf die bergige Landschaft lenkt auch von unseren schmerzenden Hintern ab.

Im Zickzack schnauft sich die Diesellok die alte Bahntrasse hinauf, vorbei an kleinen Dörfern, vertrockneten Feldern, ein wenig wunderschönem Urwald und dem obligatorischen Müll. Die meisten Ortsschilder sind nur in Burmesisch beschriftet, eine Mischung aus Kreisen und Kringeln, sodass wir keine Ahnung haben, wo wir uns jeweils befinden. Fahrpläne sind laut Reiseführer als “Hoffnungsmanifeste” zu verstehen, was wir durchaus bestätigen können. Stundenlange Verspätungen sind eher die Regel, als die Ausnahme.

Hochbetrieb an den Dorfbahnhöfen

Da pro Tag nur zwei Züge durch die Dörfer kommen, herrscht bei der Einfahrt in die Bahnhöfe jedesmal Hochbetrieb. Frauen und Kinder verkaufen Snacks, Gemüse, Obst oder Blumen, während Männer die bunte Fracht aus Reissäcken, Tontöpfen und vollgestopften Körben in den Zug ein- und ausladen. Die dargebotenen Snacks kann man zwar essen, meist sind sie jedoch vor Fett triefend und geschmacklich keine Sensation. Den Magen haben wir uns damit auf jeden Fall verdorben. Wovon man als Tourist definitiv Abstand halten sollte: Die Löffel, die unterwegs zu manchen Gerichten gereicht werden, sammelt die Verkäuferin nach Benutzung wieder ein, wischt sie kurz an einem speckigen Tuch ab und gibt sie wenig später an die nächsten Esser weiter. Lecker!

Nach acht Stunden rumpeliger Fahrt (sechs waren angesetzt) sind wir dann doch froh, als wir endlich im Städtchen Kalaw eintreffen, das ein beliebter Ausgangspunkt für Trekking-Touren ist. Wir kurieren jedoch erst einmal unsere Magenverstimmung aus und werden anschließend die nähere Umgebung erkunden.

Myanmar: Unterwegs mit der Eisenbahn

Dieses schöne Schild hängt über dem Bahnhof von Kalaw. Es zeigt ganz gut den allgemeinen Zustand der "Myanmar Railways"
Dieses schöne Schild hängt über dem Bahnhof von Kalaw. Es zeigt ganz gut den allgemeinen Zustand der "Myanmar Railways"

Dieses schöne Schild hängt über dem Bahnhof von Kalaw. Es zeigt ganz gut den allgemeinen Zustand der “Myanmar Railways”.

 

Am Anfang steht der Kartenkauf. Dieser stellt nach der Vorlage des Reisepasses kein Problem dar, sofern man im Besitz erstklassig gebügelter und nahezu druckfrischer Dollarnoten ist. Die Zeichen am Ticketschalter verwirren nur. Als Blassnase einfach irgendwo anstellen und dann an den richtigen Schalter verweisen lassen. Mit Englisch kommt man hier erstaunlich gut weiter.

Am Anfang steht der Kartenkauf. Dieser stellt nach der Vorlage des Reisepasses kein Problem dar, sofern man im Besitz erstklassig gebügelter und nahezu druckfrischer Dollarnoten ist. Die Zeichen am Ticketschalter verwirren nur. Als Blassnase einfach irgendwo anstellen und dann an den richtigen Schalter verweisen lassen. Mit Englisch kommt man hier erstaunlich gut weiter.

 

Mandalay: Die Bahnhöfe dienen vielen Menschen als Lebenraum. Nachts legen sich die Obdachlosen in und unter die Züge. Viele leben auf den Bahnsteigen, da dort Schutz vor Sonne und Regen gewährleistet ist. Die Armut zeigt sich hier, wie in vielen Städten der Erde sehr stark und gerade durch diejenigen, die sich die Reisen leisten können besonders kontrastreich.

Mandalay: Die Bahnhöfe dienen vielen Menschen als Lebenraum. Nachts legen sich die Obdachlosen in und unter die Züge, viele leben auf den Bahnsteigen. Die Armut zeigt sich in Bahnhofsnähe, wie in vielen Städten der Erde, besonders deutlich.

 

... air condition auf burmesische Art im "upper class wagon"...

Air Condition auf burmesische Art im “Upper Class Wagon”

 

Ein Bahnhofsstopp zwischen Kalaw und Shwe Nyaung.

Ein Bahnhofsstopp zwischen Kalaw und Shwe Nyaung.

 

Ja, diese Fahrzeuge fahren hier tatsächlich in der Gegend rum. Dieses hier ist der Wagen vom Wartungsdienst für die Signal- und Stellanlage.

Ja, diese Fahrzeuge fahren hier tatsächlich in der Gegend rum. Dieses hier ist der Wagen vom Wartungsdienst für die Signal- und Stellanlage.

 

Noch ein schönes Beispiel. Dies ist ein Diesel-Klein-Schienenbus. Er wird zum Teil im Verband gefahren, um größere Gruppen außerplanmäßig in die Dörfer zu bringen, oder als Einzelwagen als Schulbus oder Familienkutsche benutzt.

Noch ein schönes Beispiel: Dies ist ein Diesel-Klein-Schienenbus. Er wird zum Teil im Verband gefahren, um größere Gruppen außerplanmäßig in die Dörfer zu bringen, oder als Einzelwagen als Schulbus oder Familienkutsche benutzt.

 

Eine ebenso leistungsstarke wie in die Jahre gekommene Diesellok zieht den Zug durch die Berge zwischen Thazi und Kalaw.

Eine ebenso leistungsstarke wie in die Jahre gekommene Diesellok zieht den Zug durch die Berge zwischen Thazi und Kalaw.

 

Auch wenn es nicht so aussieht, aber das sollen die Bremsen sein. Kein Wunder, dass an jedem Bahnhof die Mechanik und die Belaghalter mit einem Vorschlaghammer und einem Kuhfuß bearbeiten werden müssen, um sie wieder zu lösen.

Auch wenn es nicht so aussieht, aber das sollen die Bremsen sein. Kein Wunder, dass an jedem Bahnhof die Mechanik und die Belaghalter mit einem Vorschlaghammer und einem Kuhfuß bearbeiten werden müssen, um sie wieder zu lösen.

 

Gokteik Viaduct: Zwischen Pyin Oo Lwin und Hsipaw befindet sich die einstmals zweithöchste Eisenbahnbrücke der Welt.

Gokteik Viaduct: Zwischen Pyin Oo Lwin und Hsipaw befindet sich die einstmals zweithöchste Eisenbahnbrücke der Welt.

 

Gokteik viaduct: Von hier oben hat man einen tollen Ausblick und man vergisst beinahe, dass der Zug und die Schienen ihre besten Tage schon hinter sich haben. Erst am Ende der Brücke kommen Themen wie Wartung und Instandhaltung wieder problemlos über die Lippen.

Gokteik Viaduct: Von hier oben hat man einen tollen Ausblick und man vergisst beinahe, dass der Zug und die Schienen ihre besten Tage schon hinter sich haben. Erst am Ende der Brücke kommen Themen wie Wartung und Instandhaltung wieder problemlos über die Lippen.

 

Berufe wie aus einer anderen Zeit: Dieser Herr hat nichts weiter zu tun als viermal am Tag die Weiche richtig zu stellen und das Fähnchen zu schwenken. Das macht er zumindest während unserer Passage ganz ausgezeichnet.

Berufe wie aus einer anderen Zeit: Dieser Herr hat nichts weiter zu tun, als viermal am Tag die Weiche richtig zu stellen und das Fähnchen zu schwenken. Das macht er zumindest während unserer Passage ganz ausgezeichnet.

 

Hsipaw: Hier gibt es ihn noch, den ehrenwerten Beruf des Bahnhofsvorstehers. Im verträumten Hsipaw ein netter Mann mit einem sehr entspannten Job.

Hsipaw: Hier gibt es ihn noch, den ehrenwerten Beruf des Bahnhofsvorstehers. Im verträumten Hsipaw ein netter Mann mit einem sehr entspannten Job.

 

Dies ist das Stellwerk für die Signalanlage am Bahnhof von Kalaw. Hier wird alles noch mit Seilzügen und Umlenkrollen betrieben, damit man unabhängig von der unzuverlässigen Spannungsversorgung bleibt. Kilometerlange Drahtseile führen entlang der Schienen. Leider funktionieren nur noch wenige Signale und Schranken, da der Betrieb sehr wartungsintensiv ist und sich eh niemand an die Zeichen/Signale hält. Die Hupe und das Handy haben die Kommunikation auch auf der Schiene verändert.

Dies ist das Stellwerk für die Signalanlage am Bahnhof von Kalaw. Hier wird alles noch mit Seilzügen und Umlenkrollen betrieben, damit man unabhängig von der unzuverlässigen Spannungsversorgung bleibt. Kilometerlange Drahtseile führen entlang der Schienen. Leider funktionieren nur noch wenige Signale und Schranken, da der Betrieb sehr wartungsintensiv ist und sich eh niemand an die Zeichen bzw. Signale hält. Die Hupe und das Handy haben die Kommunikation auch auf der Schiene verändert.

 

Kein Wunder dass der Zug so schaukelt und quietscht. Hier in den Bergen sind die Temperaturschwankungen am stärksten und das geht über die Jahre natürlich auch aufs Material. Gerade wenn der Wartungsplan wahrscheinlich noch von den Erbauern, den Briten erstellt wurde.

Kein Wunder dass der Zug so schaukelt und quietscht. Hier in den Bergen sind die Temperaturschwankungen am stärksten und das geht über die Jahre natürlich auch aufs Material. Gerade wenn der Wartungsplan wahrscheinlich noch von den Erbauern, den Briten, erstellt wurde.