Noch so lange oder nicht mehr lange hin?

Genau heute in drei Monaten beginnt unsere Auszeit und wir steigen in den Flieger nach Neuseeland. Langsam zählt jeder Tag, den wir noch für unsere Vorbereitungen haben – und es gibt noch jede Menge zu tun. Andererseits mischt sich auch immer konkretere Vorfreude unter die immer länger werdende Aufgabenliste. Hoffentlich bleibt noch genug Zeit, um den ein oder anderen lauen Sommerabend an der Isar mit ein paar inspirierenden Reisebüchern zu verbringen…

Die Suche nach einem Untermieter kann beginnen

WohnungstreppeEin weiterer wichtiger Punkt auf unserer To-Do-Liste kann abgehakt werden: Unser Vermieter hat grünes Licht gegeben, dass er einer Untervermietung während unserer sechsmonatigen Abwesenheit zustimmt. Jetzt heißt es einen passenden Nachmieter zu finden – nicht nur irgendeinen, sondern jemand, dem wir unser Hab und Gut guten Gewissens anvertrauen möchten. Schließlich möchten wir unsere Wohnung möbliert vermieten und danach auch wieder einziehen.

Noch ist unsere Wohnung zu haben. Wer einen Blick darauf werfen möchte, kann dies bei MrLodge tun. Vielen Dank fürs Weitersagen!

Erste Routenänderung

Fliegt man in etwas abgelegenere Ecken dieser Erde, ist das Angebot and Transportmöglichkeiten noch immer etwas eingeschränkt. Nun gehören die Fiji-Inseln im Vergleich zu anderen Südsee-Atollen sicher zu den Gegenden, die mittlerweile relativ gut in das internationale Streckennetz der Fluggesellschaften eingebunden sind. Deshalb hat es uns um so mehr gefreut, dass wir einen Direktflug von Nadi nach Hongkong buchen konnten.

Leider wird diese Verbindung nur von einer einzigen Fluggesellschaft, der Air Pacific, bedient. Bislang zumindest, denn heute hat uns das Reisebüro mitgeteilt, dass die Strecke aus dem Angebot genommen wurde und sie uns stattdessen nur zwei Alternativflüge anbieten können: entweder über Sydney oder Brisbane. Für uns bedeutet das zunächst wieder zurück in den Süden, umsteigen, und dann wieder hoch gen Norden. Nicht, dass wir den Sinn für die Entfernungen im Südpazifik verlieren…

Falls sich jemand fragt, warum wir nicht einfach nach Peking oder einen anderen größeren chinesischen Flughafen ausweichen: Vor Ort in Hongkong ist es vergleichsweise einfach ein Visum für China zu bekommen (hoffen wir zumindest). Für uns gibt es eigentlich keine andere Möglichkeit, da ein Visum für China maximal zwei Monate im Voraus bei der Botschaft beantragt werden kann. In dieser Zeit sind wir allerdings schon unterwegs und möchten unsere Tage auf Fiji nicht auf einem dunklen chinesischen Konsulat mit Warten verbringen.

Tokelau: Isoliert und leider wohl bald „Land unter“

Wer von der Außenwelt isoliert ist, muss für ein gutes Miteinander untereinander sorgen. Tokelau mit seinen drei Inseln und knapp 1.500 Einwohnern ist dafür ein gutes Beispiel. Als letzter Staat der Erde wurde Tokelau im Jahr 1994 mit dem internationalen Telefonnetz verbunden. Im Zuge dessen lernten die Bewohner nicht nur die Vorteile technischer Neuerungen kennen, sondern auch die weniger angenehmen Begleiterscheinungen. So hatte eine Familie angeblich als die ersten Telefonrechnungen eintrafen, bereits ein zweifaches Jahreseinkommen vertelefoniert. Großer Beliebtheit erfreut sich nach wie vor das „Tokelauische Telefon“: In und um die Klohäuschen am Rand der Lagune werden die wichtigsten Neuigkeiten ausgetauscht und natürlich jede Menge Tratsch und Klatsch.

Eine gute Kommunikation untereinander hatte auf Tokelau schon immer einen hohen Stellenwert. Dies mag einer der Gründe gewesen sein, die dazu beigetragen haben, dass das Atoll als letztes Land der Erde Bargeld einführte. Bis zur Einführung galt das sogenannte „Inati“, bei dem Nahrungsmittel, die die Dorfbewohner geerntet oder erlegt haben, gerecht an alle Bewohner verteilt wurden. Auch die Aufgaben wurden – und werden zum Teil auch heute noch – innerhalb der Dorfgemeinschaft gerecht verteilt. In Zeiten der Globalisierung waren die Einwohner jedoch immer mehr auf Handelsbeziehungen mit anderen Staaten angewiesen. Zu den wichtigsten zählen sicherlich Neuseeland und Australien. Zumindest wechselte der Tokelau zusammen mit Samoa im Dezember 2011 auf die westliche Seite der Datumsgrenze, um sich besser an die beiden Haupthandelspartner anzupassen.

Die Anbindung an umliegende Inselnachbarn gestaltet sich (zumindest bislang) relativ schwierig, denn Tokelau hat keinen Flughafen. Das Atoll besitzt auch keinen Hafen, sondern nur einen schmalen Kanal im Riff. Dort dürfte es eher ruhig zugehen, zumal die Schiffsfahrt zum nächstgelegenen Nachbarn Samoa 26 Stunden dauert. Ruhe ist ein gutes Stichwort für Tokelau, es gibt weder Fernseher, noch Waffen, noch ein Gefängnis. Sollte jemand die Inselidylle stören, so ist Steine schleppen die gängigste Strafarbeit, die der Ältestenrat verhängt. Wer sich partout nicht an die Regeln des Insellebens hält, wird für immer verbannt.

Die größte Gefahr droht Tokelau mittlerweile jedoch von ganz anderer Seite: Wie einige andere Inseln des Südpazifiks ist das äußerst Flache Eiland vor allem durch den steigenden Meerespiegel im Zuge der Erderwärmung gefährdet. Die Inseln Tokelaus ragen gerade einmal drei bis fünf Meter aus dem Meer heraus. Experten gehen deshalb davon aus, dass es noch im Laufe des 21. Jahrhunderts leider „Land unter“ für Tokelau heißen wird.

Kommunizieren auf Reisen: E-Mail

Es ist nicht gerade die spannenste Aufgabe im Rahmen der Reisevorbereitung, aber es lohnt sich, ein wenig Zeit in das Thema E-Mail-Konten zu investieren. Damit während der Reise Euer E-Mail-Postfach nicht überquillt, hier ein paar Tipps:

  • Tragt Euch bereits im Voraus aus allen Newsletter-Listen aus, die Euch nicht wirklich interessieren. Damit reduziert sich Euer Mailaufkommen sehr deutlich und Ihr habt den Blick frei auf relevante Nachrichten.
  • Wenn Ihr mehrere Accounts bei verschiedenen Anbietern habt, richtet eine automatische Weiterleitung auf einen zentralen E-Mail-Account ein. Dann müsst Ihr nur ein Postfach checken, was mitunter viel Zeit und Kosten spart. Zum einen habt Ihr sicher besseres zu tun, als stundenlang vor dem Rechner zu sitzen. Zum anderen können die Gebühren für die Internetnutzung unterwegs ganz schön zu Buche schlagen. Von Zeit zu Zeit (wenn Ihr z.B. Zugang zu einem kostenlosen und stabilen WLAN oder kabelgebundenen Internetzugang habt) lohnt sich dennoch ein Blick in die anderen Accounts. Manchmal kommt es vor, dass Mails irrtümlich im Spamordner landen und dann nicht weitergeleitet werden. Zudem sollte man auch auf Reisen die Postfächer hin und wieder von Mails löschen, die nicht mehr benötigt werden.
  • Apropos mehrere E-Mail-Accounts: Es lohnt es sich, einen privaten E-Mail-Account zu haben und einen, den Ihr für die offizielle Korrespondenz nutzt, z.B. für Buchungsbestätigungen, für das Hinterlegen von Scans von Reisepass & Co. oder für die Jobsuche von unterwegs. Auf Reisen werdet Ihr Eure Mails vermutlich nicht regelmäßig lesen oder vielleicht sogar über längere Zeit – ob gewollt oder ungewollt – gar nicht. Damit diejenigen, die Euch schreiben, auch wissen, was Sache ist, könnt Ihr eine automatische Antwort hinterlegen. Je nach individueller Einstellung erhält dann jeder oder bestimmte Absender vom Mailsystem eine kurze Nachricht. Für den offiziellen Mailverkehr kann der Antworttext entsprechend förmlicher ausfallen mit dem Verweis, dass man sich schnellstmöglich melden wird (macht sich gut bei potenziellen Arbeitgebern). Beim privaten Mailverkehr kann man ruhig etwas kreativer sein oder z. B. auf seine Pinnwand-Einträge auf Facebook verweisen.

Noch genau sechs Monate

In genau sechs Monaten am 29.9.2012 geht’s los – und noch so viel zu tun bis dahin: sich Gedanken um die weitere Reiseroute machen, die ersten Unterkünfte in Neuseeland buchen, sich um einen Minivan für Neuseeland kümmern, Versicherungen überprüfen und neue abschließen, Einreise- und Visabestimmungen klären, ein gemeinnütziges Projekt finden, dass man unterstützen könnte, sich um Bezahlmöglichkeiten kümmern, eine neue Küche einbauen (lassen), die Wohnung untervermieten, die Wohnung aufräumen und ausmisten, auf den Flohmarkt gehen, den Job kündigen, sicherstellen, dass man alle nötigen Impfungen hat, noch mal beim Zahnarzt vorbei schauen, etc.

Irgendwas vergessen?

Bestimmt.

Das passende Flugticket: Round the World, Airpass oder individuell

ReiseticketReisen und dabei möglichst den Geldbeutel schonen, das fängt schon bei der Wahl der Flugtickets an. Zunächst hatten wir eine grobe Reiseroute festgelegt und im Internet nach Flügen gesucht, um eine bessere Vorstellung über verfügbare Verbindungen und Ticketpreise zu bekommen. Für eine erste Orientierung war das ganz ok, allerdings stößt man relativ schnell an Grenzen, wenn die Flüge – wie in unserem Fall – zeitlich gesehen noch relativ weit in der Ferne liegen. Normalerweise findet man bei Online-Flugportalen Verbindungen bis zu elf oder zwölf Monate im Voraus. Oder man wird überhaupt nicht fündig, wenn man nach etwas exotischeren Flugverbindungen abseits des Tourismus-Maintreams sucht.

Wer mehr oder weniger den klassischen Reiserouten folgt, der ist unter Umständen mit einem Round-the-World (RTW) Ticket gut beraten. Diese Tickets gibt es beispielsweise von Fluglinien, die der Star Alliance angehören, One World oder Skyteam. Außerdem werden sie auch von spezialisierten Reisebüros wie Reiss aus! angeboten. Eine weitere Alternative sind so genannte Airpasses, die für eine bestimmte Region wie zum Beispiel Afrika, Asien oder Südamerika angeboten werden. Allerdings gibt es die Airpasses meist nur in Kombination mit einem Fernflug der jeweiligen Fluggesellschaft. Zudem wechseln die Angebote und Konditionen häufig.

Wer sowieso über London reisen möchte, für den könnten Angebote wie www.thegreatescape.com von Air New Zealand, Singapore Airlines und Virgin Atlantic sowie das Ticket World Walkabout Fare von Qantas, Cathay Pacific, Air Pacific und British Airways interessant sein. Leider gelten die Angebote nur ab Großbritannien.

Hilfreiche Tipps zur Reiseplanung nicht nur für Leute, die sich für Round-the-World-Tickets interessieren, gibt es zum Beispiel auf www.roundtheworldflights.com. Weitere hilfreiche Portale sind etwa weltreise-info.de oder www.weltreiseforum.de.

Da unsere geplanten Flugstrecken nicht den klassischen Reiserouten entsprechen, kamen weder ein Round-the-World-Ticket noch ein Airpass in Frage. Deshalb haben wir uns für den ersten Teil unserer Flugbuchungen für den Anbieter STA Travel entschieden. Zum einen sind wir ausführlich und stressfrei beraten worden, was Flugoptionen und Reiseländer betrifft, zum anderen war der Ticketpreis günstiger als der, den uns zuvor ein anderes Reisebüro angeboten hatte. Ein weiteres Argument aus unserer Sicht: Sollten wir einen Flug umbuchen wollen, können wir das zentral über STA erledigen lassen. Hätten wir über den anderen Anbieter gebucht, hätten wir Umbuchungen mit der jeweiligen Airline selbst vornehmen müssen. Dass dieser Service sich irgendwo in den Ticketpreisen niederschlägt, versteht sich von selbst. Das war es uns allerdings Wert. Bucht man auf eigene Faust, riskiert man dass die Tickets von einigen Billiganbietern bei Umbuchungen schnell sehr teuer werden oder überhaupt nicht umbuchbar sind.

Den zweiten Teil unserer Flüge werden wir buchen, sobald unsere weitere Reiseroute steht und die Flüge tatsächlich buchbar sind.

Gebucht: Neuseeland, Samoa, Fiji und Hongkong

FlugverbindungenEs ist klirrendkalt, es schneit und die meisten Leute machen lange Gesichter, sofern man sie überhaupt unter Mützen, Schals und dicken Jacken erkennen kann. Ein guter Tipp, damit einem das alles nichts anhaben kann: rein ins Reisebüro und Flüge buchen. Genau das haben wir getan und haben die ersten Flüge fix gemacht:

Los geht es am 29. September 2012 nach Neuseeland, dann weiter nach Samoa, Fiji und anschließend nach Hongkong. Damit haben wir schon mal die ersten Anlaufpunkte gebucht, von wo aus wir jeweils weiter reisen werden.

Zwar sind es leider noch immer 296 Tage bis es wirklich los geht, aber mit den Tickets in der Hand vergeht die Zeit bis dahin hoffentlich wie im Flug.

Tauschen macht glücklich: Vanuatu

Bei unseren Recherchen zu weiteren Zielen in der Südsee sind wir unter anderem auf den Inselstaat Vanuatu gestoßen. Vanuatu scheint ein echter Schatz zu sein, denn nach Untersuchungen der britischen New Economics Foundation (NEF) von 2006 sind die Einwohner Vanuatus im weltweiten Vergleich am glücklichsten. Sogar die Nationalhymne beginnt mit den Worten ‚Wir, wir, wir sind glücklich‘ (zum Mitsingen hier klicken).

Doch woran könnte das liegen könnte? Vielleicht weil die Bewohner ein eigenes Wertesystem haben und sich (noch) nicht alles um Cash und harte Dollar dreht. Bei der einheimischen Bank Tanbunia gibt es Scheckbücher, Zinsen, Hypotheken und Kredite wie bei jeder anderen Bank auch. Im Tresorraum lagern etwa 60 Millionen Euro – allerdings nicht in Form von Scheinen oder Goldbarren, sondern in Gestalt von Steinen, Muscheln, Schilfmatten oder auch Lebensweisheiten. Welchem Wert die Gegenstände oder gute Ratschläge in der lokalen Tauschwährung Livatu entsprechen, regelt eine bankeigene Tabelle. Ein Livatu entspricht dabei dem Wert eines vollständigen Stoßzahns eines Wildschweins. So gesehen besitzt jeder Einwohner etwas, das er eintauschen oder zu Geld machen kann. Der Staat garantiert außerdem, dass die Einlagen in die offizielle Landeswährung Vatu umtauschbar sind.

Inzwischen interessieren sich wohl auch die Vereinten Nationen für das Modell und möchten es für Entwicklungsländer testen. Komplett auf Geld verzichten möchten die Bewohner von Vanuatu allerdings auch nicht. So erzielte der Staat mit dem Verkauf der Top-Level-Domain .vu angeblich über 42 Millionen Euro.