Laos: Ein Land mit eigenem Rhythmus und Schätzen aus dem Urwald

Willkommen in Laos! Im Hintergrund erkennt man die zukünftige Grenzdurchfahrt und vorne rechts die Visa-Stelle. Übrigens zahlen Amerikaner am meisten für das Visum.

Willkommen in Laos! Im Hintergrund erkennt man die zukünftige Grenzdurchfahrt und vorne rechts die Visa-Stelle. Übrigens zahlen Amerikaner verständlicher Weise am meisten für das Visum.

 

Luang Namtha: Eine kleine Mutprobe auf einer Radtour durchs Hinterland. Selbst die Einheimischen müssen ihre Mopeds schieben und das soll schon was heißen!

Luang Namtha: Eine kleine Mutprobe auf der Radtour durchs Hinterland. Wenn selbst die Einheimischen anfangen, ihre Mopeds zu schieben, soll das schon was heißen!

 

Luang Namtha: Silvester 0 Uhr! Da hat man genug Zeit mal zu Hause anzurufen und ein frohes Neues zu wünschen, ohne Angst haben zu müssen etwas zu verpassen.

Luang Namtha: Silvester 0 Uhr! Da hat man genug Zeit, um mal zu Hause anzurufen und ein frohes Neues Jahr zu wünschen, ohne Angst haben zu müssen etwas zu verpassen.

 

Man weiß garnicht, was man als erstes essen möchte. Von Ratten über Mäuse und anderen Nagern zu den Kartoffeln. Diese Palette an Köstlichkeiten lässt ja wohl keinen Wunsch offen.

Man weiß gar nicht, was man als erstes essen möchte: von Ratten über Mäuse und anderen Nagern zu Kartoffeln. Diese Palette an Köstlichkeiten lässt ja wohl keine Wünsche offen.

 

...oder man nimmt gleich ein schönes Beinchen mit nach Hause-da weiß man was man hat.

Besser man nimmt gleich ein ganzes, schönes Beinchen mit nach Hause, da weiß man zumindest, was man hat.

 

Zeigt her eure Füßchen...

Zeigt her eure Füßchen…

 

Ausflug in den Urwald rund um Luang Namtha: Diese Fasern werden üblicher Weise als Füllstoff für die Kissen der ärmeren Einheimischen genutzt.

Ausflug in den Urwald rund um Luang Namtha: Diese Fasern werden üblicher Weise als Füllstoff für die Kissen der ärmeren Einheimischen genutzt.

 

Ein reichhaltig gedeckter Tisch mitten im Urwald auf Palmblättern. Mit sticky rice und den bloßen Fingern schmeckt es einfach am besten.

Der morgendliche Einkauf auf dem Markt hat sich gelohnt. Ein reichhaltig gedeckter Tisch mitten im Urwald auf Palmblättern! Mit Sticky Rice und den bloßen Fingern schmeckt es einfach am besten.

 

Luang Namtha: Gut vorbereitet getht es am nächsten Morgen auf eine Kayak-Tour entlang des Naturschutzgebiets Nam Ha.

Luang Namtha: Gut vorbereitet geht es am nächsten Morgen auf eine Kayak-Tour entlang des Naturschutzgebiets Nam Ha.

 

Naturschutzgebiet Nam Ha: Die sehr schöne und zum Teil rasante Tour am Rande des Urwalds ermöglicht uns tolle Einblicke in das ursprüngliche Laos.

Naturschutzgebiet Nam Ha: Die sehr schöne und zum Teil rasante Tour am Rande des Urwalds ermöglicht uns tolle Einblicke in das ursprüngliche Laos.

 

Naturschutzgebiet Nam Ha: Die Kinder freuen sich über den seltsamen Besuch. Trotzdem benötigt man die Erlaubnis der Eltern zum Fotografieren, da einige Angehörige des Stammes der „Lanten“ befürchten, mit der Vernichtung des Fotos könnte auch ihre Seele zerstört werden.

 

Muang Sing: Diese farbenfrohen Kameraden zaubern des öfteren einen schönen Farbanstrich in die Landschaft.

Muang Sing: Diesen farbenfrohen Glaubensbrüdern begegnet man allerorts und sie zaubern des Öfteren einen schönen Kontrast in die Landschaft von Laos.

 

Einige Mönche können ihre früher erworbenen Fähigkeiten sehr gut in ihre neue Umgebung einbringen.

Einige Mönche können ihre früher erworbenen Fähigkeiten und ihren ursprüglichen Beruf sehr gut in ihre neue Umgebung einbringen. Viele von ihnen sind zudem auch nur zeitweilig Mönche.

 

Ein Blick von der Brücke in Nong Khiaw flußaufwärts Richtung Muang Ngoi Neua

Ein Blick von der Brücke in Nong Khiaw flußaufwärts Richtung Muang Ngoi Neua.

 

Nong Khiaw: Die Boote warten im Hafen darauf, die Passagiere entweder nach Muang Ngoi Neua oder Luang Prabang zu bringen. Wir fahren Richtung Norden nach Muang Ngoi Neua.

Nong Khiaw: Die Boote warten im Hafen darauf, die Passagiere entweder nach Muang Ngoi Neua oder Luang Prabang zu bringen. Wir fahren Richtung Norden nach Muang Ngoi Neua.

 

In Muang Ngoi Neua machen wir einen Ausflug auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad. Man kann sich kaum vorstellen, dass hier in dieser absolut traumhaften Wildnis der Krieg sein mitunter grausamstes Gesicht gezeigt hat und zum Teil auch noch heute durch unzählige Blindgänger zeigt.

In Muang Ngoi Neua machen wir auf eigene Faust einen Ausflug auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad. Man kann sich kaum vorstellen, dass hier in dieser absolut traumhaften Wildnis der Krieg sein mitunter grausamstes Gesicht gezeigt hat und zum Teil auch noch heute durch unzählige Blindgänger zeigt.

 

Erst mal ein Papaya-Salat. In der Bar vom alten Khamphan im Nirgendwo am Rande des Hohe Chi Minh Pfades bekommen wir auch einen selbstgebrannten hornhautfarbenen Lao Lao Whisky. Es war der beste, den wir in Laos bekommen haben.

Erst mal einen Papaya-Salat. In der Bar des alten Herrn Khamphan mitten im Nirgendwo und am Rande des Ho-Chi-Minh-Pfades bekommen wir außerdem einen selbstgebrannten hornhautfarbenen Lao-Lao-Whisky. Zu unserem Erstaunen ist es der beste, den wir in ganz Laos bekommen haben und schenkt uns, für einen Moment zumindest, schmerzfreie Beine.

 

Was macht man, wenn einem bei 32 Grad noch zu kalt ist?

Das macht man wohl, wenn einem bei 32 Grad noch zu kalt ist? Wir müssen uns erst einmal vergewissern, ob er überhaupt noch atmet und sind erleichtert, als er eine Augenbraue hebt.

 

Hallihallo, das geht definitiv über eine gute Freundschaft hinaus! Aber wenn Du schon mal im Keller bist, kannste mal nachschauen ob noch alles in Ordnung ist.

Hallihallo, das geht definitiv über eine gute Freundschaft hinaus! Aber wenn Du schon im Keller bist, kannste mal nachschauen ob noch alles in Ordnung ist.

 

Servus Ihr beiden, was macht Ihr denn da?

Servus Ihr beiden, was macht Ihr denn da?

 

Am Ufer des Nam Ou gibt es wunderschöne Anlagepunkte mit traumhaften Ausblicken und großen Schmetterlingsschwärmen, die sich in der Sonne wärmen.

Am Ufer des Nam Ou gibt es wunderschöne Anlegepunkte mit traumhaften Ausblicken und großen Schmetterlingsschwärmen, die sich in der Sonne wärmen.

 

Am Abend kommen wir mit malträtiertem Sitzfleisch endlich in Luang Prabang an und werden von diesem Sonnenuntergang empfangen.

Am Abend kommen wir zwar aufgrund der langen Fahrt mit malträtiertem Sitzfleisch endlich in Luang Prabang an, werden dafür aber von diesem schönen Sonnenuntergang empfangen.

 

Sonntagsspaziergang

Sonntagsspaziergang durch die Innenstadt

 

Die Bambusbrücke wird hauptsächlich von Mönchen benutzt, um zum gegenüberliegenden Wat (Kloster) zu gelangen.

Die Bambusbrücke wird hauptsächlich von Mönchen benutzt, um zum gegenüberliegenden Wat (Kloster) zu gelangen.

 

Die Mönche sammeln ihr Essen am Morgen von der Bevölkerung ein. Ein schöner Brauch, der aber leider zum Teil von den Touristen falsch verstanden wird und zum Zirkus-Auftritt avanciert.

Luang Prabangs Mönche sammeln jeden Morgen ihr Essen von der Bevölkerung ein. Ein schöner Brauch, der aber leider von einem Teil der Touristen falsch verstanden wird und dadurch Züge eines inszenierten Aufmarschs aufweist.

 

Der Nachtmarkt auf der Hauptstraße. Hier bekommt man alles was das Touristen-Herz begehrt.

Jeden Abend findet der Nachtmarkt auf der Hauptstraße in Luang Prabang statt. Hier bekommt man alles, was das Touristen-Herz begehrt.

 

Das ist Mr. Gikong. Er ist Lehrer, schreibt und illustriert Bücher und arbeitet nebenbei bei „Big Brother Mouse“, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Verteilung von Schulmaterial und anderen Lesestoff im Hinterland von Laos einsetzt. Wer helfen möchte, kauft ein Buch oder gleich ein ganzes Bündel, welches dann, sobald genug zusammen gekommen ist, an eine hilfebedürftige Schule gebracht wird.

 

Das Mekong-Seegras wird zunächst gereinigt, leicht gesalzen und dann getrocknet. Danach wird es nach Belieben mit Knoblauch oder Sesam versetzt und später entweder gekocht oder als Snack gereicht.

Das Mekong-Seegras wird zunächst gereinigt, leicht gesalzen und dann getrocknet. Danach wird es nach Belieben mit Knoblauch oder Sesam versetzt und später entweder gekocht oder als Snack gereicht.

 

Luang Prabang: Tagsüber trocknen die selbstgemachten Reistaler in der Sonne, um dann abends für wenig Geld auf dem Markt angeboten zu werden.

Luang Prabang: Tagsüber trocknen die selbstgemachten Reistaler in der Sonne, um dann abends für wenig Geld auf dem Markt angeboten zu werden.

 

Diese Frösche machen sich ganz schön lang. So schmecken sie halt am besten.

Diese Frösche machen sich ganz schön lang. So schmecken sie halt am besten.

 

Abends werden die kleinen Gassen mit riesigen Buffet-Ständen zu Futtermeilen umgebaut. Für einen Euro soviel man auf einen Teller balancieren kann - bei der Stapelhöhe gibt es keine Grenze. Also Gleichgewicht halten, Gürtel auf und los!

Luang Prabang: Abends werden die kleinen Gassen mit riesigen Buffet-Ständen zu Futtermeilen umgebaut. Für einen Euro soviel man auf einem Teller balancieren kann – bei der Stapelhöhe gibt es keine Grenze. Also Gleichgewicht halten, Gürtel auf und los!

 

Alle Zutaten auf einen Blick für einen leckeren, scharfen und frischen Papaya-Salat

Alle Zutaten auf einen Blick für einen leckeren, scharfen und frischen Papaya-Salat

 

Steckerlfisch mal anders

Steckerlfisch mal anders

 

Ein Blick auf Luang Prabang von der gegenüberliegenden Flussseite.

Ein Blick auf Luang Prabang von der gegenüber liegenden Flussseite.

 

Erstes Gasgeben von Stefanie auf dem Moped: Nach einem Blitzstart auf der Sandpiste und einer geschickten Hangbremsung ohne hinzufallen geht es danach schon ganz gut.

Erstes Gasgeben von Stefanie auf dem Moped: Nach einem Blitzstart auf der Sandpiste und einer geschickten Hangbremsung ohne hinzufallen geht es danach schon ganz gut.

 

Zum Flughafen bitte!

Zum Flughafen bitte!

 

Servus Laos, jetzt geht's direkt nach Kambodscha!

Servus Laos, jetzt geht’s direkt nach Kambodscha!

 

Laos: Grüne Berge, abgelegene Dörfer und noch viel zu tun

Ehrlich gesagt waren wir schon etwas erleichtert, als wir die chinesische Grenze problemlos hinter uns lassen und laotischen Boden betreten konnten. Wir hatten unser chinesisches Visum bis auf den letzten Tag ausgereizt und die verbleibenden Tage in Jinhong, etwa 190 km Luftlinie von der nordlaotischen Grenze entfernt, verbracht. In Laos angekommen hieß es erst mal durchatmen: Viele Leute sprechen zumindest ein wenig Englisch, das ganze Lebenstempo ist etwas langsamer und man fühlt sich insgesamt irgendwie freier und weniger kontrolliert als noch in China. Auch unser Appetit war plötzlich wieder da, unerschrocken probieren wir uns durch die Töpfe auch der dunkelsten Küchen, von denen wir in China sicher die Finger gelassen hätten. Etwas weniger positiv fallen uns im gleichen Atemzug allerdings auch die Massen westlicher Touristen auf, an die wir uns erst einmal wieder gewöhnen müssen. Unser erstes Ziel, Luang Namtha, ist wirklich keine große Stadt, trotzdem sehen wir bereits am ersten Abend mehr westliche Touris als während der ganzen letzten viereinhalb Wochen in China.

Silvester mal ganz entspannt

Wie bereits Weihnachten verbringen wir Silvester in einem eher ruhigeren Rahmen, was unter anderem dadurch begünstigt wird, dass in Luang Namtha ab 23 h offiziell Sperrstunde gilt (laut Hausordnung unseres Guesthouses müssen sich Gäste spätestens um 22 h auf ihren Zimmern befinden) und sogar am Silvesterabend nur eine einzige Bar geöffnet hat. Die Hauptstraße ist praktisch menschenleer als gegen Mitternacht ein paar Lampions in den schwarzen Himmel steigen, nur einige Ausländer und eine Handvoll Laoten stoßen mit uns zusammen auf das neue Jahr im Forest Retreat an. Die Polizei dreht bereits ihre Runde und schießt vom Wagen aus ein paar Beweisbilder von den Sperrstunden-Rowdys. Da wir am nächsten Tag relativ früh rausmüssen, sind wir bereits gegen ein Uhr im Bett und wenig später gibt auch die Musikanlage des Retreats auf, wie wir am nächsten Tag erfahren.

Die Nähe zu einem Naturreservat und zahlreichen Dörfern, in denen unterschiedliche ethnische Gruppen leben, haben dazu geführt, dass sich Luang Namtha zu einem beliebten Ausgangspunkt für Trekking-, Kayaking- und Mountainbike-Touren etabliert hat, deren Anbieter sich fast alle mit wohlklingenden Schlagwörtern wie „Eco“ oder „Green“ schmücken. Wir haben uns für ein Paket von Jungle Eco-Guide Service entschieden, das jeweils einen Tag Trekking, einen Tag Kayaking sowie einen Homestay – eine Übernachtung in einem Dorf bei einer Familie – beinhaltet. Der erste Tag Trekking am Morgen des neuen Jahres beginnt vielversprechend, außer uns beiden taucht nur Hannah, eine junge Österreicherin auf. Als wir uns schon über die kleine Gruppe freuen, stößt eine ganz in pink und weiß gekleidete Chinesin dazu, die sich mit einem rosa Sitzkissen in der Hand bewaffnet vorstellt: „Hi, I’m Phoebe and I’m a bit scared.“ Ein wenig ängstlich zu sein, ist sicher nicht verkehrt, allerdings hat Phoebe wohl noch nie zuvor in ihrem Leben einen Wald betreten: Sie erschrickt vor jedem Zweig, traut sich über leicht rutschige Stellen kaum hinüber und jedesmal, wenn der Guide um die Ecke biegt, ruft sie panisch „Wait, wait!“.

Picknick und Meinungsverschiedenheiten im Dschungel

Mit etwa einer Stunde Verspätung, während der wir auf dem lokalen Markt unsere Verpflegung für die beiden Tage eingekauft haben, tauchen noch zwei Japaner auf, die sich bislang wohl auch eher selten aus Tokyo herausgewagt haben. Zumindest ihr Schuhwerk, bestehend aus Crocs-Schlappen, lässt auf wenig Outdoor-Erfahrung schließen. Dieser Eindruck verstärkt sich, als sich die beiden keuchend die ersten paar Höhenmeter durch den Urwald der „Nam Ha Protected Area“ schleppen.

Wenig später folgen die ersten Atemübungen, sodass sich die beiden zusammen mit Phoebe sicher am meisten freuen, als wir mitten im Wald Mittagspause machen. Ganz rustikal wird das Essen häufchenweise auf ein paar Bananenblättern verteilt, dazu gibt es klebrigen Sticky Rice und schon kann es losgehen: Gegessen wird mit der bloßen rechten Hand, einfach ein bisschen Sticky Rice zusammendrücken und in die graugrüne Fleisch-Gemüse-Mantsche eintunken, die unser Guide auf dem Markt erstanden hat. Es schmeckt erwartungsgemäß scharf, aber weitaus besser als vermutet. Wasser gibt es aus Plastikflaschen, die man nach Gebrauch einfach in den Wald wirft, ist zumindest Phoebe der Meinung. Als Hannah sie bittet, die Flasche wieder einzupacken, meint diese doch glatt, sie hätte sie gerade eben Hannah geben wollen. Phoebe hat zwei Jahre in der Schweiz gelebt und hat zumindest schon mal gehört, dass die Europäer die seltsame Angewohnheit haben, Müll zu sammeln. Und genau das machen wir dann auch: Da uns die Trekking-Tour nicht besonders fordert, vor allem nicht mehr, nachdem sich die Crocs des einen Japaners in ihre Bestandteile aufgelöst haben, sammeln wir den Müll links und rechts des Weges ein, was uns verständnislose Blicke unserer asiatischen Begleiter inklusive Eco-Guide einbringt.

Nachdem wir etwa vier Stunden mit längeren Pausen im Wald unterwegs waren, sind wir gegen 15h auch schon wieder auf der Hauptstraße zurück. „Today finish“ erklärt uns der Guide erleicht und gibt uns zu verstehen, dass hier in dem Dorf an der Hauptstraße etwa 20 Minuten von Luang Namtha entfernt, unser Homestay stattfinden soll. Nicht nur, dass wir uns unter einem Homestay eine etwas abgelegenere Bleibe vorgestellt haben, darüber hinaus sind die Dorfbewohner leider bereits ziemlich betrunken, die Karaoke-Maschine dröhnt in voller Lautstärke und eine Unterkunft, tja die wird sich schon irgendwo finden. Als Entschuldigung für das nachmittägliche Besäufnis meint unser Guide – mittlerweile ebenfalls mit einer Flasche Bier in der Hand, dass die Bewohner eben ausgiebig Neujahr feiern und wir gerne mitmachen können. Während wir unserem Guide erklären, dass wir hier auf keinen Fall über Nacht bleiben, schleppt sich unser japanischer Begleiter Nr. 1 mit einem Glas Bier in der Hand in den Minivan, Phoebe hat all ihre Ängste abgelegt und prostet den Einheimischen fleißig zu, während Japaner Nr. 2 stolpernd versucht, ein freilaufendes Schwein einzufangen, was ihm zur allgemeinen Belustigung der Dorfbewohner nicht gelingt.

Enttäuscht verbringen wir die Nacht also wieder in Luang Namtha und brechen am nächsten Morgen zum Kayaking auf dem Nam-Ou-Fluß auf. Dieser Tag macht einiges wieder wett, denn diesmal sind wir tatsächlich nur mit Hannah und einem neuen Guide unterwegs. Bei bestem Wetter paddeln wir entlang des Naturschutzgebietes vorbei an Fischern in Unterhose und Taucherbrille, riesigen Mangrovenbäumen und verschlafenen Dörfern. In einer kleinen Siedlung machen wir Halt und unser Guide erklärt uns ein wenig über die Kultur und das Leben der „Lanten“, deren verheiratete Frauen man gut an den abrasierten Augenbrauen erkennen kann. Im Anschluss manövrieren wir uns mal mehr und mal weniger trockenen Fußes durch einige Stromschnellen, sodass wir uns mittags hungrig auf den frisch gegrillten Fisch aus dem Lagerfeuer freuen. Dass wir unter „Eco“ etwas anderes verstehen als einige Leute hierzulande, wird ein weiteres Mal deutlich, als unser Guide freudestrahlend darauf hinweist, wie einfach man ein Feuer mit ein paar Plastiktüten entzünden kann, die praktischer Weise mehr oder weniger überall verstreut herumliegen.

Der Müll ist in Laos fast überall ein Problem (zumindest in unseren Augen), jedes Dorf und jede Stadt ist umgeben von herum liegenden Abfällen, in unmittelbarer Nähe befindet sich immer eine offene Müllhalde und auch zwischen den Häusern findet sich so viel Unrat, dass wir uns des Öfteren fragen, wie man so nur leben kann. Natürlich ist es mit dem Aufsammeln allein nicht getan, verantwortungsvolle Müllentsorgung und Recycling stecken in Laos leider noch in den Kinderschuhen. Diese Tatsache wird uns jedes Mal besonders bewusst, wenn wir entweder mit dem Rad, dem Moped oder zu Fuß die umliegenden Dörfer erkunden. Gerade wenn man etwas abseits der Touristenpfade versucht, den Weg durchs Gebüsch, durch Bananen- oder Kautschuck-Plantagen zu einem Dorf zu finden, weist das Müllaufkommen einem dem Weg: Je mehr Müll sich anhäuft, desto näher kommt man einer Siedlung.

Ratte und Affe frisch auf den Tisch

Um noch etwas weiter ins Hinterland von Nordlaos zu gelangen, fahren wir einige Tage später mit dem Minivan nach Nong Khiaw, einem kleinen Städtchen am Fluss Nam Ou. Unterwegs halten wir in einem kleinen Dorf, wo die Frauen ihre Waren feilbieten. Neben dem üblichen Fleisch- und Gemüsesortiment gibt es in den entlegeneren Regionen auch etwas exotischere Leckerbissen wie Ratte und Hörnchen zu erstehen. Auch eine lebende, an einem Bambusrohr angebundene Bisamratte mit riesigen gelben Zähnen wartet auf einen Käufer, ein paar Meter weiter schwenkt eine Bäuerin einen erlegten Affen am Schwanz dem unerschrockenen Feinschmecker entgegen.

Von Nong Khiaw geht es mit dem Boot eine Stunde flussaufwärts nach Muang Ngoi, einem Dorf ohne geteerte Straßen, das praktisch nur mit dem Boot oder dem Moped über staubige Wege erreicht werden kann. Beim Anblick der Menge an Touris, die ebenfalls nach Muang Ngoi möchten, vergeht uns regelrecht die Lust auf das abgeschiedene Dorf, doch die beeindruckende Bootsfahrt und der ruhige Bungalow mit Flussblick, den wir im hinteren Teil des Dorfes beziehen, heitern unsere Laune deutlich auf. Abends hört man aus dem Wald sogar ein paar Gibbons rufen und man hat tatsächlich das Gefühl, weit ab vom Schuss zu sein. Strom und Licht gibt es im ganzen Städtchen nur zwischen 18 und 22 h, da dafür der Generator angeworfen werden muss. Als wir versuchen unserer Dusche warmes Wasser zu entlocken und gleichzeitig das Licht im Badezimmer angeschaltet zu lassen, sitzen wir innerhalb weniger Sekunden im Dunkeln und auf dem Trockenen – und nicht nur wir, sondern auch die benachbarten Gäste inklusive unserer Gastgeber. Mit „Hot Shower“ werben die Unterkünfte in Muang Ngoi fast alle, allerdings gibt es im ganzen Dorf wohl nur ein einziges Guesthouse, das mithilfe von Gas auch tatsächlich warmes Wasser erzeugen kann und dafür umgerechnet auch 33 € verlangt. Unser Bungalow kostet nicht einmal 7 € und dabei liegen wir schon im unteren Mittelfeld.

Entlang des Ho-Chi-Minh-Pfads

Unterkünfte für einen Euro gibt es ein Dorf weiter, das man nur zu Fuß erreichen kann, bei Mr. Khamphan, bei dem wir auf einer Erkundungstour der näheren Umgebung Rast machen. Nächstes Mal sollen wir unbedingt seine Gäste sein und zur Bekräftigung spendiert er uns gleich mal einen selbstgebrannten Laolao, ein sogenannter Reis-Whisky aus der Heimdistille, der von den Einheimischen in rauhen Mengen getrunken wird und ganz offiziell verboten ist. In den Tourismus-Prospekten werden die Laolao-Dörfer allerdings ganz bewusst beworben, immerhin mit dem Hinweis, dass das sehr starke Gebräu mit großer Vorsicht zu genießen sei.

Durch einen scharfen Papaya-Salat, ein Beerlao und ein paar Runden Laolao gestärkt machen wir uns anschließend auf die Suche nach dem Weg in das nächste Dorf, der uns auf einem kleinen Trampelpfad durch den Wald, über trockene Reisfelder und ein paar wacklige Bambusstangen über den ein oder anderen Bach führt. Das Unterfangen ist nicht ganz ungefährlich, da wir uns in der Umgebung des Ho-Chi-Minh-Pfads befinden, den die Amerikaner während der 60er und 70er Jahre verbittert bombardierten. Schlimm genug, dass die laotische Bevölkerung schon damals unter den Bombardierungen zu leiden hatte, noch schlimmer ist allerdings, dass bis heute täglich etwa ein Laote durch die rund 30 Prozent nicht ausgelöster Munition (UXO, unexploded ordnance), die nach wie vor im Boden versteckt liegt, getötet wird. Die Gefahr wird uns schlagartig wieder bewusst, als wir entlang eines Reisfeldes gehen und zwei Bauern entdecken, die mit Metalldetektoren das Gelände rund um ihre Hütten absuchen. Entsprechend erleichtert sind wir, als wir wenig später unbeschadet wieder den Hauptweg erreichen. (Für mehr Infos zu diesem Thema lohnt ein Besuch in den Centern der Organisation UXO Lao oder deren Webseite.)

Acht Stunden Wasser und Geknatter

Unsere letzte Station in Laos ist Luang Prabang, ein wunderschönes Städtchen mit viel französischem Kollonialflair, das wir bereits von unserer Reise im Dezember 2010 kennen. Um dorthin zu gelangen, entscheiden wir uns für den landschaftlich schöneren, aber unkomfortableren Flussweg auf dem Nam Ou. Konkret bedeutet das zunächst eine Stunde Bootsfahrt von Muang Ngoi nach Nong Khiaw, dort umsteigen und versuchen die nächsten sieben Stunden auf einem kleinen Holzbrett mit angezogenen Beinen sitzend bei lautem Motorengeknatter möglichst entspannt zu verbringen, doch die vorbeiziehende Landschaft mit kleinen Dörfern und blauen Bergen entschädigt für die Strapazen. Kurze Abwechslung bringt außerdem ein Zwischenstopp, bei dem wir alle aussteigen müssen, um die größte Stromschnelle trockenen Fußes an Land zu umgehen. Als wir abends endlich in Luang Prabang eintrudeln, sind wir trotzdem heilfroh und freuen uns um so mehr auf die Massage, die wir uns am nächsten Tag gönnen.

Nachdem wir uns die typischen Sehenswürdigkeiten Luang Prabangs bereits bei unserem ersten Besuch 2010 angesehen haben, lassen wir es diesmal etwas gemütlicher angehen. Nur die morgendliche Runde der Mönche, die Almosen sammeln, steht wieder auf dem Programm, wobei das eigentliche Spektakel die Touris bieten, die mit Tuch, Essen und Kameras bewaffnet, den Mönchen mehr oder weniger im Weg stehen. Von Andacht und Demut keine Spur, und wenn ein gut situierter Ausländer vor seinem Luxushotel von einem weißen Polstersessel aus ein wenig Reis an die Mönche verteilt, dann sieht das irgendwie unpassend aus. Das, was die Mönche nicht gebrauchen können, wie zum Beispiel Süßigkeiten, geben sie wenig später an die ärmeren wartenden Kinder weiter.

Schlemmerparadies für Pfennigfuchser

Auf Luang Prabang hatten wir uns die ganze Zeit über auch schon in kulinarischer Hinsicht gefreut. Wer viel und wirklich günstig essen möchte, der wird auf dem Night Market mit seinen All-you-can-eat-Buffets für weniger als einen Euro fündig. Das Buffet-Essen ist kalt und unserer Meinung nach auch nicht besonders gut, dennoch kann man sich an den Essensständen ein leckeres Menü für kleines Geld zusammenstellen. Ein paar frische Frühlingsrollen mit Erdnuss-Soße, warme Dumplings mit Gemüse oder Fleisch, eben geraspelter Grüner-Papaya-Salat, gegrillte Bananen sowie ein paar unverschämt leckere Bananan-Kokosnuss-Bällchen machen unser individuell zusammengestelltes Abendessen perfekt. Kostenpunkt: weniger als vier Euro insgesamt, die Aussicht dabei von einer Bank über den Nachtmarkt hinüber auf das wunderschöne Royal Palace Museum: unbezahlbar.

Die Stadt ist nicht gerade groß, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir einer Kollegin Stefanies über den Weg laufen, die ebenfalls gerade Urlaub in Laos macht, als wir mit dem Rad unterwegs sind. Wir hatten uns zwei Räder geliehen, um das weitere Umland zu erkunden, bis Kais Gefährt plötzlich den Geist aufgibt. Auf gut Glück schieben wir die Räder auf den Hof einer Autowaschanlage, an der sich auch gleich drei Männer plus Kai ans Werk machen, um den Schaden zu beheben. Nachdem Kais Rad so gut wie wieder fahrbereit ist, schnappt sich einer der Männer gleich noch das zweite Rad, das bis dahin einwandfrei funktionierte, und beginnt zu schrauben. Alle Einwände sind zwecklos, auch dieses Hinterrad muss noch einer laotischen Inspektion unterzogen werden. Da die Waschanlage anscheinend einen guten Ruf zu verlieren hat, werden unsere Räder zum Abschluss noch gründlich mit dem Hochdruckreiniger gesäubert und langsam fragen wir uns, ob wir überhaupt genug Bargeld dabei haben, um die beachtliche Arbeitszeit von drei Männern bezahlen zu können. Am Ende geben wir den Männern gerne das Doppelte von dem, was der Chef verlangt: weniger als einen Euro – und dafür gibt es noch zwei Flaschen Wasser zur Stärkung gratis obendrauf.

Bücher für die entlegensten Ecken

Pannenfrei gestaltet sich zum Glück unser Ausflug mit dem Moped. Wie schon einmal 2010 verlassen wir die Hauptstraße und fahren über die Schotterpiste zu ein paar abgelegenen Dörfern, nur etwa 15 km von Luang Prabang entfernt. In den Dörfern selbst hat sich wenig verändert, dafür gibt es nun eine relativ gute Straße, die ein zügiges Vorankommen ermöglicht. Bei unserem letzten Besuch mussten wir leider umkehren, da der Schlagloch übersäte Weg eine Weiterfahrt unmöglich gemacht hätte. Die Anbindung ländlicher Regionen an die größeren Städte ist nach wie vor noch verbesserungsbedürftig, sodass die Organisation Big Brother Mouse (hat nichts mit unserem Big Brother zu tun) nach wie vor alle Hände voll zu tun hat, Bücher für Kinder und Erwachsene auch in die entlegensten Dörfer zu bringen, die sonst keine Möglichkeit haben, an Lesestoff zu kommen. Wir freuen uns sehr, als wir mit Mr. Gikong in Luang Prabang einen alten Bekannten wieder treffen. Bei unserem letzten Besuch hatte Gikong uns sein auch für Erwachsene unterhaltsames Bilderbuch What can you do with an extra dinosaur? ans Herz gelegt. Das neueste Buch, das er illustriert hat, beschäftigt sich mit den Kulturen und Traditionen einiger ethnischer Gruppen in Laos, ein wunderbares Mitbringsel für Zuhause. Außerdem sponsern wir ein kleines Buchpaket, das die Mitarbeiter von Big Brother Mouse bei ihren Besuchen an Kinder verteilen, die zuvor oftmals noch nie ein Buch in ihren Händen gehalten haben.

Ermutigt von so beeindruckendem sozialem Engagement fliegen wir Mitte Januar 2013 nach Siem Reap in Kambodscha, wo wir während der nächsten vier Wochen den deutschen Verein Hilfe für Kinder in Kambodscha als Freiwillige unterstützen werden. Wir sind schon sehr gespannt, was uns dort erwarten wird!

Chinas Süden: Von der Tigersprungschlucht zu den Reisterrassen

Kunming: Erst einmal ein paar korrekte Passbilder für das Myanmar-Visum. Einen weißen Hintergrund und eine helle Haut am Computer gezaubert. Dafür wird der Laden zum Fotostudio umgebaut und die anderen Kunden dürfen zuschauen.

Kunming: Erst einmal ein paar korrekte Passbilder für das Myanmar-Visum. Einen weißen Hintergrund und eine helle Haut zaubert die Foto-Dame schnell am Computer. Dafür wird der Laden zum Fotostudio umgebaut und die anderen Kunden dürfen zuschauen.

 

Lijiang empfängt uns bei schönem Wetter und einem toller Ausblick auf das Umland.

Lijiang empfängt uns bei schönem Wetter und einem toller Ausblick auf das Umland.

 

Lijiang: Ein Blick von der Altstadt auf die Neustadt.

Lijiang: Ein Blick von der Altstadt auf die Neustadt.

 

Lijiang: Hier wird deutlich, wer die meiste Arbeit beim Wiederaufbau der durch ein Erdbeben teilweise zerstörten Altstadt leistet.

Lijiang: Hier wird deutlich, wer die meiste Arbeit beim Wiederaufbau der durch ein Erdbeben teilweise zerstörten Altstadt leistet.

 

Im Umland von Lijiang kann man schöne Radltouren machen. Nach 3 Tagen Krankheit geht dieser unfaire Bräunungsvergleich knapp an die Dame mit Mütze.

Im Umland von Lijiang kann man schöne Radltouren machen. Nach 3 Tagen Krankheit geht dieser unfaire Bräunungsvergleich knapp an die Dame mit Mütze.

 

Die Tigersprungschlucht ist ein schönes Naturschauspiel, welches in ungewisser Zukunft durch einen Staudamm überflutet werden soll. Endlich kommen unsere Trekkingsachen wieder zum Einsatz.

Die Tigersprungschlucht ist ein schönes Naturschauspiel, welches in ungewisser Zukunft durch einen Staudamm überflutet werden soll.
Endlich kommen unsere Trekkingsachen mal wieder zum Einsatz.

 

Tigersprungschlucht: Die Unterkünfte an der Strecke sind traumhaft schön gelegene Hostels, welche aber zur Nebensaison etwas lieblos geführt werden.

Tigersprungschlucht: Die Unterkünfte an der Strecke sind traumhaft schön gelegene Hostels, welche aber zur Nebensaison etwas lieblos geführt werden.

 

Tigersprungschlucht: Am Morgen kriecht langsam die Sonne hinter den Bergen hervor. Frühes Aufstehen und eine sowieso nur kalte Dusche bescheren die schönsten Ausblicke.

Tigersprungschlucht: Am Morgen kriecht langsam die Sonne hinter den Bergen hervor. Frühes Aufstehen und eine sowieso nur kalte Dusche bescheren die schönsten Ausblicke.

 

Yuanyang: Weihnachten 2012 - jetzt geht es erst einmal warm angezogen zu den Reisterrassen... Oh man, ich brauche dringend einen Frisörtermin sehe ich gerade...

Yuanyang: Weihnachten 2012 – jetzt geht es erst einmal warm angezogen zu den Reisterrassen… Oh man, ich brauche dringend einen Frisörtermin sehe ich gerade…

 

Yuanyang: Nachdem sich der Nebel lichtet zeigen sich die Reisterrassen in vollster Pracht. So kann Weihnachten also auch aussehen.

Yuanyang: Nachdem sich der Nebel lichtet zeigen sich die Reisterrassen in vollster Pracht. So kann Weihnachten also auch aussehen.

 

Yuanyang: Hallo ihr Knöpfe, könntet ihr uns bitte den Weg nach Hause auf der Karte zeigen? Kurz danach laufen sie schreiend und lachend davon...wir müssen unbedingt an unserem Chinesisch arbeiten.

Yuanyang: Hallo ihr Knöpfe, könntet ihr uns bitte mal den Weg nach Hause auf der Karte zeigen? Kurz danach laufen sie schreiend und lachend davon…Wir müssen unbedingt an unserem Chinesisch arbeiten.

 

Shilin Stone Forest: Puh, das sah knapper aus als es tatsächlich ist, aber wie will Kai mit seiner Holzhüfte hier durchkommen?

Shilin Stone Forest: Puh, das sah knapper aus als es tatsächlich ist, aber wie will Kai mit seiner Holzhüfte hier durchkommen?

 

Shilin Stone Forest: Der Elefantenfelsen - keine Ahnung, wie jemand auf diesen abwegigen Namen kommen konnte.

Shilin Stone Forest: Der Elefantenfelsen – keine Ahnung, wie jemand auf diesen abwegigen Namen kommen konnte.

 

Jinhong: Der Bauboom kennt auch hier in dieser traumhaft schönen Gegend keine Grenzen und der Fluss ist schon zu einem Flüsschen gestaut worden. Da wird dann mal eben ein halber Berg abgetragen und eine Stadt mit der dazugehörigen Zufahrtsstraße gebaut. Außerdem muß ein ganzer Stadtteil samt Einwohner weichen.

Jinhong: Der Bauboom kennt auch hier in dieser traumhaft schönen Gegend keine Grenzen und der Fluss ist schon zu einem Flüsschen gestaut worden. Da wird dann mal eben ein halber Berg abgetragen und eine Stadt mit der dazugehörigen Zufahrtsstraße gebaut. Außerdem muß ein ganzer Stadtteil samt Einwohner weichen.

 

Jinhong: Und dann werden solche übertrieben Straßenlaternen irgendwo hin gebaut. Ein Zehntel der neuen Bauwerke ist wahrscheinlich noch nicht einmal vermietet...wie fast überall in China.

Jinhong: Und dann werden solche übertrieben Straßenlaternen irgendwo hin gebaut. Ein Zehntel der neuen Bauwerke ist wahrscheinlich noch nicht einmal vermietet…wie fast überall in China.

 

Jinhong: Noch ein schönes Beispiel von Geldverschwendung, zumindest aus unserer Sicht. Die Straßenlaternen machen auch nur Licht.

Jinhong: Noch ein schönes Beispiel von Geldverschwendung, zumindest aus unserer Sicht. Die Straßenlaternen machen auch nur Licht.

 

Jinhong: Bye bye China, auf nach Laos. Das ist bestimmt der richtige Bus.

Jinhong: Bye bye China, auf nach Laos. Das ist bestimmt der richtige Bus.

 

Dauernebel und Eiseskälte in Chinas Mitte

Nachdem der Taxifahrer nachts auf einer 6-spurigen Straße dreimal daran vorbei gefahren ist, müssen wir uns am nächsten Morgen unbedingt dieses, von dem Hostel als recht groß angekündigte, Monument eines Hinweisschildes genauer ansehen...ich denke, da kann man dem Taxifahrer keinen großen Vorwurf machen

Chongqing: Nachdem der Taxifahrer nachts auf einer 6-spurigen Straße dreimal daran vorbei gefahren ist, müssen wir uns am nächsten Morgen unbedingt dieses, von Tina’s Hostel als recht groß angekündigte Monument eines Hinweisschildes genauer ansehen…Ich denke, da kann man dem Taxifahrer keinen großen Vorwurf machen.

 

Chongqing: Smog, Dauernebel und unzählige Baustellen. Die Stadt hat seit der Kaiserzeit sehr viel an ihrem Glanz verloren.

Chongqing: Smog, Dauernebel und unzählige Baustellen. Die Stadt hat seit ihrer Blütezeit sehr viel an Glanz verloren.

 

Wanzhou: Dieses notariell beglaubigte Papier unseres äusserst glaubwürdigen Kontaktmannes im Hafengebiet besagt eindeutig, dass heute zwar kein Schnellboot nach Yichang geht, wir aber ein Ticket für die zweite Klasse gekauft haben, wir in die dritte Klasse einchecken sollen, von wo aus wir dann auf fast legalem Weg in die erste Klasse gebracht werden. Chinesisch müsste man können ;-)

Wanzhou: Nur mit telefonischer Hilfe unseres befreundeten Übersetzers Yan finden wir heraus, dass heute kein Schnellboot nach Yichang ablegt. Wir wissen zwar nicht, was auf diesem Zettel unseres Kontaktmannes im Hafengebiet steht, aber wir haben ein Ticket für eine 4-Bett-Kabine in der zweiten Klasse der langsamen Fähre gekauft, auf welcher wir dann auf wahrscheinlich fast legalem Weg nach einem kleinen Obolus in die erste Klasse geleitet werden. Chinesisch müsste man halt können.

 

Wanzhou: Saukälte und 4 Stunden Wartezeit am Fährterminal. Da helfen nur noch Süßigkeiten und cup-noodles

Wanzhou: Saukälte und 4 Stunden Wartezeit am Fährterminal. Da helfen nur noch Süßigkeiten und heiße Cup-Noodles.

 

Wanzhou: Noch schnell eine kurze Stärkung bevor es auf die Fähre geht....was gucken die Langnasen denn so neugierig?

Wanzhou: Noch schnell eine kurze Stärkung für die lange Fahrt auf der Fähre… Was gucken die Langnasen denn so neugierig auf meinen warmen Kindertee?

 

Wanzhou: So ungefähr muss es auf der Veddel (Hamburger Hafen) am Auswanderer-Terminal ausgesehen haben. Allerdings vor 100 Jahren.

Wanzhou: So ungefähr muss es auf der Veddel (Hamburger Hafen) am Auswanderer-Terminal ausgesehen haben. Allerdings vor 100 Jahren.

 

Die beste Kabine an Bord direkt unter der Brücke. Der Rettungsring zerfällt langsam zu Staub und der Feuerlöscher ist angeschweißt. Dafür haben wir aber einen tollen Blick auf den Nebel.

Die beste Kabine an Bord direkt unter der Brücke. Der Rettungsring zerfällt zwar langsam zu Staub und der Feuerlöscher ist praktischer Weise angeschweißt, aber dafür haben wir einen tollen Blick auf den Nebel.

 

Schöne Bauwerke ziehen im Nebel an uns vorbei...

Schöne Bauwerke ziehen im Nebel an uns vorbei…“Industrial Art“ könnte man sagen.

 

Zum Abschied vom Yangtse noch ein Foto am 3-Schluchten-Staudamm....jetzt aber schnell, in einer Stunde geht in Yichang unser Zug nach Xian.

Zum Abschied vom Yangtse noch ein schnelles Foto am 3-Schluchten-Staudamm…. Jetzt aber schnell, denn in einer Stunde geht in Yichang unser Zug nach Xian.

 

Xian: Leckeren süße Reiskuchen im muslimischen Viertel.

Xian: Leckere süße Reiskuchen im muslimischen Viertel. Zucker und Vanille lassen sie so richtig schön winterlich schmecken.

 

Xian: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kommen die Reis-Steamer besonders gut zu Geltung. Mit reichlich Honig, Zucker, Rosenwasser und Sesamöl ein köstliches Hüftgold.

Xian: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kommen die Reis-Steamer besonders gut zu Geltung. Mit reichlich Honig, Zucker, Rosenwasser und Sesamöl ein köstliches Hüftgold.

 

Xian: Trotz 2 Grad Außentemperatur ein muss wenn man schon mal auf der Ecke ist - die Terrakotta-Armee

Xian: Trotz 2 Grad Außentemperatur ein Muss wenn man schon mal auf der Ecke ist – die Terrakotta-Armee

 

Xian: In den Hallen ist es zum Teil kälter als draußen. Trotzdem sehr beeindruckend, auf was für Ideen einige Machthaber kommen, um ihren Einfluss zu demonstrieren und nicht in Vergessenheit zu geraten. Schade nur, dass so viele Handwerker dafür aufs übelste geschunden, gefoltert und versklavt wurden...

Xian: In den Hallen ist es zum Teil kälter als draußen. Trotzdem sehr beeindruckend, auf was für Ideen einige Machthaber kommen, um ihren Einfluss zu demonstrieren und nicht in Vergessenheit zu geraten. Schade nur, dass so viele Handwerker dafür aufs übelste geschunden, gefoltert, versklavt und getötet wurden.

 

Kontrastprogramm und Kulturschock: Von der Südsee nach Hongkong und Shanghai

Servus, wir sind's wieder und endlich kommen auch unsere durch die Südsee gebuckelten Winterklamotten zum Einsatz

Servus, wir sind’s wieder und endlich kommen auch die durch die Südsee gebuckelten Winter-
klamotten zum Einsatz!

 

Mit der Tram durch die Stadt - fast wie in München, nur kostet es hier gerade mal 30 Cent und ist irgendwie uriger.

Mit der Tram durch die Stadt – fast wie in München, nur kostet es hier gerade mal 20 Cent und ist irgendwie uriger.

 

Natürlich etwas mehr Verkehr als auf Fiji. Eine ständig pulsierende Weltstadt voller Überraschungen und schöner Ecken.

Erwartungsgemäß etwas mehr Verkehr als auf Fiji, aber zum Teil auch sehr beeindruckend. Eine ständig pulsierende Weltstadt voller Überraschungen und schöner Ecken.

 

Nachdem sich der Smog und der Nebel etwas verzogen haben, kommt eine sehr schöne Skyline zum Vorschein.

Nachdem sich der Smog und der Nebel etwas verzogen haben, kommt eine sehr schöne Skyline zum Vorschein.

 

Ein Sohn dieser Stadt - zumindest der hiesigen Filmindustrie

Ein ganz großes Kind dieser Stadt – zumindest der hiesigen Filmindustrie. Auf alle Fälle aber ein Vorbild für viele Chinesen.

 

Weihnachtsstimmung über Hongkongs Hafen

Weihnachtsstimmung im Hafen von Hongkong

 

Super-Wuff ... wahrscheinlich zu viel Kryptonit ließ ihn später sein eigenes Häufchen essen...vor den Augen der entsetzten Kinder und der lachenden Eltern

Super-Wuff: Wahrscheinlich zu viel Kryptonit läßt ihn später sein eigenes Häufchen essen…vor den Augen der entsetzten Kinder und der lachenden Eltern. Wir bleiben sprachlos und müssen uns die Ohren zuhalten, weil die Musikschleife in dem Tierbabyladen so dermaßen laut und schrill ist.

 

Ein buntes Treiben und eine riesige Auswahl. Der Sauerstoff in den Tüten reicht angeblich den ganzen Tag. Goldfish Market Street

Goldfish Market Street: Ein buntes Treiben und eine riesige Auswahl. Hier bekommt man alles für das heimische Aquarium, Terrarium, oder für eine besondere Suppe. Der Sauerstoff in den Tüten reicht angeblich den ganzen Tag.

 

Servus und Tschüß Hongkong, jetzt geht's nach Shanghai. Abschiedsgruß vom größten sitzenden Buddha aus Bronze in Hongkong

Servus und Tschüß Hongkong: Jetzt geht’s ab nach Shanghai. Abschiedsgruß vom weltweit größten sitzenden Buddha aus Bronze in Hongkong – Tian Tan (Big Buddha).

 

Ein richtig kühler Empfang in Shanghai der uns deutlich zeigt, dass wir schon Dezember haben.

Ein richtig kühler Empfang in Shanghai, der uns deutlich zeigt, dass wir es schon Dezember haben.

 

Die Schattenseite des Baubooms. Immer mehr arme Menschen ohne Obdach und trotzdem unzählige planierte Flächen mitten in der Stadt. Ein Blick hinter die Fassade.

Die Schattenseite des Baubooms: Immer mehr arme Menschen ohne Obdach und trotzdem unzählige planierte Flächen mitten in der Stadt. Ein Blick hinter die Fassade.

 

Wenn die Sonne sich durch den Smog frisst, wird die Skyline von Pudong mit dem Pearl-Tower in ein seltsames Licht gehüllt

Spaziergang auf dem Bund in Shanghai: Als die Sonne sich durch den Smog frisst, wird die Skyline von Pudong in ein seltsames Licht gehüllt und das Wahrzeichen, der Pearl-Tower, strahlt in vollem Glanz.

 

Und plötzlich hat man eine neue beste Freundin aus dem Westen. Da würden die Mädels zu Hause aber blass vor Neid werden, wenn sie es nicht schon wären.

Und plötzlich hat man eine neue beste Freundin aus dem Westen. Da würden die Mädels zu Hause aber blass vor Neid werden, wenn sie es nicht schon wären.

 

Die Ghettoblaster von Shanghai. Je besser das Zirpen, desto teurer das Döschen. Für uns hörten sich zwar alle gleich an, aber wir schmeissen ja auch nicht unsere Stereoanlage in heißes Öl und essen sie auf, wenn sie nicht mehr vernünftig klingt.

Die Ghettoblaster von Shanghai: Je besser das Zirpen, desto teurer das Döschen. Für uns hören sich zwar alle gleich an, aber wir schmeißen ja auch nicht unsere Stereoanlage in heißes Öl und essen sie danach auf, wenn sie nicht mehr vernünftig klingt.

 

So muss ein Tisch nach dem Essen aussehen, dann sind bestimmt alle satt aufgestanden.

So muss ein Tisch nach dem Essen aussehen, dann sind bestimmt alle satt aufgestanden.

 

Tschüs Shanghai, da braucht man gute Nerven. Mit 300 Sachen an den ganzen Großbauprojekten vorbei und dann noch die Sissi-Abschlußszene in deutsch/chinesisch...zum Glück weiß ich, wer die Bremsen inbetriebgenommen hat.

Tschüß Shanghai: Da braucht man gute Nerven – Mit 300 Sachen an den ganzen Großbauprojekten vorbei und dann noch die Sissi-Abschlußszene in deutsch/chinesisch. Zum Glück weiß ich, wer die Bremsen in Betrieb genommen hat.

 

China: Lost in Translation

China ist riesig, überraschend, anstrengend, anders und mit Geld geht so einiges. So könnte zumindest ein Versuch aussehen, die Eindrücke unseres viereinhalb Wochen dauernden Aufenthalts im Reich der Mitte in einem Satz zusammenzufassen. China ist nicht gerade ein einfaches Land zum Reisen und ebenso schwierig ist es, ein Land mit derartigen Dimensionen halbwegs treffend zu beschreiben.

Riesig

China ist flächenmäßig das drittgrößte Land der Welt und mit seinen etwa 1,3 Milliarden Einwohnern ist heute jeder fünfte Mensch dieser Erde Chinese. Im Land selbst gibt es offiziell 56 ethnische Minderheiten und wer dachte, dass alle Chinesen gleich aussehen, wird sehr schnell eines besseren belehrt. Wir haben uns für unseren Aufenthalt Hongkong und Shanghai im Osten, Chongqing und Xian in Zentralchina sowie Lijiang, Kunming, Yuanyang und Xishuangbanna im Süden ausgesucht. Dazwischen liegen jeweils mehrere hundert bzw. tausend Kilometer, die man per Bus, Bahn oder Flug zurücklegen kann. Am einfachsten geht es per Flieger, da man die Flüge selbst online buchen kann, zum Beispiel über www.ctrip.com, und sich die Kosten, wenn man Glück hat, in einem ähnlichen Rahmen bewegen wie das entsprechende Zugticket, das Flughafenpersonal ein wenig Englisch spricht und auch die meisten Taxifahrer problemlos zum Flughafen finden. Zugtickets kann man nur gegen Vorlage des Reisepasses kaufen, wenn man Glück hat, findet man einen englischsprachigen Ticketverkäufer oder man lässt sich vorher auf chinesisch aufschreiben, welche Fahrkarten man kaufen möchte. Außerdem kann man sich bereits vorab unter www.chinatrainguide.com über Abfahrts- und Ankunftszeiten, Zugnummer und Preise informieren, was den Ticketkauf und das Reisen ebenfalls einfacher macht. Auch gut zu wissen: Zugtickets gibt es nur außerhalb des Bahnhofgebäudes zu kaufen und um an die Gleise zu gelangen führt kein Weg an der Gepäckdurchleuchtung sowie an mindestens drei Ticket-Kontrolleuren vorbei.

Die Bahn ist eine tolle Möglichkeit mehr vom Land zu sehen, allerdings schränken die zahlreichen Tunnel die Sicht deutlich ein und nachts sehen so gut wie alle Städte, durch die man fährt, gleich aus. Auch wenn der Zustand der Toiletten und Waschräume in chinesischen Zügen zum Teil sehr abschreckend ist, so ist es dennoch komfortabler als eine stundenlange Fahrt mit dem Überlandbus. Im Bus wird sich in Plastiktüten erbrochen (ohne Löcher, wenn man Glück hat) und die jüngeren Fahrgäste verrichten ihre kleinen und großen Geschäfte während der Fahrt über dem Mülleimer. Auf die Erwachsenen warten öffentliche Aborte ohne Wasser, Wände oder Türen, die von den Hinterlassenschaften der Vorgänger nur so starren, und einen angewidert postwendend wieder umkehren lassen möchten. Zudem durften wir Zeuge werden, dass das braune Wasser, mit dem die Busse an den Zwischenstops „gesäubert“ werden, auch für die Zubereitung der bei den Einheimischen so beliebten Würstchen verwendet wird. Während bei den Bahntickets der gebuchte Zug bindend ist, so hat die Uhrzeit auf dem Busfahrschein nichts zu sagen (oder doch, abhängig davon wo und wen man fragt). Der Bus fährt ohnehin dann, wenn es der Fahrer für richtig hält.

Die Dimensionen Chinas bringen nicht nur mit sich, dass man riesige Entfernungen zurücklegen muss, sondern dass man auch auf ganz unterschiedliche klimatische Bedingungen trifft, ganz abgesehen von den kulturellen Unterschieden. Während wir Anfang Dezember 2012 im feucht-kalten Shanghai bereits ordentlich gefroren haben, so erwarteten uns im rund 1.350 Kilometer entfernten Xian um die Null Grad. Das machte den Besuch der berühmten Terrakotta-Armee zu einem eisigen, aber nicht weniger beeindruckenden Erlebnis. Zum Glück konnten wir uns im muslimischen Viertel der Altstadt bei leckerem Dattel-Apfel-Punsch, warmen, gefüllten Fladenbroten und süßen Reiskuchen ein wenig aufwärmen, was jedoch leider nicht verhindern konnte, dass wir uns eine ordentliche Erkältung einfingen.

Mit bereits triefender Nase landeten wir anschließend in Südchina in Lijiang, das tagsüber auf 2.400 Meter 25 Grad in der Sonne zu bieten hat, während das Thermometer nachts mal eben auf 2 Grad fällt. Als wir uns dann auch noch den Magen verdorben haben, waren erst ein mal ein paar Tage Bettruhe angesagt, bevor wir wieder durch die schöne Altstadt von Lijiang mit seinen tausenden chinesischen Touristen schlendern konnten. Zum Glück waren wir vor Ort im Hidden Garden bei Stefan und seiner Frau May untergebracht, die sich besorgt um uns kümmerten, bis wir wieder auf den Beinen waren.

Von Lijiang aus machten wir uns noch weiter in den Süden der Provinz Yunnan auf, um Weihnachten mit zwei Freunden aus Hamburg, die in Shanghai leben, inmitten der winterliche Reisterrassen von Yuanyang zu feiern. Während es hier nachts noch bitterkalt und feucht war, verwöhnte uns das Klima noch weiter im Süden in der Region Xishuangbanna rund um Jinhong mit sonnigen 27 Grad, sodass wir sogar eine Radtour in kurzen Hosen und Sandalen wagten.

Eigentlich hatten wir auch vor einen Abstecher nach Tibet zu machen, allerdings haben wir uns entschieden, es diesmal außen vor zu lassen. Prinzipiell ist es wohl zwar möglich, das erforderliche Permit derzeit (Ende 2012) etwa über eine spezialisierte Agentur wie www.tibettravel.org oder www.travelwestchina.com zu bekommen. Da die offizielle Regelung derzeit jedoch vorsieht, dass Permits nur an Gruppen von mindestens fünf Personen der selben Nationalität ausgestellt werden können, lassen sich die Agenturen diesen zusätzlichen Gruppierungsaufwand natürlich entsprechend bezahlen. Andere Voraussetzungen wie zum Beispiel, dass man nur zehn Tage im Voraus das Permit beantragen kann und Flug oder Zug auch erst dann gebucht werden können, wenn das Permit vorliegt, machen die derzeitige Reiseplanung nach Tibet nicht einfacher. Zudem kann man nie davon ausgehen, dass die Einreisegenehmigung letzten Endes auch tatsächlich gewährt wird. Für uns hätte es außerdem bedeutet, dass wir unser reguläres China-Visum ebenfalls verlängern hätten müssen, da wir krankheitsbedingt in unserem Zeitplan etwas hinterher hinkten, d.h. minimum fünf Tage auf die Visumsverlängerung hoffen, um insgesamt fünf Tage länger in China bleiben zu dürfen.

Überraschend

Wer kein Chinesisch spricht, wird sich beim Reisen sehr schwer tun, vor allem je weiter man sich von den Metropolen entfernt und in die Provinz vordringt, wobei „Provinz“ auch eine riesig Stadt wie Chongqing mit knapp fünf Millionen Einwohnern sein kann. Von den Taxi-Fahrern, mit denen wir zum Teil das zweifelhafte Vergnügen hatten, sprach kein einziger Englisch. Wer es nicht gleich von vornherein ablehnte uns Langnasen zu fahren, war meist sehr hilfsbereit. So ist es uns ein paar Mal passiert, dass der Taxifahrer von sich aus einen Kollegen anrief, um sich nach dem richtigen Weg zu erkundigen, uns bat beim Hostel anzurufen, um den Weg auf Chinesisch zu erfragen oder direkt selbst noch mal bei unserer Unterkunft anrief, wenn wir uns mal wieder eine Unterkunft in den hintersten Gassen ausgesucht hatten, die nicht von der Hauptstraße auffindbar war und wir auf den letzten Metern abgeholt werden mussten.

Andererseits sind wir auch immer wieder überrascht worden, wer tatsächlich Englisch spricht und sich für Ausländer interessiert. Als wir zum Beispiel morgens mit dem Nachtzug in Xian ankamen und einen Kaffee bei McDonalds tranken, hat uns ein Mitarbeiter in sehr gutem Englisch darauf hingewiesen, dass wir den Lonely Planet-Reiseführer besser nicht so offen auf dem Tisch liegen lassen sollten, da er hierzulande verboten sei (was uns durchaus bewusst war). Zuvor hatte der junge Mann eben noch die Toiletten geputzt.

In Hongkong kamen wir noch relativ einfach voran, da dort vergleichsweise viele Chinesen Englisch sprechen. Außerdem sind wir auf überraschend hilfsbereite Leute gestoßen. Wann immer wir etwas verloren auf der Straße herumstanden und versuchten, uns auf dem Stadtplan zu orientieren, wurden wir angesprochen, ob wir Hilfe benötigten.

Was ebenfalls für großes Erstaunen unsererseits geführt hat, sind die unvorstellbar riesigen Baustellen und Neubauten, die man im ganzen Land findet. Unglaublich viele Quadratkilometer Land werden bewegt, ganze Stadtviertel werden mal eben geräumt und abgerissen, um Platz für Tausende Wohnungen in scheinbar endlos aneinander gereihten Hochhäusern zu schaffen. Allein diese Mammut-Neubauten sorgten für Momente der Sprachlosigkeit, absolutes Kopfschütteln erzeugte jedoch leider immer wieder die Feststellung, dass unfassbar viele der Wohnungen leer stehen – entweder, weil sie nicht fertig gestellt wurden, oder weil es sich der Großteil der Leute schlichtweg nicht leisten kann. Ein besonders krasses Beispiel für diesen Bauirrsinn fanden wir in Jinhong. Rund 90 Prozent einer riesigen Luxus-Wohnanlage mit schickem Tempel und Straßenlaternen in Form und Größe eines Elefanten stehen leer. Was das ganze noch absurder macht: Der bereits bestehende Teil der Anlage ist nur der kleinste Teil einer noch viel gigantischeren Anlage, die sich über mehrere Straßenzüge erstrecken soll. Wer dort einziehen soll? Keine Ahnung, wohl kaum die Anwohner, die in unmittelbarer Nachbarschaft in verfallenen Hütten zusammen mit ihren Hunden und Hühnern in ärmlichen Verhältnissen hausen und wohl irgendwann das Feld räumen müssen – sofern das Vorhaben tatsächlich weiter fortgesetzt werden wird. Ein paar Meter weiter steht die nächste Geisterstadt, die New City Area. Gähnende Leere, als wir auf der zweispurigen Straße kilometerweit an den tristen Wohneinheiten vorbei radelten.

Anstrengend

Wer wie wir kein Chinesisch sprechen kann und sich außerhalb der Zentren bewegt, in denen sich des Öfteren ausländische Touristen aufhalten, kommt unter Umständen schnell an seine Grenzen. Wir hatten uns zum Beispiel in den Kopf gesetzt, den Jangtze von Chongqing aus zu befahren, allerdings nicht auf einem Touridampfer, sondern innerhalb eines Tages mit einem Schnellboot. Mit leichten Startschwierigkeiten ging es bereits damit los, dass uns das Hostel die nötigen Tickets nicht besorgen konnte, uns in Chongqing auch sonst niemand eine Fahrkarte verkaufen wollte, wir zunächst mit dem Bus in des Provinzstädtchen Wanzhou (auch Wanxian genannt, um die Verwirrung noch etwas zu steigern) fahren mussten und ein Mal umsonst zum Busbahnhof rausfuhren, nur um zu erfahren, dass sie keine Bustickets im Voraus verkaufen.

Vorsorglich hatten wir uns im Hostel alles auf Chinesisch aufschreiben lassen, was uns jedoch auch nicht weiterhalf, als wir am nächsten Morgen ein mit Schriftzeichen übersähtes Ticket in der Hand hielten, welches offensichtlich die falsche Uhrzeit aufwies. Nach zwei Telefonaten am Sonntagmorgen zwischen unserem chinesischen Freund (Xie xie, Kun Yan!) und der nur chinesisch sprechenden Dame am Informationsschalter war dann aber klar, dass die Uhrzeit nur so als Lückenfüller aufgedruckt wird und der Bus losfahren würde, wenn genügend andere Fahrgäste eingetrudelt wären, was dann auch tatsächlich eine Stunde später der Fall war.

Der Zettel mit den chinesischen Anweisungen aus dem Hostel half leider auch nur bedingt weiter, als wir dann später aufgeschmissen in Wanzhou mitten auf der Straße standen, da sich der Busbahnhof in einem Wohngebiet in der Vorstadt befindet. Kein Taxifahrer wollte uns zum Fährterminal mitnehmen und selbst die sonst so überschwänglich hilfsbereiten Privatwagen-Gondoliere winkten ab, da an diesem Tag kein Schnellboot mehr fahren sollte – so zumindest unsere Interpretation. In dem Provinzort Wanzhou kommen wohl nur sehr selten Ausländer vorbei, zumindest hatte sich inzwischen schon eine kleine Menschenmenge um uns herum versammelt, um hautnah mitzuerleben, was mit uns wohl passieren würde. Zum Glück nahmen irgendwann zwei junge Frauen aus dem Grüppchen ihren Mut zusammen, verständigten sich mit uns mithilfe eines Handy-Übersetzungsprogramms und überredeten einen Taxifahrer, uns trotzdem zum Fährterminal zu bringen.

Dort angekommen erwartete uns gähnende Leere, die Damen am offiziellen Ticketschalter ignorierten uns ganz bewusst und hielten lieber weiter ihr Schläfchen oder spielten auf ihren Handys rum. Kurz darauf sprach uns ein Typ an, der uns angeblich ein Ticket besorgen konnte. Mittlerweile waren wir zeitlich schon ziemlich im Verzug, da wir bereits am nächsten Nachmittag in Yichang sein mussten, um unseren gebuchten Zug zu erwischen. Mithilfe einer Übersetzungsapp, fünf Telefonaten zwischen dem Verkäufer und wiederum unseren Englisch sprechenden chinesischen Freund (Xie xie again, Kun Yan!) und der obligatorischen Zuschauermenge verständigten wir uns auf folgenden Deal: Er besorgt uns zwei Zweite-Klasse-Tickets auf einem chinesischen Touridampfer, wobei wir eine Vier-Personen-Kabine für uns allein bekommen sollen und wir pünktlich am nächsten Tag in Yichang sein würden, um noch rechtzeitig unseren Zug zu erreichen.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl ließen wir uns darauf ein, eine andere Wahl hätten wir aber auch nicht gehabt, ein anderes Transportmittel gab es nicht. Irgendwann abends taucht dann auch tatsächlich das Schiff auf, das seine besten Tage schon hinter sich hatte. Wie vereinbart schleuste unser „Verkäufer“ uns in unsere Viererkabine mit Stockbetten, die wir tatsächlich für uns alleine hatten, allerdings stank es darin ganz erbärmlich nach Pisse und den Teppichboden wollte man ohne Gummistiefel am liebsten gar nicht betreten. Kurz nachdem wir abgelegt hatten, tauchte das Zimmermädchen auf und versuchte uns etwas zu erklären. Wieder einmal standen wir ratlos ohne ein Wort zu verstehen da, allerdings tauchte zu unserer Überraschung fünf weitere Minuten später ein Englisch sprechender „Tourguide“: Wenn wir 600 Yuan mehr bezahlen würden, hätten sie eine Kabine Erster Klasse für uns. Nach kurzem Überlegen entschlossen wir uns, die umgerechnet 75€ mehr zu investieren und bekamen somit eine Kabine mit Doppelbett und Fenstern nach zwei Seiten (die Scheiben waren dreckig, der Toilettendeckel fiel beim bloßen Anschauen ab und die Klimaanlage ließ sich nicht regulieren), was die nächtliche Fahrt auf dem Jangtze einigermaßen komfortabel machte.

Allerdings stellte sich am nächsten Morgen heraus, dass das Boot zu spät in Yichang ankommen würde – zu spät, um noch unseren Zug zu erwischen. Mit den Nerven bereits ziemlich am Ende begaben wir uns also wieder einmal in die Hände unseres Tourguides Miss Houan und ein paar Telefonate später und um weitere 350 Yuan leichter (siehe auch: Mit Geld geht einiges) hatte sie zum Glück einen Fahrer organisiert, der uns von der vorletzten Haltestelle am Drei-Schluchten-Damm abholen und noch rechtzeitig zum Bahnhof nach Yichang bringen sollte. Als Bonus machte er noch schnell eine Express- Drei-Schluchten-Damm-Foto-Schnuppertour mit uns, damit wir nicht ohne Erinnerung an eines der größten Bauwerke der Welt abreisen mussten, was zudem noch chinesisch ist (mit zum Teil deutscher Technik). Letzten Endes klappte dann auch tatsächlich alles, sodass wir erleichtert unsere Schlafkojen im Zug nach Xian beziehen konnten. Was Miss Houan hoch anzurechnen ist: Zur Sicherheit hatte sie uns ihre Handynummer gegeben, für denn Fall der Fälle, denn unser Fahrer sprach natürlich wieder kein Wort Englisch.

Anders

Vor allem man selbst ist anders. Das wird einem immer wieder bewusst, wenn man tagein tagaus von den Einheimischen beäugt wird. Das reicht von missbilligenden Anmerkungen im Laden, wenn die „laowai“ (Langnase) mal wieder mit dem großen Schein bezahlen und kein Wort verstehen, über neugierige Gemüter, die einen ganz unverwandt anstarren, die etwas mutigeren, die mehr oder weniger heimlich Fotos von uns machen, beispielsweise wenn wir Flieger sitzen, oder die ganz mutigen, die um ein Foto mit uns bitten und sich dann ganz im Stil bester Freundinnen mit Unterhaken zusammen mit der Langnäsin ablichten lassen.

Eine andere Vorstellung herrscht in China auch, wenn es um das Thema Wandern geht. Wir hatten uns eine Zweitagestour durch die Tigersprungschlucht ausgesucht, mit einer Übernachtung in einem sogenannten Guesthouse. Ohne einen Schimmer, was uns unterwegs erwarten würde, hatten wir unser Standard-Trekking-Hüttenübernachtungsgepäck dabei. Der Aufstieg in die Schlucht auf rund 2.400 Meter hatte es dann auch tatsächlich etwas in sich, zumindest wenn man die Tage zuvor mit Erkältung und Magen-Darm-Infekt krank im Bett gelegen hatte. Um den beschwerlichen Aufstieg für westliche und asiatische Touris zu erleichtern, verkaufen ein paar Bauern entlang des Weges die obligatorische Nudelsuppe, aber auch Snickers und Marihuana gehören zum angepriesenen Sortiment oder sie stellen ihre Reittiere bereit, damit die zierlichen Großstadt-Chinesinnen den Berg nicht selbst hochkraxeln müssen.

Entlang der Schlucht gibt es mehrere Gasthäuser, von denen wir uns das „Tea Horse Guesthouse“ zum Übernachten ausgesucht hatten. Während die Hütten in den Alpen meist mit einem müffelnden Matratzenlager und bestenfalls mit spartanisch eingerichteten Zimmern aufwarten, bekommt man in den Unterkünften in der Tigersprungschlucht ein Doppelzimmer mit Bad, Fernseher und Heizdecke, wobei man das Bad eigentlich nur bekleidet und mit festem Schuhwerk betreten möchte, und der Fernseher nur zur Dekoration dient. Letzten Endes hat uns der ganze Luxus nichts gebracht, als pünktlich zur Dämmerung der Strom im ganzen Bergdorf ausfiel. So etwas wie Hüttenromantik kam leider in keinem der Gasthäuser auf, bei dem wir unterwegs Halt gemacht haben, da alles ziemlich herunter gekommen und verdreckt ist, was die Betreiber aber nicht zu stören scheint. Schließlich haben die Wanderer keine andere Möglichkeit als bei ihnen einzukehren – zumindest so lange noch, bis auch diese schöne Schlucht im Zuge eines Dammbaus geflutet werden wird.

Mit Geld geht so einiges

Wer hierzulande Geld hat, der ist fein raus, ob als Aus- oder Inländer. Die Einheimischen können ein Lied davon singen, was mit ein paar großen Scheinen alles mit möglich ist und wieviel täglich an Bestechungs- oder Schutzgeld die Besitzer wechselt. Dass im kommunistischen China einige Leute tatsächlich richtig viel Geld haben, sieht man unter anderem an den dicken deutschen Autos, die mit eingebauter Vorfahrt durch die Straßen brausen.

Wer Geld hat, ist besonders dann im Vorteil, wenn es um das Thema Gesundheit geht. Apotheken für chinesische Medizin mit einer riesigen Auswahl an Tees, Wurzeln, wundersamen Pülverchen und Pillen gibt es wohl in jeder Stadt, was uns Wessis jedoch meistens nicht weiterhilft. In den größeren Städten gibt es auch diverse Krankenhäuser und Kliniken, wobei eine „Klinik“ auch ein Raum mit ein paar Liegen sein kann, der direkt an den Apotheken-Verkaufstisch anschließt, sodass der Arzt/Apotheker mit dem noch warmen Fieberthermometer in der einen Hand dem nächsten Kunden ein paar Magenpillen verkauft, die Geldscheine mit der anderen Hand in seinen nicht mehr weißen Arztkittel steckt und dann direkt ans Krankenlager der anderen Patienten zurückkehrt.

Wem das zu abenteuerlich ist, der wird in den Großstädten auch Kliniken finden, die speziell auf die Bedürfnisse von Ausländern (oder zahlungskräftigen Chinesen) zugeschnitten sind. Die Ärzte sprechen Englisch oder sind selbst Expats und die Behandlungsmethoden sowie Hygienevorschriften entsprechen westlichen Standards – allerdings gegen entsprechende Bezahlung. Wir hatten das zweifelhafte Vergnügen eine solche Klinik in Shanghai aufzusuchen, nachdem unser Immunsystem die Umstellung vom geruhsamen Inselleben in warmen Gefilden auf die hektischen, versmogten und winterlichen Metropolen Hongkong und Shanghai nicht so ganz verkraftet hatte. Kostenpunkt für einen kleinen Eingriff, Blutanalyse, Antibiotika und sonstige Medikamente für die Behandlung von einigen Entzündungen an Hals, Knie und Fuß: rund 1.000€. Glücklicherweise haben wir eine Reisekrankenversicherung, die die Kosten hoffentlich übernimmt (noch haben wir keine Rückmeldung von der Versicherung bekommen). Außerdem hatten wir das große Glück, uns im Haus unserer Freunde Wiebke und Helge auskurieren zu dürfen. Vielen Dank Ihr zwei, dass Ihr uns so wunderbar beherbergt habt!

Natürlich gäbe es noch viel mehr über China zu schreiben und dabei haben wir in einem Monat nur einen kleinen Eindruck gewonnen. Sofern möglich, werden wir irgendwann noch einmal hier her kommen, um uns ein weiteres Mal überraschen und beeindrucken zu lassen – und dann ist hoffentlich auch Tibet mit dabei.

Drei Chinesen mit dem Weihnachtsbaum

…sind uns tatsächlich schon begegnet und erinnern uns daran, wie wir diese Zeit normalerweise begehen – mit Knödelallerlei, Hasenbraten, Glühwein, Grog, Grünkohl, Heizung und warmer Dusche.

Doch dieses Jahr ist alles anders, der Grünkohl wird kalt mit Bambussprossen und Stäbchen serviert, die Knödel beinhalten hierzulande schon Braten und Soße und hören auf den lieblichen Namen Xiaolongbao, statt Heizung und warmer Dusche gibt’s ab und zu eine Heizdecke, beim Alkohol ist die Herkunft äußerst fragwürdig und beim Fleisch hoffen wir, dass es sich nicht um das Tier handelt, das den Hasen zuvor noch angebellt hat.

Wenn wir eines auf unserer Reise gelernt haben, dann das, dass es auch immer anders geht und kommt, als wir es erwarten. Deshalb sind wir schon gespannt, was für Überraschungen auf uns in den nächsten drei Monaten in Laos, Kambodscha und Myanmar warten.

Da wir dem Osterhasen keine „Tausendjährige Eier“ zumuten und wir selbst keine „Schwalbennester“ essen möchten, sondern lieber leckere Schokohasen, werden wir pünktlich zu Ostern 2013 wieder in die Heimat zurückkehren.

In großer Vorfreude darauf wünschen wir Euch fröhliche Weihnachten, einen super Start für 2013 und alles Gute für das kommende Jahr der Schlange!

Kai & Stefanie

Status Update: Rückflug gebucht

Jetzt ist es offiziell: Wir landen am 24. März 2013 abends wieder in München. Es hat zwar insgesamt acht Tage, fünf Emails und drei Telefonate mit Cheaptickets.de gebraucht und wir sind zwischenzeitlich vom Glauben abgefallen, dass es bei Cheaptickets.de irgendeinen Mitarbeiter gibt, der in der Lage ist, den Unterschied zwischen Hongkong und Bangkok sowie zwischen Frankfurt und München zu erkennen, aber letzten Endes hat es dann doch noch mit der Umbuchung gegen einen akzeptablen Aufpreis geklappt.

Somit haben wir nun fast die Halbzeit unserer sechsmonatigen Auszeit erreicht. Unglaublich. Manchmal vergingen die Tage wie im Flug, manchmal kommt es uns so vor, als ob wir schon ewig unterwegs wären. Wir sind auf jeden Fall gespannt, was uns auf unserer Reise nach Laos, Kambodscha und Myanmar noch alles erwartet. Wir freuen uns aber auch schon sehr auf unsere Heimreise, unsere Familien, Freunde, unsere Couch und unser eigenes Bad und natürlich auf leckere Hamburgerische, Bayerisch-Schwäbische Küche!

Auf nach Hongkong: Abrupter Abschied vom Inselleben

Unsere Abreise von den Fijis hätte nicht stressiger sein können: Nach einer unnötigen Diskussion mit unserem Taxifahrer über die Höhe des Fahrpreises, den er an seinem angeblich freien Tag veranschlagte (unser Hotel hatte uns bereits vorgewarnt, dass wir auf gar keinen Fall mehr als einen bestimmten Betrag bezahlen sollten), ging es erst so richtig ans Eingemachte. Bei der Gepäckaufgabe am Flughafen in Nadi teilt uns die Dame von Air Pacific mit, dass sie uns leider nicht mit nach Hongkong mitnehmen könnten, da wir kein Flugticket für die Weiterreise aus Hongkong heraus vorweisen könnten. Das können wir tatsächlich nicht, da wir zum einen weiter nach China über Land einreisen wollen, und wir zum anderen im Voraus nirgendwo einen Hinweis über diese angebliche Voraussetzung für eine Einreise weder nach Hongkong noch nach China gefunden hatten.

Unabhängig davon machen uns die Damen und Herren von Air Pacific klar, dass es zwei Möglichkeiten gibt: Wir legen bis zum Abflug, sprich in mittlerweile 45 Minuten, entweder ein Flugticket von Hongkong nach Deutschland innerhalb der nächsten vier Wochen vor, oder einen Flug nach Australien (unser bereits gebuchter Flug würde ebenfalls über Sydney gehen), wobei wir dazu noch ein Visum für Australien beantragen müssten.

Wir entscheiden uns für die erste Variante, da wir Ende März 2013 ohnehin einen Flug nach Deutschland benötigen – zwar nicht von Hongkong aus, aber in der Hoffnung, dass wir den Flug noch entsprechend umbuchen können. Die günstigste Verbindung, die wir auf die Schnelle an einem Internet-Kiosk in der Abflughalle finden können (vorher natürlich erst mal noch Guthaben zum Surfen kaufen), geht über Moskau nach Frankfurt mit Aeroflot. Das passt insofern, da wir unseren endgültigen Flug für März eventuell von Bangkok aus buchen würden und da die Strecke ebenfalls von Aeroflot bedient wird. Also nur noch kurz checken, ob das Ticket auch umgebucht werden kann, und dann kann es auch losgehen.

Letzter Aufruf und noch immer ohne Ticket

Die Zeit bis zum Abflug drängt immer mehr und so langsam wird auch die Dame von Air Pacific nervös, die sich unseres Falls angenommen hat. Wie immer in solchen Situationen, klappt die Online-Buchung genau so weit, bis es an die Bezahlung geht. Wir haben den zusätzlichen Sicherheits-PIN für die Kreditkarte nicht parat, also müssen wir erst noch einen neuen PIN kreieren, bis wir endlich den Flug buchen können. Leider gibt sich die Air Pacific mit der Reservierungsnummer als Nachweis nicht zufrieden und verlangt einen Ausdruck der Bestätigung, die wir ihnen per Mail schicken sollen. Mittlerweile hören wir den letzten Aufruf für unseren Flug und warten verzweifelt auf die Bestätigungsmail, die irgendwann auch endlich im Postfach auftaucht. Schnell an Air Pacific weiterleiten, Gepäck aufgeben, durch den Security Check und hoch zum Gate rennen, wo uns unsere Betreuerin ebenfalls erleichtert den Ausdruck für den Weiterflug in die Hand drückt und uns einen guten Flug wünscht.

Bei der Einreise in Hongkong interessiert sich natürlich niemand dafür, wie und wann wir planen, das Land wieder zu verlassen. Es interessiert auch niemand, als wir das Visum für China beantragen und selbst dann nicht, als wir ein paar Tage später in China einreisen. Ach ja, von unserem Gepäck hat es leider nur die Hälfte nach Hongkong geschafft. Kais Rucksack ging unterwegs verloren und trudelte immerhin einen Tag später ein.

Somit sitzen wir nun erstmal auf einem Ticket, das uns am 22. Dezember 2012 von Hongkong nach Frankfurt bringen würde. Ob das Umbuchen so klappt, wie wir uns das vorstellen?

Fortsetzung folgt.