Königlich abnehmen: Tonga

Noch immer steht nicht fest, wohin genau die Reise gehen soll. Fest steht aber, dass wir die ein oder andere Südseeinsel besuchen möchten. Zwar sind wir uns so gut wie einig, dass Samoa Teil unserer Route sein wird. Ozeanien hat aber noch jede Menge anderer interessanter Inselreiche zu bieten, die schon beim Lesen Lust machen, sie genauer zu erkunden.

Wie zum Beispiel Tonga: Die Einwohner von Tonga ähneln in ihren Essgewohnheiten den Bayern. Sie essen gerne, viel und vor allem sehr kalorienreich, wobei Knödel und Schweinebraten wohl eher selten auf der Speisekarte stehen dürften. Stattdessen setzt die lokale Küche auf einheimische Spezialitäten wie Yams und Kokos. Traditionellerweise gelten dicke Menschen auf Tonga als schön und gesund. Allerdings ist mittlerweile der Großteil der Tongaer dermaßen schwergewichtig, dass die Regierung vor einigen Jahren ein Programm für eine gesündere Ernährung ins Leben rief und versuchte die Bevölkerung zu mehr Sport zu motivieren. Als besonderen Anreiz rief Tongas König Taufaʻahau Tupou IV. einen Wettbewerb aus, bei dem 500 Dollar demjenigen als Belohnung winkten, der am meisten Gewicht verlor. Er selbst schaffte es 1976 mit seinen knapp 210 kg als schwerster König der Welt ins Guiness Buch der Rekorde.

Wer sich beklagt, dass Staatsoberhäupter ihren Untertanen selten mit gutem Beispiel voran gehen, der dürfte mit Taufaʻahau Tupou IV. in dieser Hinsicht zufrieden sein: Von seinen ursprünglich etwa 210 kg gelang es ihm rund 70 kg abzuspecken. Selbstverständlich nicht Seite an Seite mit seinen schwitzenden Untertanen in einem x-beliebigen Fitness-Studio, sondern mit königlicher Souveränität: Stattdessen ließ seine Hoheit regelmäßig den Flughafen der Hauptstadt sperren und nutzte die Start- und Landebahnen zum würdevollen Fahrradfahren.

Reiseführer: Lesen, sehen, hören

Reiselektüre

Stapelweise Reiseführer

Unter Reisenden findet man zwei Gruppen: die Vorab-Informationsverweigerer, die völlig unvoreingenommen ihre Reise antreten und möglichst wenig über ihr Ziel lesen, hören oder sehen möchten – was in der heutigen Zeit des Informationsüberflusses nicht ganz einfach sein dürfte. Die anderen dagegen inhalieren quasi jeden noch so kleinen Hinweis über Land & Leute, sodass einen das Gefühl beschleicht, die Personen treten die Reise nur noch an, um sich zu vergewissern, dass auch tatsächlich alles so ist, wie sie zu Hause recherchiert haben.

Mit unserer Reisevorbereitung befinden wir uns wohl irgendwo zwischen beiden Extremen. Gerade für kalte Winterabende sind die Dokumentationen der BCC zu empfehlen. Wunderschöne und zum Teil wirklich beeindruckende Aufnahmen schüren definitiv das Fernweh. Wer sich den Weg zur Arbeit oder das Training im Fitness-Sudio etwas verschönern möchte, hört einfach bei den Reise-Podcasts von GEOaudio rein. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen tut es auch ein Reiseführer von Marco Polo, Merian oder DuMont. Für Nicht-Pauschalurlauber reichen diese Überblicksreiseführer jedoch meist nicht aus. Vor allem Lonely Planet gibt hilfreiche Tipps wie man auf eigene Faust von A nach B kommt und wo man günstig Essen und Schlafen kann, zum Teil auch für die entlegensten Regionen dieser Welt. Allerdings kann man getrost davon ausgehen, dass jegliche ‚Geheimtipps‘ innerhalb kürzester Zeit völlig überlaufen sind, sofern sie auch nur einmal lobend im Lonely Planet erwähnt wurden. Alternativ lohnt auch ein Blick in die Reiseführer von Stefan Loose oder die Rough Guides.

Geben der gute alte Leuchtglobus oder Diercke Weltatlas nicht genug her, lohnt sich die Investition in ein paar Landkarten. Die helfen vor allem, sich einen besseren Überblick zu verschaffen, was Entfernungen betrifft und vermitteln ein realistischeres Gefühl für die tatsächliche Größe von Ländern wie Indien oder China. Sollen sie später mit ins Gepäck, schadet es nicht, wenn sie handlich sind sowie reiß- und wasserfest. Besonders praktisch sind Karten, auf denen die Ortsnamen sowohl in der Landessprache als auch in der englischen Schriftweise angegeben sind. Ansonsten könnte es unter Umständen etwas schwierig werden beispielweise 香格里拉 zu finden.

PS: Herzlichen Dank an alle, die uns mit Reiseführern & Tipps versorgen!

Wohin soll die Weltreise denn gehen?

Die Planung der Reiseroute dürfte im Vorfeld zu den zeitaufwändigsten Aufgaben zählen, zumindest in unserem Fall. Wir waren uns zwar sehr schnell einig, dass zwei Reiseziele auf jeden Fall dabei sein würden: Laos und Samoa. Die Wahl der übrigen Länder gestaltet sich aber deutlich schwieriger. Dazu später sicher mehr.

Bereits bei unserer ersten Reise im Winter 2010 hatte uns Laos in mehrerer Hinsicht irgendwie gepackt. Insbesondere der Norden des Landes, der noch weitgehend unerschlossen ist, hat es uns angetan. Unerschlossen nicht nur was den Tourismus betrifft, sondern auch wenn es um die grundlegende Versorgung mit Wasser, Strom, Krankenhäusern, Schulen oder den Ausbau von Straßen geht. Verlässt man die größeren Städte (davon gibt es nur sehr wenige), merkt man ganz schnell, dass Laos das ärmste Land Südostasiens ist: 44 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Jeder Dritte kann nicht lesen und schreiben und nur jeder Zweite hat Zugang zu sauberem Wasser. Ähnliche Zustände findet man in afrikanischen Entwicklungsländern. Einige Einheimische und ausländische Unterstützer versuchen dies zu ändern und bemühen sich einen nachhaltigen Tourismus aufzubauen. Eine Idee, die wir gerne vor Ort durch die Unterstützung eines derartigen Projekts mit vorantreiben würden. Idealerweise in einer der bergigen nördlichen Regionen, die wir gerne noch entdecken würden.

Zwar hat man in letzter Zeit einiges über Samoa gelesen oder gehört, nachdem der Südseeinselstaat beschlossen hat, einen Tag quasi im Meer zu versenken und auf die andere Seite der Datumsgrenze zu wechseln. Wir hatten Samoa allerdings schon als Reiseziel auf dem Zettel, seitdem wir vor ein paar Monaten eine Reportage im TV darüber gesehen hatten. Im Vergleich zu Deutschland erscheinen zwar alle Südseeinseln irgendwie exotisch, Samoa ist allerdings noch etwas exotischer, da es mitunter etwas deutsch sein kann. Samoa war Ende des 19. Jahrhunderts eine deutsche Kolonie und manche Dinge erinnern wohl noch immer an diese Zeit. So heißt der derzeitige Vize-Premierminister Misa Telefoni Retzlaff. Der Großvater von Herrn Telefoni kam nämlich aus Deutschland mit dem Auftrag das Telefonnetz auf der Insel aufzubauen. Seitdem werden die Retzlaffs der samoanischen Tradition folgend als Telefoni-Familie bezeichnet. Schon allein wegen dieser Geschichte möchten wir nach Samoa um ein Familienmitglied der Telefonis zu treffen. Oder zumindest anzurufen.

Auszeit: Es wird ernst

Reisen macht Spaß. Reisen gibt Kraft und Energie. Reisen öffnet einem dem Augen dafür, was das Leben sonst noch zu bieten hat. Nämlich mehr als Alltag, allzu Vertrautes, Arbeit und ein paar Wochen Urlaub im Jahr.

Aus der ursprünglich vagen Idee, Job und Routine einmal längere Zeit hinter sich zu lassen und stattdessen die Zelte abzubrechen und mehrere Monate zu Reisen, ist mittlerweile ein fester Entschluss geworden: Ab Oktober 2012 planen wir für sechs Monate Schreibtisch-Routine gegen Rucksack und neue Eindrücke einzutauschen.

Unsere Tour soll uns dabei durch mehrere Länder Asiens und Ozeaniens führen. Allerdings geht es uns nicht nur darum Spass zu haben und die Seele baumeln zu lassen (in erster Linie natürlich schon). Da wir uns in der Vergangenheit immer mal wieder die Frage gestellt haben, welchen Sinn unser Job eigentlich hat, möchten wir unserer Auszeit auch sinnvoll nutzen und für eine Zeitlang ein gemeinnütziges Projekt unterstützen.

Ihr seid herzlich eingeladen uns auf unserer Reise sozusagen virtuell zu begleiten. Auf http://weiteweltreise.de erfahrt Ihr zunächst mehr über unsere Planung und Vorbereitung. Sobald es wirklich ernst wird, gibt es natürlich auch Berichte und Fotos von der Reise selbst. Für Tipps and Hinweise sind wir jederzeit dankbar, wir freuen uns aber auch über Eure Fragen und Kommentare.

In diesem Sinne:

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Aurelius Augustinus

Viel Spaß beim Lesen wünschen Kai & Stefanie!