Erste Eindrücke von Neuseelands Südinsel

Nach 35 Stunden Anreise überqueren wir endlich die Alpen Neuseelands

Queenstown begrüßt uns mit einem kalten Frühlingstag

Fergburger – über Landesgrenzen hinweg bekannt und lecker

Bei Fergburger ist für jeden Hunger etwas dabei

Unsere erste Nacht im Camper verbringen wir direkt am Ufer des Lake Wakatipu in Kinloch

Typisch für Neuseelands Südinsel – immer wieder Schafe und Berge

Netter Versuch, aber mit Abstand das dunkelste Brot auf dem Markt

Aufwachen mit Graupelschauer, das macht Laune…

Wo zur Hölle sind wir hier gelandet?

Wir sind die ersten am Milford Sound und wärmen uns an Kaffee, Tee und Muffins

Entlang der Milford Road wird es langsam Frühling

Eiskalt und wunderschön

Nach drei Stunden Aufstieg erreichen wir endlich den Lake Marian

Nicht jedes Fleisch im Schafsdarm verdient die Bezeichnung Wurst

Auf dem South Coast Track – ganz wie man sich einen Regenwald vorstellt

Die letzte Brücke vor der Antarktis

Stürmische See am Nugget Point

Ein sonniger Moment an einem durch und durch regnerischen Tag

Phantastische Aussicht über den Lake Hawae

Grau in grau präsentiert sich der Franz-Josef-Gletscher. Neuseelands höchster Berg, Mount Cook, ist nur zu erahnen.

Unser teuerster Tag

An den Pancake Rocks scheint für einen kurzen Moment die Sonne

Stillwell Bay nur für uns – wie aus dem Urlaubskatalog

Blick vom Abel Tasman Walk zur Adele Island

Schnupfennase trifft Regenwald

Sonnig, aber saukalt

Endlich T-Shirt-Wetter an der Golden Bay!

Die Golden Bay macht ihrem Namen alle Ehre

1kg Rumpsteak für ca. 8 €. Das freut das Männerherz!

Wir sind dann mal weg

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Noch sitzen wir am Flughafen und warten auf den Flieger, der uns zum ersten Zwischenstopp in London bringt. Die letzten Tage waren ziemlich stressig, aber letzten Endes haben wir doch noch alles hinbekommen (zumindest die wichtigsten und meisten Sachen) und konnten uns noch von einigen von Euch gebührend verabschieden.

Habt eine schöne und glückliche Zeit, wir denken an Euch! Herzlichen Dank für die ganzen Glückwünsche, Ihr werdet uns fehlen!

Frohe Weihnachten, guten Rutsch und frohe Ostern!

Wir sehen uns rund um Ostern 2013 wieder. Sobald der Rückflug steht, melden wir uns… spätestens 🙂

Liebe Grüße

Kai & Stefanie

Wenig Platz für viel Gepäck

Das sind sie also, unsere beiden größten und hoffentlich auch treuen Begleiter während unserer sechsmonatigen Auszeit. Nach längerem Hin und Her, einiger Recherchen im Internet und Probetragen bei diversen Reise- bzw. Sportausstattern vor Ort haben wir uns letztendlich für zwei Rucksäcke entschieden: Kai konnte sich relativ schnell für den Escalde Pack 80 von Jack Wolfskin begeistern, während Stefanies Wahl nach etwas längerem Sichnichtentscheidenkönnens schließlich auf den Hera Travel 70 von Mammut fiel.

Beide Rucksäcke sind ausgewiesene Reiserucksäcke mit entsprechender Ausstattung und gehören mit einem Packvolumen von 80 bzw. 70 Litern zu den etwas größeren Vertretern ihrer Gattung. Außerdem lassen sich beide einfach transportfähig machen, indem man das Tragesystem zum Beispiel während des Flugs durch eine integrierte Abdeckung schnell und ordentlich verstaut. Damit lässt sich das Risiko, am Ende einer holperigen Busfahrt einen auseinander gerissenen Rucksack in Empfang nehmen zu müssen, deutlich minimieren.

Escalade Pack 80 – für starke und anspruchsvolle Männer

Mit seiner umfassenden Ausstattung entspricht der Escalade Pack 80 der eines ordentlichen Trekking-Rucksacks mit einem sehr komfortablen Tragesystem und integriertem Regencover. Die Möglichkeit, das Hauptfach auch frontal öffnen zu können, macht das tägliche Ein- und Auspacken deutlich einfacher. Den 15 Liter umfassenden Daypack kann man problemlos entweder vor dem eigenen Körper oder Huckepack an den Hauptrucksack mittels Schnallen befestigen. Alles in allem sollte der Escalade Pack 80 somit nicht nur ein praktischer Begleiter für Backpacker sein, sondern auch die ein oder andere mehrtägige Trekking-Tour problemlos überstehen. Allerdings bringt der Rucksack mit seinen 80 Liter Volumen und der ganzen Ausstattung bereits einiges an Eigengewicht auf die Waage und eignet sich mit seinen 3.150g (plus 400g Daypack) wohl eher für starke Männer.

Hera Travel 70 – für etwas weniger starke Frauen

Speziell für Frauen ist der Hera Travel 70 konzipiert, was sich in einem etwas schmaleren und kürzeren Tragesystem äußert, einem geringen Eigengewicht von 2.150g (sinnvoll) sowie in einem geblümten Innenfutter (naja). Grob gesagt in der Hera Travel eine gute Kombination aus einer Reisetasche, die frontal beladen werden kann mit seitlichen Griffen, und einem Rucksack, der über ein einigermaßen ordentliches Tragesystem und seitlichen Einschüben für Wasserflaschen oder ähnliches verfügt. Für Tagesausflüge oder Stadtbummel kann man praktischerweise das Deckelfach komplett abnehmen und es stattdessen separat als Umhängetasche verwenden. Leider ist standardmäßig kein Regencover enthalten, das man separat für ein paar Euro zusätzlich bekommt.

Im Laden oder Online – Preise vergleichen lohnt sich

Was die doch recht hohen Anschaffungskosten betrifft: Wir haben beide Rucksäcke weitaus günstiger erhalten, als laut unverbindlicher Preisempfehlung der Hersteller. Den Escalade Pack gab es für 180€ bei Globetrotter im Laden, da es sich um ein Ausstellungsstück handelte. Den Hera Travel gab es für 160€ im Onlineshop von Outdoorworks, da er in den Farben der Vorsaison gehalten ist (also grau statt braun).

Von außen betrachtet wirken die beiden Rucksäcke riesig, wirft man allerdings einen Blick in das Innere, kommen uns doch leise Zweifel, wie wir unser gesamtes Hab und Gut für ein halbes Jahr darin verstauen sollen. Vor allem, da wir in Neuseeland, China und (sofern möglich) Tibet im durchaus kalten Frühling bzw. Winter unterwegs sein werden und sicherheitshalber auch ein paar wärmere Klamotten wie Fleeze-Pullover, Mütze und Thermo-Unterwäsche einpacken werden.

Bikini, Flipflops und Handschuhe im Gepäck

Im Gegensatz zu vielen anderen Sunshine-Only-Backpackern, würden wir auf unserem Trip nur mit Bikini, Handtuch und Flipflops bewaffnet wahrscheinlich nicht weit kommen. Leider ist es auch nicht so, dass wir die warmen Klamotten einfach nach unserem ersten frühlingshaften Aufenthalt in Neuseeland nach Hause schicken können, da sie im winterlichen Dezember in China bestimmt noch einmal zum Einsatz kommen werden.

Ob wir die Sachen tatsächlich alle brauchen werden oder was wir stattdessen hätten lieber mitnehmen sollen, wird sich unterwegs zeigen. Wen es interessiert, was wir im Einzelnen durch die Weltgeschichte buckeln und ob wir rückblickend schlau gepackt haben werden, der kann gerne einen Blick auf unsere Gepäckliste werfen.

Abschließend eine kleine Randbemerkung: Für die kommenden Tage ist für Queenstown Schneefall angesagt, unsere erste Station im Süden Neuseelands…

Noch ein Monat – der Countdown läuft

Langsam aber sicher rückt der Tag unserer Abreise näher. Genau in einem Monat, am 29. September 2012 um 16:25h, steigen wir in den Flieger Richtung Neuseeland. Etwa 28 Stunden und drei Zwischenstopps (London, Singapur und Sydney) später werden wir im Süden Neuseelands in Queenstown landen. Flugtickets und Reisepass haben wir in der Tasche, die erste Nacht im Hostel ist gebucht und der Camper steht dann hoffentlich, wie vereinbart, am 2. Oktober 2012 für die weitere Erkundung der beiden Inseln bereit. Prinzipiell könnte es also losgehen – wären da nicht eine umfassende To-Do-Liste, die die Vorfreude noch im Zaum hält, und einige Tage Arbeit, die wir noch ordentlich hinter uns bringen müssen.

Was die Arbeit betrifft, so haben wir beide das große Glück, dass unsere Arbeitgeber uns die Möglichkeit bieten, für sechs Monate ein Sabbatical einzulegen, um anschließend wieder in unsere derzeitigen Jobs einzusteigen. Was die To-Do-Liste betrifft, so werden wir irgendwie das unheimliche Gefühl nicht los, dass die Liste von Tag zu Tag länger wird, statt kürzer.

Nichtsdestotrotz haben wir schon einige wichtige Punkte auf unserer Agenda abgearbeitet, so haben wir inzwischen einen Untermieter für unsere Wohnung, einen Stellplatz für Auto und Motorrad sowie für unser Hab und Gut aus der Wohnung gefunden, jemanden ausfindig gemacht, der uns im Job während unserer Abwesenheit vertritt, unsere Ausrüstung zu 90% vervollständigt, uns eine Batterie an Passfotos für diversa Visa zugelegt, alle Infos rund um Visa und Einreisebedingungen für unsere Wunschziele zusammengetragen, eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen und uns zwei große Travel-Rucksäcke zugelegt, um nur ein paar Dinge zu nennen.

Bei den Punkten, die noch offen sind, finden sich unter anderem die letzten Arzt- und Zahnarztbesuche, die letzte noch ausstehende Impfung und Abstimmung mit diversen Versicherungen, die Komplettierung der Reiseapotheke, die Vervollständigung unseres Überweisungs- und Abhebungsplans, das Zusammenstellen von allen wichtigen Adressen, Telefon- und Notfallnummern, die Abmeldung unseres Autos, die Verabschiedung von Freunden und Familie, Probepacken mit anschließendem richtigen Packen und vieles mehr. Außerdem haben wir uns noch immer nicht für eine gemeinnützige Organisation entschieden, die wir während unseres Sabbaticals für einige Wochen vor Ort unterstützen möchten. Erste Kontakte sind bereits geknüpft, die Details werden sich aber hoffentlich in den nächsten Wochen ergeben. Was mit dem größten Zeitaufwand verbunden sein dürfte: Kurz vor Abflug müssen wir unsere Wohnung weitgehend leer räumen, noch mal auf dem Wertstoffhof vorbeischauen und die übrigen Sachen bei einem netten Kollegen einlagern, der außerhalb der Stadt wohnt und uns in seinem Keller Stauraum zur Verfügung stellt.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die uns mit hilfreichen Tipps und Geschenken sowie tatkräftig und moralisch unterstützt haben, sich für unser Vorhaben interessieren und dies hoffentlich auch in Zukunft weiter tun werden! Wir werden Euch vermissen.

Mitbringsel aus China: trinken oder einreiben?

20120730-210508.jpg Mit 12 Stunden Verspätung ist Kai endlich wieder von einem dreiwöchigen Einsatz in China zurück, mit allerhand leckeren, teilweise aber auch fragwürdigen Spezialitäten aus dem Reich der Mitte im Gepäck.

Man muss schon genauer hinschauen, um herauszufinden, für welchen Zweck das Gebräu in der grünen Flasche gedacht ist. Ob die Ähnlichkeit zu Soja-, Fisch- und Chilisaucen aller Art gewollt ist? Sozusagen um die Moskitos schon mit der Verpackung arglistig zu täuschen?

Doch selbst wenn man sich darauf verständigt (ohne es genau zu wissen), dass es sich wohl um ein Anti-Moskito-Mittel asiatischer Machart handelt, stellt sich mir die Frage: trinken oder einreiben?

Von Tollwut, Malaria und Tripper: Ein Besuch im Tropeninstitut

Tropeninstitut MünchenKaum hat man den Raum betreten, schallt einem schon ein  „In die Liste eintragen, das Formular da ausfüllen und warten, bis Sie aufgerufen werden“ im strengsten Sekretärinnenton entgegen. Im Tropeninstitut der Münchner Universität geht es zu wie auf einer typisch deutschen Behörde, nur, dass man (noch) keine Nummer ziehen muss und es erfreulicherweise kostenloses WLAN gibt. Das ist sehr praktisch, da es beim ersten Besuch doch über eine Stunde dauert, bis ich an der Reihe bin. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Kassen- oder Privatpatient ist. Warten und bezahlen müssen hier alle.

Bewaffnet mit meinem eselsohrigen aber bestens gepflegten Impfpass ergattere ich einen Sitzplatz im Vorzimmer. Vor mir sind etwa 20 andere Impfwillige, die überraschenderweise größtenteils nicht der Gattung typischer Backpacker angehören, sondern eher der Kategorie Bürogeher, Lehrer oder Rentner. Im Fünf- bis Zehn-Minuten-Takt huscht ein Arzt oder eine Ärztin in den Raum und ruft die Wartenden auf, bemüht die mitunter krakeligen Hieroglyphen in der Anmeldeliste richtig zu interpretieren.

Nach gut einer Stunde bin ich endlich an der Reihe und werde von einem hemdsärmeligen Arzt in ein Nebenzimmer begleitet. Dort stehen zwei große abschließbare Kühlschränke, auf denen sich bereits etliche aufgerissene Verpackungen verschiedenster Injektionen stapeln. Nach einer kurzen Begrüßung, einem Blick auf das ausgefüllte Formular und in meinen ziemlich voll beschriebenen Impfpass möchte der Arzt wissen, wohin die Reise geht und für wie lange.

„Ein halbes Jahr reisen? Hört sich nach Krise an“, lautet seine erste Diagnose. Nachdem ich ihm versichert habe, dass es sich in meinem Fall nicht um eine Auszeit zur Krisenbewältigung handelt, stimmt er mir zu, dass mein Vorhaben eine sehr gute Idee ist und er vor vielen Jahren selbst einmal 13 Monate mit einem Bus durch Südamerika getingelt ist. Nachdem wir die empfohlenen und noch fehlenden Impfungen durchgegangen sind, einigen wir uns auf zwei erste Injektionen gegen Tollwut und Japanische Enzephalitis. Gegen andere Klassiker wie Tetanus, Diphterie, Masern, Röteln, Mumps, Hepatitis A & B, Polio und Typhus bin ich bereits gewappnet. Immunisierungen gegen Gelbfieber und Cholera benötigt man derzeit glücklicherweise nicht für unsere Reiseziele (Momentan stehen folgende Länder fest: Neuseeland, Samoa, Fiji und China. Auf der Shortlist befinden sich Tibet, Myanmar, Malaysia, Indien,  Laos, Kambodscha, Thailand und Singapur.)

ImpfbuchNach zwei kurzen Picksern und dem Vermerk im Impfbuch ist das Kapitel Impfungen für heute abgeschlossen. Kurz besprechen wir noch das Thema Malaria. Er empfiehlt mir ein Medikament für die notfallmäßige Selbstbehandlung, das ich praktischerweise noch von meiner letzten Südostasienreise zu Hause habe. Auf meine Frage hin, was er denn für die Reiseapotheke empfehle, gibt mir der Pragmatiker drei Tipps: Ibuprofen für Schmerzen und Entzündungen aller Art, eine Ebenol-Salbe für Hautverletzungen und Azithromycin. „Die Tabletten helfen auch gegen Tripper“, meint er in einem Nebensatz und schaut dabei nicht gerade lachend über seinen Brillenrand. „Das fragen viele Männer nach, die nach Thailand reisen“, erklärt er mir dann. Naja, hier im Tropeninstitut bekommen die Ärzte wohl einiges an unliebsamen Urlaubsmitbringseln zu sehen. Was auch immer man vorhat: Zweifelsohne sollte man das Tropeninstitut in jedem Fall besser vor Beginn einer Reise aufsuchen als hinterher, denn dann führt oftmals kein Weg mehr daran vorbei.

Leider kann so ein Impfmarathon eine recht kostspielige Angelegenheit seine, da viele Krankenkassen nur die Kosten für Immunisierungen übernehmen, die in Deutschland erforderlich sind. Wenn man bedenkt, dass z.B. wie in meinem Fall eine Tollwut-Impfung 70€ kostet und man davon drei Injektionen benötigt, sowie zwei Spritzen zu je 95€, um sich gegen Japanische Enzephalitis zu schützen, dann ist die Reisekasse schnell mal eben um 400€ leichter.

Alternativ zum Tropeninstitut kann man die Immunisierung auch über einen spezialisierten Reisemediziner oder Hausarzt erledigen. Allerdings sollte man in diesen Fällen etwas mehr Zeit einplanen, da nicht jede Praxis immer alle Impfstoffe vorrätig hat und diese ggf. erst bestellt werden müssen.

Generell sollte man das Thema Immunisierung nicht erst in den letzten Wochen vor der Abreise in Angriff nehmen, um noch genug Zeit für alle empfohlenen Impfungen zu haben. So benötigt man etwa gegen Hepatitis B zwei Injektionen im Abstand von mindestens einem Monat vor der Abreise. Eine weitere Injektion nach frühestens sechs Monaten sorgt für einen bis zu zehn Jahren  umfassenden Schutz. Außerdem sollte man seinen Körper nicht über Gebühr mit zu vielen Immunisierungen auf ein Mal strapazieren.

Um sich einen aktuellen Überblick über Impfempfehlungen, Sicherheitshinweise sowie Einreisebedigungen für alle Herren Länder zu verschaffen, lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch auf den Webseiten des Auswärtigen Amts. Die Informationen werden regelmäßig aktualisiert und enthalten unter anderem offizielle Reisewarnungen. Weiteres Wissenswertes rund um das Thema Gesundheitsvorsorge stellt auch das Robert Koch Institut zur Verfügung.

Ein Hinweis nur der Vollständigkeit halber: Diese kurze Übersicht ersetzt auf keinen Fall eine individuelle Beratung durch einen entsprechend ausgebildeten Arzt.

Neuseeland: Freiheit auf vier Rädern

Unabhängig mit dem Camper quer durch Neuseeland oder doch lieber per Bus ohne selbst fahren zu müssen mit Übernachtung in Hostels? Oder eine ganz andere Kombination aus Mietwagen, Cabin sowie Bed & Breakfast? Neuseeland bietet Reisenden eine ganze Palette an Fortbewegungsmitteln und Unterkünften. Wer das nötige Kleingeld hat, kann die beiden neuseeländischen Inseln natürlich auch per Flugzeug oder Wohnmobil und in Hotels erkunden.

Letztendlich haben wir uns für einen Camper entschieden, da Neuseeland auf unserer Reise voraussichtlich das einzige Land sein wird, in dem wir als Selbstfahrer unterwegs sein werden. Als Alternative zum ständigen Umgebensein von anderen Leuten in Hostels klang die Privatheit, die einem ein Van ermöglicht, verlockender.

Allerdings fiel uns die Entscheidung aus mehreren Gründen nicht ganz einfach. Der Gedanke, die Tage und vor allem Nächte, im durchaus kühlen neuseeländischen Frühling durchnässt und schlotternd in einem schlecht isolierten Camper verbringen zu müssen, hat die Alternative eines beheizten Hostels oder einer gemütlichen Pension zuweilen doch recht attraktiv erscheinen lassen. Ein weiterer Grund sind die nicht allzu günstigen Preise für Camper und Wohnmobile. Neuseeland mag zwar ein Dorado für Freedom Camping sein (man darf überall dort campieren, wo es nicht verboten ist – vorausgesetzt, das Fahrzeug verfügt über ein geschlossenes Abwassersystem), diese Freiheit auf vier Rädern lassen sich die Anbieter von Wohnmobilen & Co. aber durchaus gut bezahlen.

Zu den etablierten Vermietern gehören u.a.:

Apollo
Britz
Kea
Maui

Reisende mit einem schmäleren Geldbeutel und/oder mit einem Faible für farbenfrohe Vans werden eher bei folgenden Low-Budget-Anbietern fündig:

Mighty (ehem. Backpacker)
Escape
Hippie
Jucy
Wicked

In der Regel sind die Fahrzeuge dieser Anbieter schon etwas älter und verbrauchen entsprechend mehr Kraftstoff. Einige Anbieter verlangen für Diesel-Fahrzeuge darüber hinaus eine „Diesel Tax Recovery Fee“. Auch was die Innenausstattung betrifft, gibt es zum Teil deutliche Unterschiede.

Generell werden die Camper mit ein Art Basisversicherung vermietet, die jedoch bei weitem nicht alle Schäden abdeckt und meist an einen Selbstbehalt gekoppelt ist. Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, kommt um eine zusätzliche Versicherung nicht herum, die ordentlich zu Buche schlägt. Dabei hat man oftmals die Wahl zwischen einer umfassenden Option, die sich auf etwa NZD 25 pro Tag beläuft und auch Schäden am Unterboden, den Reifen und Scheiben beinhaltet, und einer etwas günstigeren Variante. Der Blick ins Kleingedruckte lohnt sich allemal, damit es im Schadensfall zu keiner bösen Überraschung kommt. So sind bei einem Anbieter zum Beispiel Schäden nicht eingeschlossen, die beim Rückwärtsfahren des Vans entstehen – auch nicht bei der Deluxe-Versicherungsvariante.

Bei den meisten Anbietern kann man sich über deren Webseite sofort oder innerhalb weniger Stunden ein unverbindliches Angebot erstellen lassen. Wie fast überall in der Reisebranche fallen die Kosten entsprechend der jeweiligen Saison unterschiedlich aus. Für uns bedeutet das, dass wir kurz vor Beginn der Hauptsaison im Oktober unterwegs sein werden. Wie wir feststellen mussten, sind die Preise zwar etwas niedriger, allerdings bieten außerhalb der Hochsaison nicht alle Anbieter Fahrzeuge von etwas weniger frequentierten Städten wie Queenstown und Wellington an. Oder sie verlangen beispielsweise NZD 330 als „Remote Location Fee“.

Nachdem wir uns einige Angebote von unterschiedlichen Autovermietungen zukommen haben lassen, haben wir es über den deutschen Anbieter bestcamper.de versucht und zugeschlagen: Im Vergleich zum neuseeländischen Anbieter selbst war das Angebot des deutschen Vermittlers inklusive der teuersten Stress-Free-Versicherung um rund € 400 (kein Tippfehler: vierhundert Euro) günstiger. Ein misstrauischer Blick in einschlägige Reiseforen brachte keine negativen Bewertungen zu Tage, sodass wir nun über bestcamper.de einen Cabana Camper von Jucy zwischen Queenstown und Auckland gebucht haben. Wollen wir hoffen, dass tatsächlich alles reibungslos klappt.